Das „Mosa“als inneres Erlebnis und abgedrehte Verweigerungsnummer

Am Anfang stand Amerika – mit seinen Schundblättchen, Comics genannt. Und genau diese Schundblättchen zogen die Jugend magisch an. Was lag also in der DDR näher, als ein eigenes Comic zu produzieren. Natürlich weltweise und bar jeden Schunds, ein geschicktes Mittel im Kampf um die Manipulation in den Zonenhirnen.

Doch man hatte die Rechnung ohne Hannes Hegen gemacht. Dieser bekam nämlich den Auftrag ein solches Heft mit einem Team zu produzieren. Hegen und seine Mitstreiter hatten ihren eigenen Kopf. Aus der ursprünglichen Lachnummer zu Propagandazwecken entwickelte sich schnell ein intelligentes, spannendes und geschichtlich interessantes Heft, welches Millionen Jugendliche im Zonenland in seinen Bann zog.

Nun kann man die ganze vertrackte Story der Macher nachlesen. Ein feines, desillusionierendes Buch zur Geschichte des Mosa, das gerade deshalb in jeden Mosaschrank gehört.

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Mark Lehmstedt: Die geheime Geschichte der Digedags: Die Publikations- und Zensurgeschichte des "Mosaik" von Hannes Hegen, 400 Seiten, Lehmstedt Verlag, 2010, 24,90 Euro

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