Ein Brief von XU Pei an den Weltexpress – Autorinnen, die auf der schwarzen Liste der Kommunistischen Partei Chinas stehen

In den zweiundzwanzig Jahren (1966-1988), die ich unter der kommunistischen Führung lebte, habe ich kaum etwas von der kommunistischen Brutalität mitbekommen. Die Umgebung, in der ich aufwuchs, war wie eine chinesische Oase in der kommunistischen Wüste, auch wenn die so genannte Kulturrevolution während meiner Kindheit viele Menschen und fast alle Bücher vernichtet hat. Mir kam das Leben hin und wieder sinnlos vor, dennoch konnte ich die Zeit schön totschlagen, mit allerlei Spielen, die mir in den Sinn kamen. Erst in den Achtzigern, als ich schon 14 Jahre alt war, tauchten Bücher und Zeitschriften vor mir auf, die interessanter waren, als das rote Mao-Buch oder die Werke von Lu Xun und andere Propagandaliteratur der KP.

Damals wusste ich nicht, dass alle Veröffentlichungen in China unter Selbstzensur und Zensur der KP entstanden sind. Trotzdem fand ich keinen Gefallen an der erlaubten Gegenwartsliteratur. Was mich anzog, war die Literatur aus der Republik China (Taiwan) oder aus der alten Zeit, wie z.B. "Traum im roten Gebäude" (Deutsche Übersetzung: Traum der roten Kammer) aus der letzten Kaiserdynastie.

Nach dem Pekinger Massaker 1989, das mich dazu brachte, meine Stimme gegen die KP zu erheben, habe ich viele chinesische Intellektuelle im Ausland kennengelernt. Durch sie habe ich erst die wahre Geschichte der KP Chinas erfahren, die im Land von den Machthabern verfälscht wird. Diese Intellektuellen gehören auch deswegen zu den verfolgten und verbotenen Autoren in Rotchina.

Dank Internet versammeln sich immer mehr unabhängige Chinesen in Kulturchina und leisten gemeinsam dem größten Terrorregime (Rotchina) in der nationalen und internationalen Geschichte Widerstand.

Nach meinem zweiten Heimkehrversuch 2002, bin ich auch im Internet aktiv und lerne eine Reihe von Kollegen in China kennen, die von der KP verfolgt und gefoltert werden.Leider werden nur wenige unabhängige chinesische Autoren, die im Ausland leben und in Fremdsprachen schreiben, in Deutschland verlegt. Die meisten, insbesondere die Gefangenen der KP, werden von den Autoren unter der KP-Führung z.B. Mo Yan verdrängt.

Das bedauere ich und mir bleibt nichts anderes übrig, als selbst die Schriftsteller vorzustellen, die ich in meinem Widerstand gegen die KP kennengelernt habe. Da es zu viele Autoren gibt, habe ich mich diesmal auf die Autorinnen beschränkt, die ich kenne. Es ist in meinen Augen eine Anerkennung, von der KP Chinas verboten zu werden.

Jung Chang (1952) und Hong Ying (1962)

1992 bin ich einer Einladung gefolgt und habe an der Universität London viele schreibende Auslandschinesen kennengelernt, darunter Jung Chang und Hong Ying.

Jung Chang ist die einzige Schriftstellerin, deren Werke "Wilde Schwäne" und "Mao: Die unbekannte Geschichte" im Ausland auf die Bestsellerliste kamen und in China auf der schwarzen Liste landeten. Jung Chang als Kadertochter darf zwar nach China einreisen, aber nicht öffentlich auftreten.

Im Vergleich zu Jung Chang darf Hong Ying als "Tochter des Hungers" (Deutsche Übersetzung ihrer Autobiographie: Tochter des großen Stromes) , in China als Bestsellerautorin öffentlich auftreten, obwohl ihr Buch "Der verratene Sommer" (Deutsche Übersetzung: Der chinesische Sommer, in dem sie ihren Sommer 1989 in Peking verarbeitet, in China auch auf der schwarzen Liste steht.

