Chinesischer Menschenrechtler Hu Jia nach Gefängnishaft wieder frei

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„Er ist wieder nach Hause – zu seinen Eltern und zu mir – zurückgekehrt“, zitiert die Nachrichtenagentur die Frau von Hu Jia, der sich selber noch nicht öffentlich äußern darf.

Hu Jia hatte im Jahr 2001 den Kampf um die Rechte der AIDS-Kranken aufgenommen, sich für HIV-Infizierte eingesetzt. Im Vorfeld der Olympischen Spiele 2008 in Peking hatte er sich öffentlich dagegen gewendet, dass die Olympiade in einem Land ausgetragen werden soll, wo die Menschenrechte missachtet würden. Im April 2008 war Hu Jia wegen „Aufwiegelung zu subversiver Tätigkeit gegen die Staatsmacht“ zu dreieinhalb Jahren Freiheitsentzug verurteilt worden. Menschenrechtler sahen die Verurteilung wegen „Anstiftung zur Untergrabung der Staatsgewalt“, wie die dpa schreibt, als Teil einer „Säuberungsaktion“ vor den Olympischen Spielen.

Im Dezember 2008 ehrte ihn das Europa-Parlament in Straßburg in Abwesenheit mit dem Sacharow-Preis für die Freiheit des Geistes, weil der Aktivist in einem Internetblog "Informationen über das Schicksal von Bürgerrechtlern gesammelt und die Korruption und das Versagen der kommunistischen Parteikader kritisiert" hatte, so dpa.

Im vorigen Jahr wurde Hu Jia für den Friedensnobelpreis nominiert, wie RIA Novosti informiert. Diesen hat dann jedoch ein anderer chinesischer Regimekritiker, Liu Xiaobo, erhalten, der zurzeit eine elfjährige Gefängnisstrafe abbüßt.

Mit Material von dpa, Reuters und RIA Novosti

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