Diamonds are a girls best friend – Im Dezember starb Blake Edwards. Seine unsterbliche Komödie wird 2011 ein halbes Jahrhundert

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Vielleicht ist es Audreys Holly Golightly. Mehr als die des am 15. Dezember letzten Jahres verstorbenen Edwards, der mit „Breakfast at Tiffany ´s“ den Durchbruch in Hollywoods oberste Regie-Liga schaffte. Sogar mehr als die Truman Capotes, der die gleichnamige Kurzgeschichte verfasste. Als Verkörperung seiner Heldin wollte Capote ursprünglich Marilyn Monroe. Doch Edwards favorisierte ihr physisches Gegenbild Hepburn. Auf einer Standaufnahme, die so im Buch nie vorkommt, steht sie im kleinen Schwarzen vor dem Schaufenster. Die Sonnenbrille wirkt zu groß auf dem schmalen Gesicht, hinter dessen vermeintlicher Naivität die Gerissenheit eines Escort-Girls. Holly kommt mit Geldzuwendungen reicher „regular rats und super-rats“ über die Runden. Gegen die Biester ist selbst Holly Kater „Kater“ machtlos. Als eine solche sie vor die Feuertür ihres mittellosen Nachbarn Paul Varjak (George Peppard) treibt, beginnt eine (film)legendäre Liebesgeschichte.

Holly und er bräuchten einander, behauptet Paul. Doch tatsächlich ist es Paul, der sie braucht. Dass sie in ihm längst den Beschützer sieht, der Paul für die sprunghafte Lebenskünstlerin sein will, verrät der Spitzname, den sie ihm gibt. „Fred“ ist der Name ihres älteren Bruders. Bei Capote bleibt der Ich-Erzähler de facto namenlos. „Fred“ wäre auch ein „nameless slob“, hätte Holly ihn nicht getauft. Geschwisterlich erscheint die Beziehung der Charaktere in der Novelle. Als Geschwister würden auch die Filmfiguren besser zusammen passen. Die Hollywood-Konvention und die Produzenten erzwangen ein romantisches Happy End. Die melodramatische Liebesgeschichte verkraftet der Plot schlechter als die Zeitverschiebung in die damalige Gegenwart der sechziger Jahre. Getilgt sind die düsteren Anspielungen auf sexuellen Missbrauch, Drogen und Prostitution, die Capotes funkelndem Sittenpanorama den letzten Schliff verleihen. Ersetzen soll sie Schmalz und Mickey Rooneys rassistische Karikatur eines asiatischen Nachbarn.

Holly Golightlys Name, mit dem sie sich die Unbeschwertheit sinnbildlich auf den Leib schreibt, ist Teil ihrer charmanten Täuschung. Sie ist in ihren eigenen Worten „phony, but a a real phony“. Früher hieß Holly ganz anders, sprach anders und kam von ganz woanders. Sie ist tatsächlich die namenlose Herumtreiberin, als die sie sich und den Kater bezeichnet, eine Lebenskünstlerin, die sich selbst erfunden hat. Eine klein wenig bitter schmeckt das „Frühstück bei Tiffany ´s“ heute. Edwards Sittenbild ist nicht ganz so mitreißend wie es hinreißend ist, dank Holl, Audrey, Capote und Henry. Henry Mancini schrieb das schwelgerische „Moon River“. Verträumt, süß und eine Spur melancholisch, wie das Wiedersehen mit Edwards unvergesslichem Filmklassiker stimmt.

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Titel: Breakfast at Tiffany ´s – Frühstück bei Tiffanys

Land/ Jahr: USA 1961

Genre: Tragikkomödie

Regie: Blake Edwards

Drehbuch: George Axelrod

Darsteller: Audrey Hepburn, George Peppard, Mickey Rooney, Patricia Neal, Buddy Ebsen, Martin Balsam

Kamera: Franz F. Planer

Musik: Henry Mancini

Schnitt: Howard Smith

Laufzeit: 115 Minuten

Verleih: Paramount

www.paramount.de

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