Die Stadt Peking, die Hong Ying als ihren Ehemann bezeichnet, hat sich nach dem Pekinger Massaker stark verändert, so auch Hong Ying, denn nach der größten Propagandashow der KP schwärmte Hong Ying in den Medien der KP davon, dass die Olympischen Spiele 2008 im Ausland die chinesische Literatur ins Rampenlicht gebracht hätte. Ende des Jahres hat sie in China auch ihre Kochrezepte unter der Überschrift "Ich als zärtliche Köchin" herausgebracht.

Hong Ying hat mich immer wieder überrascht und ich wundere mich darüber, dass sie mit einem britischen Pass wieder in China unter der Selbstzensur und Zensur der KP lebt, obwohl sie weiß, "wie verrottet dieses Land ist. Korrupte Kader und Geldwäscher schwelgen im Luxus, während die meisten Chinesen darben."

Hong Ying hat sich auch auf "sex sells" eingelassen, was ein Merkmal von "Hurenliteratur" ist. Aber in China, wo sich vor dem Pekinger Massaker nur die Machthaber die sexuelle Freizügigkeit erlaubten, gehört Hong Ying zu den Chinesen, die wenigstens das Recht auf Sexualität für sich in der VR China erkämpft haben. Nach dem Pekinger Massaker ließ das Regime die Freiheit unter der Gürtellinie nicht nur zu, sondern zwang sogar die Gesellschaft dazu, sich mit den Sinnengelüsten abzufinden.

Die sechzig Jahre unter der KP-Führung in China sind in zwei Perioden einzuteilen. In den ersten dreißig Jahren hat das Regime den Chinesen alles geraubt, man durfte nur als bedürfnislose Schraube der KP fungieren, wie auch von der Propagandaliteratur dargestellt wird. In der zweiten Periode musste das Regime die einst verbotenen wirtschaftlichen Aktivitäten zulassen, man darf seitdem wie Hunde der KP dienen und sich auch herumtreiben. Man darf sich also mit Sex und Drogen vergnügen, was zu Zeiten Maos unmöglich war. Dabei hat man kein Recht auf freie Geburt. Jährlich gibt es etwa 13 Millionen Abtreibungen! Die Hurenliteratur floriert.

In meinen chinesischen Aufsätzen habe ich Hong Ying bis jetzt immer verteidigt, weil sie trotzdem noch eine Wahrheitsliebe zeigt, die ein Kaderschriftsteller wie Mo Yan nicht hat.

So wie sie kann ich nicht in einem verrotteten Land leben und setze mich lieber dafür ein, das totalitäre System in China zu beenden, zumal ich die KP Chinas als Gefahr für die ganze Welt betrachte.

2008 habe ich meinen fünften Gedichtband "Himmelsauge" auf Deutsch veröffentlicht, durch den Andreas Platthaus von der FAZ den Eindruck gewann, dass mein "Zorn auf das Regime in Peking" nicht geringer geworden ist. Ich spüre keinen Zorn, aber ich fühle mich verpflichtet, an die alten Verbrechen des Regimes zu erinnern und auf die neuen, wie z.B. die Falun-Gong-Verfolgung hinzuweisen, was niemand in China machen darf.

Sheng Xue (1962) und Wang Youqin (1952)

Nach dem Pekinger Massaker trat ich auch in die Föderation für ein demokratisches China ein, aber ich durfte als Kadertochter trotzdem im Jahr 1996 und 2001 einreisen. Auch wenn ich mich in China nicht wohl fühlte, wurde ich von der chinesischen Stasi nicht behelligt.

Das ist bei Sheng Xue nicht der Fall, die nach dem Pekinger Massaker nach Kanada ausgewandert ist. 1996 wurde Sheng Xue am Flughafen in Peking festgehalten und nach Kanada abgeschoben. 2008 wurde sie wieder am Flughafen in Hongkong festgehalten und nach Taiwan ausgewiesen.

Sheng Xue ist nicht nur eine unabhängige Schriftstellerin, sondern spielt noch eine führende Rolle im chinesischen Widerstand gegen die KP. 2006 habe ich sie dabei unterstützt, die erste internationale Konferenz für die Demokratisierung in China und Asien, in Berlin zu veranstalten.

