Der VfL Wolfsburg gewinnt das Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Real Madrid mit 2:0 (2:0)

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Das Testen verschiedener Formationen durch Cheftrainer Dieter Hecking hat dem VfL Wolfsburg noch nicht die alles entscheidende Ausrichtung gebracht, mit der hinten die Null steht und vorne so viel Tore schießt, um bei den Ballermännern der Bundesliga aus Mönchengladbach, Dortmund und München anzuklopfen.
Doch für die Champions League, in der nicht nur Champions spielen, scheint gutes Mittelmaß zu reichen und die Motivation, diszipliniert als Mannschaft aufzutreten.
Gegen Real Madrid mühten sich am Mittwoch sogar die mitunter lustlos wirkenden André Schürrle und Julian Draxler, die zur Saison an den Mittellandkanal kamen, redlich und zeigten ihr Können, dass sie jedoch nicht mit einem Tor krönen konnten. In der ersten Halbzeit kamen sie und die ganz in Weiß spielenden Wölfe mehrfach zu guten Abschlusschancen. Bruno Henrique scheiterte. Immerhin traf Ricardo Rodrí­guez vom Elfmeterpunkt nach von Schiedsrichter Gianluca Rocchi gepfiffenem Foul an Schürrle (18.). Wenig später erhöhte Maximilian Arnold auf 2:0 (25.). Anschließend hätte Schürrle das 3:0 erzielen müssen (28.).
Auch die Gäste aus Madrid kamen zu mehrere Möglichkeiten, die sie entweder schlecht zu Ende spielten oder mit denen sie mangelhaft umgingen wie Benzema (32.).
Über die gesamte Spielzeit jedoch waren die starken Offensivspieler Christiano Ronaldo, Gareth Bale und Kari Benzema weitestgehend abgemeldet. Was möglich wäre, zeigten Benzema und Ronaldo in der zweiten Spielminute, doch wegen Abseits wurde der frühe Treffer nicht gegeben.
In der zweiten Hälfte lag ein 3:0 eher in der Luft der norddeutschen Tiefebene als ein Anschlusstreffer der Gäste. Schürrle und auch Henrique (54.) hätte auch im zweiten Abschnitt je ein Tor schießen müssen. Dass es am Ende nicht 5:0 stand, das lag an der mangelnden Effektivität der Offensive.
Insgesamt stand Wolfsburg sehr kompakt und machte die Räume eng. Die erfolgreichen Vorstöße wurden vor allem schnell und besonders über die Flügel vorgetragen, wobei sich Draxler hervortat. Die herausragenden schnellen Vorstöße über die Flügel verdeutlichen gleichzeitig die Schwäche im zentralen Mittelfeld, das im Gegensatz zur vergangenen Saison wenig wuchtig wirkte. Trotz der vielen guten Torchancen mühte sich Schürrle bis zur 85. Minute als einsamer Wolf. Dann wechselte Hecking für ihnAlexander Kruse ein.
Vor allem Dante und der  genesene Naldo erwiesen sich als sehr stabile und äußerst umsichtige innere Abwehrspieler sowie Luiz Gustavo und Joshua Guilavogui als starke Sechser. Die gesamte Hintermannschaft der Wölfe hielt den Sieg, der viel zu niedrig ausfiel, fest gegen ein Madrilenen, die zwar viel Ballbesitz aber wenig beachtenswerte Torschüsse zeigten.
„Oh, wie ist das schön, oh, wie ist das schön“, sangen Tausende in dem mit 26.000 Zuschauern ausverkauften Stadion nach dem Schlusspfiff. Das kann man wohl so singen und auch "sowas hat man lange nicht geseh`n".
VfL Wolfsburg: Benaglio – Vieirinha, Naldo, Dante, R. Rodriguez – Luiz Gustavo, Guilavogui – Bruno Henrique (80. Träsch), Arnold, Draxler (90. Schäfer) – Schürrle (85. Kruse)
Real Madrid: Navas – Danilo, Pepe, Sergio Ramos, Marcelo – Modric (64. Isco), Casemiro, T. Kroos (85. James Rodriguez) Bale, Benzema (41. Jesé), Cristiano Ronaldo

Gelbe Karten: Vierinha, Benaglio, Luiz Gustavo, Arnold – Bale

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