Alter Schwede: der Finne hält famos – Arbeitssieg der Eisbären Berlin gegen Iserlohn Roosters

0
1292
In dieser Szene Petri Vehanen hui, Constantin Braun pfui.
Eisbären-Verteidiger Constantin Braun schaut nur noch zu, aber Petri Vehanen, der alte Finne im Tor der Berliner, kann klären. © 2017, Foto: Joachim Lenz, BU: Stefan Pribnow

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Das war ein ganz dicker Klops, den sich die Eisbären Berlin vor ihrem von Petri Vehanen gehüteten Tor bereits in der 1. Spielminute gegen die Iserlohn Roosters leisteten. Alter Schwede: der Finne hielt famos und am Ende den Arbeitssieg der Berliner fest.

Blake Parlett und Jens Baxmann standen zu diesem Zeitpunkt als Verteidiger auf dem Eis mit den Stürmern Daniel Fischbuch, Louis-Marc Aubry und Marcel Noebels, die noch nicht auf Betriebstemperatur zu sein schienen.

Nach 60 Minuten reichten die Klöpse aller Eisbären für eine ganze Gulaschkanone. Muss man deswegen von einem Wunder sprechen, dass sich diese Bären-Mannschaft nur einen Gegentreffer einfingen? Muss man wieder einmal den 40-jährigen Vehanen loben, der nicht nur hielt, was zu halten war, sondern auch die unmöglichsten Schüsse aufs Berliner Tor?

Viele Spiele, wenig Training

Dieses Mal lag es vor allem an der fehlenden Durchschlagskraft der Spieler vom Seilersee. Rob Daum und Jamie Bartman, die Betreuer der Sauerländer an der Bande, kommen leider nicht zum Trainieren und also dazu, ihre Spieler Schritt für Schritt besser zu machen, sie und die Mannschaft zu entwickeln.

Das ist kein Wunder bei „zehn Punktspielen in 22 Tagen“, wie Daum auf der anschließenden Pressekonferenz kritisierte, ohne die Schuldigen beim Namen zu nennen. Hauptsache die Spieler überstehen den kapitalistischen, profitorientierten Wahnsinn, der sie wie eine Zitrone ausquetscht, ohne folgenschwere Verletzungen.

Mathias Lange, Torwart der Roosters aus Iserlohn.
Gegen zwei Schlagschüsse war Mathias Lange im Tor der Iserlohn Roosters machtlos. © 2017, Foto: Joachim Lenz, BU: Stefan Pribnow

Eine Minute später die gleiche Situation, allerdings auf der anderen Seite. Mathias Lange im Tor der Roosters kann klären (2.). Gute Gelegenheiten für beide Mannschaften beinahe im Minutentakt. Nick Petersen spielt den Puck auf James Sheppard, doch der bringt ihn nicht an Lange vorbei ins Tor (3.). Erneut eine Großchance für die Gäste, aber dann das erlösende 1:0 für die Berliner.

Schlagschüsse

Vor 14.200 Zuschauern in ausverkaufter Halle trifft Jamie Mac­Queen aus halbrechter Position mit einem Schlagschuss (9.).

Zwar blieben die Berliner am Drücker, doch sie drückten auch die Strafbank. Erst erhält Micki DuPont zwei Strafminuten wegen Beinstellens (10.), dann Mark Olver wegen Haltens (12.). DuPont konnte nicht anders, er musste seinen Fehler beim Verteidigen ausbügeln und nachsetzen.

Jens Baxmann schafft es nicht, seinen Mann zu verteidigen, so dass Jason Jaspers aus kurzer Distanz ins Berliner Tor trifft (13.). Gut, die Roosters spielen in Überzahl, aber das Tor war billig.

Spätestens nach der nächsten Szene maulten manche Berliner über die Schiedsrichter Stephan Bauer und Michael Klein, die nicht nur Jack Combs wegen Stockschlags zwei Strafminuten gaben, sondern auch Thomas Oppenheimer, der sich ein wenig wehrte gegen Christopher Braun wehrte. Kinderkram eigentlich. Auch Braun musste in die Kühlbox (14.).

In Überzahlt hämmerte Parlett für die Eisbären mit einem Schlagschuss von gleicher Stelle das Spielgerät ins Gehäuser der Gäste zu erneuten Führung (15.).

Bis zur ersten Drittelpause gab es noch einen sehenswerten Angriff der Berliner mit anschließender Rudelbildung hinter Langes Tor zu sehen (15.) sowie einen starken Angriff der Gäste. Vehanen vereitelt den fälligen Ausgleich.

Zwei mittelmäßige Drittel und ein Schuss ins leere Tor

Das Mitteldrittel wurde von den Eisbären mittelmäßig begonnen und von Minute zu Minute schlechter geführt. Besonders zum Ende hin mehrten sich die Großchancen der Gäste (36., 38. und 39.), die schon zuvor im Minutentakt aufs Berliner Tor ballerten. Auf jeden Angriff der Sauerländer erfolgte ein Abschluss, also ein Torschuss. Doch beim Oldie-Goalie war Schluss mit Lustig und Leistungsvermögen der Roosters.

Torschütze Thomas Oppenheimer trifft zum 3:1-Sieg gegen Iserlohn Roosters.
Thomas Oppenheimer trifft zum 3:1-Sieg der Eisbären in der 60. Spielminute. © 2017, Foto: Joachim Lenz, BU: Stefan Pribnow

Dass auch im letzten Drittel beide Torsteher nicht mehr überwunden werden konnten, das wunderte nur wenige, die diese Begegnung aufmerksam verfolgten. Der Treffer von Oppenheimer nach Vorarbeit von Olver und MacQueen war ein Schuss ins nicht mehr gehütete Gästetor (60.). Daum beorderte zuvor Lange auf die Bank zugunsten eines weitere Angreifers (59.).

Das Resümee fällt hier und heute eindeutig aus: Vehanen spielte meisterlich, die Angreifer phasenweise gut, mitunter nur ausreichend, manchmal sogar mangelhaft, die Abwehr aber agierte über weite Strecken mittelmäßig. Einige Abwehrspieler zeigten allerlei Aussetzer.

Dass die Eisbären Berlin weiter am Spitzenduo aus München und Nürnberg dranbleiben, das liegt sowohl an den eigenen Stärken, aber auch an den Schwächen zu vieler Mannschaften in einer Liga, die in Europa keinesfalls konkurrenzfähig ist.

Fotoreportage

Mehr Bilder zum Spiel im der Fotoreportage: Zwei Aber-Hallo-Torhüter und ein 3:1-Sieg der Berliner Eisbären gegen die Iserlohn Roosters von Joachim Lenz.

Anzeige