Sheng Xue darf auch nichts in China veröffentlichen, obwohl sie sich darum bemühte.

Ihr Gedichtband "Auf der Suche nach der Schneeseele" kam schließlich 2008 in Hongkong auf den Markt, nachdem das öffentliche Sicherheitsministerium, Kultusministerium und das Amt für Verlagswesen der KP Chinas gemeinsam ein Verbot über das lyrische Werk verhängt hatten.

Über Sheng Xue kann man unter Pen Canada mehr erfahren.

http://www.pencanada.ca/programs/exile/cat-China.php

Aber nicht nur das lyrische Werk von Sheng Xue darf nicht in China veröffentlicht werden, sondern auch das historische Werk von Wang Youqin aus Chicago, das sich mit der Kulturrevolution auseinandersetzt, ist in China verboten. Mehr dazu http://humanities.uchicago.edu/faculty/ywang/history/

Wang Rongfen (1945) und Yu Luojin (1946)

Letztes Jahr, als ein Mitglied der KP Chinas in den deutschen Medien und im Chinaprogramm der Deutschen Welle für die Olympischen Spiele 2008 warb, hatten sich eine Reihe von chinesischen Schriftstellerinnen weltweit zu Wort gemeldet, die sich an die Olympischen Spiele 1936 erinnerten. Darunter Wang Rongfen und Yu Luojin, die in Deutschland ihre Stimme erhoben.

"Die Geschichte von Wang Rongfen ist die Geschichte einer Heldin." Das hat nicht nur die Reporterin vom SWR1 festgestellt, sondern auch ich, die sich darum bemüht, die echten Helden in den vergangenen sechzig Jahren in China den Lesern vorzustellen. (Mehr dazu http://www.podcast.de/episode/299096/Die_Chinesin_Wang_Rongfen:_von_Mao_verfolgt)

Das Erstlingswerk von Wang ist ihr offener Protestbrief an den Diktator Mao in meinem Geburtsjahr (1966), für den sie zwölfeinhalb Jahre lange im roten Gefängnis gefoltert wurde. In diesem Brief hat sich Wang als 20jährige Germanistikstudentin von der kommunistischen Ideologie befreit, in dem sie ihren Austritt erklärte: "Die große Kulturrevolution ist keine Massenbewegung, sondern ein Mann, der die Massen mit einem Gewehr lenkt. Ich trete aus der kommunistischen Jugendliga aus".

Nach dem Pekinger Massaker sind weitere chinesische Intellektuelle öffentlich aus der KP ausgetreten, wie Gao Xingjian aus Paris.

Erst seit 2004, nachdem die "Neun Kommentare über die Kommunistische Partei" , (http://www.epochtimes.de/neun-kommentare-ueber-die-kommunistische-partei.html

veröffentlicht wurden, begann die chinesische geistige Befreiung von der KP. An der Austrittswelle aus den kommunistischen Organisationen nehmen täglich immer mehr Chinesen weltweit teil. (Der Stand vom 6. Oktober beträgt: 61,513,058 http://tuidang.epochtimes.com)

Nach der Entlassung aus dem roten Gefängnis wurde Wang eine Sozialwissenschaftlerin, die Marx Weber ins Chinesische übersetzt hat. Auf Deutsch ist ihr Werk "Cäsarismus und Machtpolitik. Eine historisch-biobibliographische Analyse von Max Webers Charismakonzept" 1997 erschienen.

Wang schreibt historische Romane, um der kommunistischen Geschichtserklärung (Klassenkampf) zu widerlegen und wirkt auch der Propaganda der Maoisten entgegen, in dem sie beispielsweise die amerikanische Filmemacherin von dem so genannten Dokumentarfilm "Morning Sun, A Documentary Film" über die Kulturrevolution enttarnte. ( http://www.morningsun.org) Wang klärt nicht nur auf, sondern schreibt auch gegen das systematische Vergessen an.

