Ein Buch zum Verkriechen: Max Herrmann Neißes Briefe – Annotation

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© Verbrecher Verlag

Ich tauchte ein in seinen dramatischen Mikrokosmos und focht mit ihm die großen Kämpfe seines Lebens. Die Lektüre ist Schmerz und Freude zugleich, Neiße war bis 1933 ein vielbeachteter Autor in Deutschland. Beeinflusst von anarchistischen Ideen, war er in München und Berlin in entsprechenden Kreisen unterwegs. Franz Jung, Franz Pfemfert George Grosz waren seine Kumpane. Bis 1933 erschienen Romane, Gedichtbände und Stücke. Nach der Machtergreifung der Nazis floh er ins Londoner Exil. Dort überlebte er dank eines Sponsors, schuf aber zu Lebzeiten nur noch einen Gedichtband. Der an Hyposomie leidende Autor führte in London ein einsames und tristes Leben, bis er 1941 starb.

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Klaus Völker und Michael Prinz (Hrsg.), Max Herrmann-Neiße: Briefe, Band 1 und 2, Max Herrmann-Neisse (Autor), jeweils 1 100 Seiten, Verbrecher Verlag, Berlin 2012, jeweils 42 Euro

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