Bitterer Nachgeschmack – Angelina Jolie kämpft als Geheimagentin „Salt“ auf DVD gegen überholte Feindbilder

Er glaube nicht an den Schwarzen Mann, sagt einer der Protagonisten in „Salt“. Anders Regisseur Phillip Noyce. In seinem Agententhriller geht das Gespenst des Kommunismus in den USA um. Im Kampf gegen alte Sowjet-Schurken kennt „Salt“ kein Erbarmen: „Sie haben mir alles genommen. Ich werde sie töten.“ CIA-Agent Peabody kann das nur unterstützen: „Mach sie fertig!“ Die ursprünglich männliche Titelrolle wurde eigens für Hauptdarstellerin Angelina Jolie umgeschrieben. Wie würde eine Frau handeln? Zum Beispiel mit ihrem Tanga eine Überwachungskamera ausschalten. Heiße Höschen im Kalten Krieg. Ob „Yellow Peril“ im koreanischen Folter-Camp oder „Red Menace“ aus Moskau, der patriotische Zweck heiligt die Mittel, wenn die Russen kommen: „Nützlich ist das neue sexy.“, weiß Winter. Superheld Captain America verblasst gegen „Salt“, die Millionen Moselms und den amerikanischen Präsidenten gleichzeitig rettet. Bevor die Hauptrolle auf Jolie zugeschnitten wurde, wurde Tom Cruise als favorisierter Titeldarsteller gehandelt. Dass statt seiner eine Darstellerin vom Format Angelina Jolies Noyce reaktionärem Actionvehicel unverdienten Glanz verleiht, stimmt bestenfalls trübsinnig. Als Last-Minute-Geschenk eignet sich die zwei Tage vor Heiligabend erscheinende DVD wenig. Es sei denn, man will den ungeliebten Verwandten die Bescherung gründlich versalzen.

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