Die Islamisten und die Nationalsozialisten – Annotation zum Buch „Für Prophet und Führer“ von David Motadel

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Für Prophet und Führer, Die Islamische Welt und das Dritte Reich
David Motadel: Für Prophet und Führer © Klett-Cotta

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Islamisten und Nationalsozialisten? Der Islam rückt gegenwärtig ins Zentrum unserer Wahrnehmung. David Motadel schaute näher hin.

So wundert es nicht, dass nun endlich ein Buch erscheint, das detailliert vom kriegsbedingten Zusammenspiel zwischen Nazis und islamistischen Großmächten berichtet.

Schon im ersten Weltkrieg gab es entsprechende Allianzen. Deutschland im Kampf gegen Frankreich und das Vereinigte Königreich, unterstütze offen und versteckt diverse Befreiungsbewegungen gegen die Kolonialmächte. Natürlich nicht, weil Kaiser Wilhelm II. die Freiheit liebte, sondern weil es ihm ins politische Kalkül passte.

Islamisten und Nationalsozialisten

Nicht anders bedingt waren die Beziehungen ab 1933. Während des 2. Weltkrieg versuchen die einmarschierenden deutschen Truppen vielerorts Muslime als Verbündete zu gewinnen. Zehntausende Männer dienten in Wehrmacht oder SS, die rassistischen Bedenken der Nazis spielten dabei keine Rolle mehr. Auch andere Großmächte vereinnahmten die Muslime für ihre Zwecke. Motadel beleuchtet erstmals kompakt die Zusammenhänge der politischen Indoktrinierung und erklärt en passant gewisse Zusammenhänge der politischen Gegenwart. Prädikat sehr lesenswert.

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David Motadel, Für Prophet und Führer, Die islamische Welt und das Dritte Reich, 568 Seiten, Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2017, ISBN: 3-608-98105-6, Preis: 30 EUR

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