Das Musikzimmer ist leer – Chick Corea ist tot

Chick Corea, 2018 in Kongsberg Musikkteater. Quelle: Wikimedia, CC BY-SA 4.0, Foto: Tore Sætre

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Der am 12. Juni 1941 in Chelsea, Massachusetts, VSA, geborene Armando Anthony „Chick“ Corea starb am 9. Februar 2021 in Tampa, Florida, VSA, an Krebs. Über Jahrzehnte galt er als großer zeitgenössischer Jazz-Pianist und -Komponist, der den Jazz rockte.

Für sage und schreibe 67 Grammy Awards war Chick Corea nominiert, immerhin 23 gewann der Mann, der als Vierjähriger bei seinem Vater, einem Bandführer, das Klavierspielen. Zwar musste er wohl eher Klassisches lernen, doch früh soll er sich für Jazz begeistert haben, vor allem für Soul-Jazz (wie der Publizist Stefan Pribnow).

Unter der Überschrift „Nachruf Chick Corea – Der Mann, der einfach alles konnte“ teilt Gregor Dotzauer in „Tagesspiegel“ (12.2.2021) mit: „Auf Facebook lud Chick Corea per Livestream regelmäßig in sein Musikzimmer ein, wo er am Flügel improvisierte, sich durch den Notentext halbvergessener Eigenkompositionen buchstabierte und auch einem alten Vergnügen nachging: klingenden Porträtskizzen von zugeschalteten Hörerinnen und Hörern.

Auch in seinen Solokonzerten fragte er gerne ins Publikum, ob sich jemand für ein Charakterstück zu ihm auf die Bühne traue. Schon als Fünf- oder Sechsjähriger stellten er und seine Cousins im Haus des Großvaters bei Sonntagsbesuchen am Klavier im Keller die Eigenarten und Wesenszüge der versammelten Verwandtschaft nach.“

Wohl wahr, früh übt sich. Und lange spielte er. Zuletzt in seinem Musikzimmer, in das er via Weltnetz einlud, auch zum mitmusizieren – wie früher.

Die Trauer ist groß. In einer „öffentlichen Gruppe“ genannten „Chick Corea: A Listener’s Companion“-Raum im Fratzebuch genannten „Facebook“ teilt unter Monika Herzig am 11.2.2021 mit: „Seine Musik und sein kreativer Geist haben Millionen berührt und mein Leben verändert. Er schuf auf höchstem Niveau, immer mit Freude und Hoffnung. Es war ein absolutes Privileg, seine Musik und seine Karriere für mein Buch zu studieren, und es war ein noch größeres Privileg, ihn zu treffen und viele Konzerte zu hören. Wir haben einen absoluten Riesen verloren und er hinterlässt eine immense Leere. Früh in der Pandemie ging er jeden Tag von seinem Zuhause in Florida live und teilte seine Arbeit und Gedanken mit – jede Nacht war inspirierend und wir waren bereit für die 80 Geburtstagsfeier am 12. Juni. Diese Bilder sind von den 75 Geburtstagsfeier beim Blauen Notiz – ich durfte mit ihm über das kommende Buch berichten. Es ist ein trauriger Tag!“