Das Gleiche gilt für Yu Luojin, die in den Achtzigern in China die berühmteste Schriftstellerin war. Ihr ältester Bruder Yu Luoke (1942-1970) ist einer der chinesischen Helden, der wegen seiner Tagebücher und Veröffentlichungen von der KP hingerichtet wurde. Yu Luojin selbst musste drei Jahre lang durch Zwangsarbeit "umerzogen" werden. (http://yuluokeyuluojin.blogspot.com)

Um Gedankenfreiheit zu erhalten haben viele Chinesen Asyl beantragt. Yu ist aber eine der Wenigen, die ihren Asylantrag im Jahr 1986 offen kundtat. Erst sechzehn Jahre später war ich so weit, ihre Haltung anzunehmen, den chinesischen Boden nicht zu betreten, solange die KP an der Macht ist.

Im Vergleich zu den chinesischen Asylanten im Ausland, wie z. B. Guan Yuqian (Yu-chien Kuan) in Hamburg, hat Yu das Rückgrat gerade gehalten, obwohl sie den Ruhm und Reichtum in China gegen die Freiheit und Menschenrechte in Deutschland ausgetauscht hat. Zu allerlei Propagandaveranstaltungen wie beispielsweise dem Chinasymposion in Frankfurt, wurde Guan eingeladen. Denn Guan weiß das Terrorregime zu verteidigen und zu verherrlichen. Guan als ehemaliges Opfer dient mittlerweile dem Regime, neue Opfer der KP, die Falun Gong Praktizierenden zu verleumden.

Emily Wu (1958) und He Qinglian (1956)

Es gibt noch genügend Opfer, die sich nicht von den Machthabern korrumpieren lassen. Dazu gehört Emily Wu, die auch von der KP verboten wird. Ihre Autobiographie "Feder im Sturm. Meine Kindheit in China" wurde bereits vom Englischen ins Deutsche übersetzt und verlegt.

Sie und andere Opfer der Kulturrevolution konnten es schwer ertragen, dass im Westen die Mao-Verehrung geduldet wird, während die Hitler-Verehrung verpönt wird. Emiliy Wu fühlt sich deshalb berufen, ein Buch über ihre Erlebnisse in Rotchina zu schreiben, um die Welt über die wahre Geschichte der Kulturrevolution aufzuklären.

Emily hat auch den Mut, ihre Erfahrungen und Erkenntnisse offen kundzutun, anders als die meisten Opfer. So sagt sie 2007 in einem deutschen Interview, "Ich vertraue China nicht. Es entwickelt sich zur Wirtschaftsmacht, aber es ist immer noch ein totalitäres, kommunistisches Regime. Es gibt keine Presse- und Redefreiheit. Im Juni war ich wieder da. Sicherheitskräfte verfolgten mich seit meiner Ankunft. Ich spürte ihre Präsenz, egal, wohin ich ging. Drei Tage vor meiner Abreise kamen vier von ihnen auf mich zu. Sie baten mich freundlich, in ihren Wagen einzusteigen, und führten mich in ein Hotel. Dort verhörten sie mich vier Stunden lang. Ich musste genau erklären, was ich in China gemacht habe. Erst danach ließen sie mich wieder frei." (Mehr dazu http://www.welt.de/kultur/article1119167/So_schrecklich_wie_China_nur_sein_konnte.html)

Nach der Machtergreifung der KP sind viele chinesische Intellektuelle in die USA emigriert. Der Strom dauert jetzt noch an. Zwanzig Jahre später als Emily musste He Qinglian auch in die USA fliehen.

Qinglian gehörte zu den wenigen Intellektuellen, die nach dem Pekinger Massaker noch in China geblieben waren. Aber so aufrichtig wie sie ist, muss sie früher oder später mit der KP in Konflikt geraten. 1998 veröffentlichte sie ihr Werk "China in der Modernisierungsfalle" , in dem die Phrase "vom Wandel durch Handel" als falsch bewiesen wurde. Innerhalb von zwei Monaten liessen sich 300 000 Exemplare von diesem Buch verkaufen.

Anders als Pseudo-Chinaexperten stellt Qinglian mit Daten und Fakten das heutige China als ein Land "auf einem Vulkan" dar, wie ich es mit meinen deutschen Worten beschreibe.

Während die Pseudo-Chinaexperten bis heute in Peking hofiert werden, kamen Qinglian und ihr sieben jähriger Sohn fast in Peking bei einem "Unfall" ums Leben.

