Der Dom in Köln ist die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Deutschlands und hat eine lange Geschichte in dieser weltoffenen und toleranten Stadt am Rhein – „Ein Mädchen vom Rhein“ schrieb Kölner Stadtgeschichte

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Für Überraschungen weit zurück in die Geschichte ist Köln immer gut, noch lange vor dem Dombau. Sie ist immerhin die älteste unter den deutschen Großstädten. Es war ein „Mädchen vom Rhein“, das diesen Ort 50 n. Chr. von der römischen Siedlung zur Stadt erheben ließ, keine geringere als die römische Kaiserin Agrippina, Ehefrau von Claudius, am Rhein geboren, in der Ubiersiedlung (Oppidum Ubiorum). Von ihr stammt der Name Köln, von Colonia Claudia Ara Agrippinensium. Während der Römerzeit war die Stadt Statthaltersitz der Provinz Germania Inferior. Der Name Köln hört sich auch in anderen Sprachen ähnlich an, aus Colonia wurde dann schließlich Koloina, Kolonya, Keulen, Coellen, Cölln und Cöln, bis zum heutigen Namen Köln. Und in dieser Stadt genossen die Bürger um 80 n. Chr. schon das frische Eifelwasser, denn mit der von den Römern erbauten Eifelwasserleitung entstand einer der längsten römischen Aquädukte überhaupt und ist heute ein beliebter Wanderweg. Und wer sich traut, in den Tiefen dieser Stadt zu buddeln, der findet immer noch Römisches und Altes, wie das im Jahre 1953 gefundene Praetorium in der Innenstadt unter dem Rathaus, nur ein Beispiel dafür – ehemaliger Sitz des römischen Statthalters der römischen Provinz Niedergermaniens und das größte und ehrgeizigste Gebäude der Römer entlang des gesamten Rheins.

Doch nun zum Dom. Was wäre Köln ohne seinen imposanten und von den Kölnern und Rheinländern so sehr geliebten Dom? Das wäre einfach unvorstellbar. Er ist das Herz dieser Stadt am Rhein, er ist mit seiner Höhe von 157,38 Metern nach dem Ulmer Münster das zweithöchste Kirchengebäude Europas sowie das dritthöchste der Welt. 17 Meter über dem Rhein und in Sichtweite von 250 Metern von ihm entfernt, ist diese weltweit drittgrößte Kathedrale im gotischen Baustil, nach der Kathedrale von Sevilla in Spanien und dem Mailänder Dom in Italien, ein immerwährender Anziehungs- und Treffpunkt für Einheimische und die überaus zahlreichen Besucher dieser rheinischen Stadt. Staunend erkennen nicht nur die vielen Kunsthistoriker aus dem In- und Ausland in ihm eine einmalige Harmonisierung sämtlicher Bauelemente mit viel Schmuckwerk im Stil der mittelalterlich-gotischen Architektur. Mit ihrem Dom nennen die Kölner ihre Stadt „die Himmelsstadt am Rhein“, zeigt doch der Dom weit hinauf in den Himmel.

Weithin sichtbar ist das gewaltige Turmpaar, Kolosse von unterschiedlicher Höhe: der Nordturm ist 157,38 Meter hoch der Südturm nur wenig kürzer. Gigantisch sind auch die übrigen Baukörper mit einer Gesamtlänge von 144,58 Meter, das Querhaus ist 86,25 Meter breit, das Mittelschiff ist 43,35 Meter hoch. Eigentlich sind ja Zahlenangaben langweilig, doch hier geben sie eine Vorstellung von den Ausmaßen des Kölner Doms, der eine lange Bauzeit von 1248 bis 1880 erlebte und zum Meisterwerk gotischer Architektur wurde. Denn in der gesamten Bauzeit inklusive Baustopp von fast 300 Jahren wurden die originalen Baupläne nur geringfügig verändert. Im Kernland der französischen Monarchie, der „Ile de France“, begann in der Mitte des 12. Jahrhunderts diese gotische Bauart, die mit dem Kirchenbau in Chartre und Reims zum Vorbild geworden war. Und nun sollte schon damals auch in Köln ein solches Schmuckstück entstehen.

Es entstand in der Tat ein Schmuckstück, begonnen an jenem 15. August 1248, als der Grundstein für den Bau gelegt wurde. Erst 1880 vollendet, ist er ganz aktuell das Zeichen für Weltoffenheit und Toleranz, wie sich die Stadt und ihre Bürger gerne präsentieren. Denn in dieser katholischen Metropole entstanden ebenso viele evangelische Gotteshäuser und viele Gebetsstätten verschiedener Glaubensrichtungen. So auch die Synagoge in der Roonstraße, die zwischen 1957 und 1959 wieder aufgebaut wurde. Bei Ausgrabungen im Stadtzentrum wurde die Mikwe entdeckt, das rituelle jüdische Bad, das zu einer der bedeutendsten jüdischen Siedlungen in Deutschland gehörte. Es wird künftig ein Jüdisches Museum geben neben den Überresten des römischen Stadthalterpalastes in der neuen Archäologischen Zone am Rathausplatz. Die Moschee der Türkisch-Islamischen Union wird ein beeindruckender Bau, die im Stadtteil Ehrenfeld entsteht. Menschen aus über 180 verschiedenen Nationen finden sich in Köln, ein Beispiel mehr für den weltoffenen Charakter dieser Stadt.