2004 hat Qinglian ihr Werk "Medienkontrolle in China" in den USA veröffentlicht, in dem man lernen kann, wie die Propaganda-Maschinerie der KP funktioniert.

Wenn man das heutige China unter der kommunistischen Diktatur verstehen will, sind die beiden Werke von Qinglian sehr empfehlenswert. Das Erste stellt die Wirtschaftsbasis in der VR China, das Zweite den Überbau anschaulich und fachkundig dar.

Durch Qinglian und ihre Werke fühlte ich mich bestätigt, als ich nach meinem zweiten Heimkehrversuch 2002 die Öffentlichkeit vor der roten Gefahr aus China zu warnen begann. Aber die KP Chinas hat dafür gesorgt, Qinglians Stimme aus dem Chinaprogramm der Deutschen Welle zu verbannen.

Woeser (1966) und Jennifer Zeng (1966)

Im März habe ich bereits die tibetische Autorin Woeser aus Peking und die chinesische Exilautorin Jennifer Zeng aus Sydney vorgestellt. Woeser wurde wegen ihrer Veröffentlichungen verfolgt, während Jennifer wegen der Falun Gong-Verfolgung erst zu schreiben begann.

Während die Tibet Initiative Deutschland extra einen Verlag gründete, um Woesers Werk "Ihr habt die Gewehre, ich einen Stift " zu veröffentlichen, hat meine persönliche Initiative keinen Verlag für die Autobiographie von Jennifer gewonnen. Bereits 2004 erschien ihre Autobiographie in der Republik China und ein Jahr später auf Englisch unter "Witnessing History: One Woman’s Fight for Freedom and Falun Gong" in Australien und dann in den USA. (Siehe http://www.allenandunwin.com/default.aspx?page=311&author=30)

Mein Wunsch ging auch nicht in Erfüllung, mit meinem Hauptwerk "Seidendrachen", an dem ich seit meiner Promotion 1996 arbeite, auf der Frankfurter Buchmesse dem "Ehrengast" die Stirn zu bieten. Dennoch kann keine Delegation unter der kommunistischen Führung die chinesische Kultur repräsentieren, bis auf uns, die Schriftsteller im Gefängnis und im Exil, die mit der chinesischen Kultur eng verbunden sind.

Ich möchte gerne mit meinem "Seidendrachen" als Türöffner einen Verlag erreichen, der trotz der Kommerzialisierung geistige und moralische Ansprüche berücksichtigt, damit die verbotenen Autoren auf meinem Niveau verlegt werden. Ich fühle mich verpflichtet, den chinesischen Schriftstellern, die unter der KP gelitten haben oder noch leiden, zu helfen.

Um die Verfolgung durch die KP und den chinesischen Widerstand zu verdeutlichen, habe ich zehn Schriftstellerinnen vorgestellt. In diesem Jahr habe ich noch Sun Baoqiang (1951) aus Shanghai kennengelernt, die wegen ihres Protestes gegen das Pekinger Massaker drei Jahre lang im Gefängnis gefoltert wurde. Während eine Reihe von den chinesischen Intellektuellen auf diese mutige Autorin aufmerksam machen, lassen sich etliche deutsche Intellektuelle von den kastrierten Autoren wie Mo Yan beeindrucken.

Eine Wahl zwischen den verfolgten chinesischen Autoren und den erfolgreichen Propagandisten der KP muss getroffen werden.

Dazu sagt Ma Jian aus London, der genau wie ich für die verbotenen und verfolgten Autoren wie Jennifer Zeng einsetzt, in seiner neuesten Veröffentlichung: "Ich möchte die Verleger aus allen Ländern davor warnen: Die Lügenlieteratur aus China zu lesen, bedeutet, die vergifteten Nahrungsmittel aus Chinas zu essen , es schadet nicht nur Deiner Gesundheit, sondern verschmutzt auch den Geist und die Moral in Eurer Gesellschaft. Eure Leser werden Euch später nicht verzeihen, dass Ihr aus China die Verfälschung importiert habt."

Köln, Oktober 2009

XU Pei

Homepage: http://dr.xu-pei.de