Donnerstag, 04. Juni 2026
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Mafiose Bande verbrannte vier pakistanische Landarbeiter lebendig in einem Auto – Gewerkschaften entlarven Parallelnetzwerk

Die Farben der Flagge der Republik Italien. Quelle: Pixabay, Foto: Valter

Berlin, BRD (Weltexpress). Ein barbarisches Verbrechen erschüttert Italien. Wie „ANSA“ berichtete haben auf einem Landsitz der Cosenza Flying Squad  in Calabrien zwei  Pakistaner  vier Landarbeiter  bei einer Tankstelle bei lebendigem Leibe in ihrem Kleinbus Minivan verbrannt. Sie konnten von den Fahndungskräften umgehend festgenommen werden, weil das Video der Überwachungsanlage der Tankstelle zwei Personen, die Täter zeigte, die erst die eine, dann die andere der Türen eines Fahrzeugs von außen durch Druck mit den Armen blockieren, während vermutlich brennbare Flüssigkeit in die Heckklappe geworfen wurde. Einem fünften Opfer gelang es, durch die aufgeschlagene Seitentür zu entkommen. Wie die Regionale „Unione Sarde“ berichtete, sagte er aus, dass die Täter einer Bandengruppe angehören, die Migranten erpresst, ihnen Geld zu zahlen, was die Opfer nicht konnten oder verweigerten und deshalb umgebracht wurden. Gewerkschafter von CGIL über UIL bis zur USB haben eine lückenlose Aufklärung gefordert. Vorgehens gegen Bandenführer.

Die Landarbeitergewerkschaft Fai der CISL hat zu dem grausamen Mord ein  entschiedenes und kohärentes Vorgehen gegen  die Bandenführer gefordert. Der Tod von vier pakistanischen Arbeitern, die in Amendolara, Kalabrien, in einem Auto verbrannt wurden, stellt ein Ereignis von beispielloser Tragweite dar. Wir erwarten die notwendigen Aufklärungen von Justiz und Polizei, doch wie wir in diesen Stunden aus den Medien erfahren, scheint der Tatort einmal mehr von Ausbeutung und Bandenkriminalität geprägt zu sein. In diesem Zusammenhang fordert die FAI Cisl weiterhin ein entschiedenes und konsequentes Vorgehen sowie das notwendige gemeinsame Engagement von Institutionen, Unternehmen und Sozialpartnern, um Schwarzarbeit aufzudecken und Arbeiterinnen und Arbeiter zu ermutigen, Erpressung und Gewalt stets zu melden. Antonio Castellucci von FAI schrieb   auf der nationalen Facebook-Seite: „Es ist ein düsteres Bild für Tagelöhner. Neben den vielen legal operierenden Betrieben existiert ein Parallelnetzwerk, das Ausbeuter rekrutiert und sich mit dem organisierten Verbrechen verbündet. Ein erheblicher Teil der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte, insbesondere der Saisonarbeiter, wird weiterhin durch legale und bilaterale Kanäle marginalisiert und ist nach wie vor von Bandenkriminalität und Ausbeutung betroffen, wogegen die FAI täglich kämpft. In diesem Moment tiefer Trauer“, schließt Castellucci, „können wir nur dringend schnelle und klare Aufklärung fordern und den Familien der ermordeten Arbeiter die volle Solidarität und das Mitgefühl der Gewerkschaft aussprechen.“ Die vier im Gebiet von Cosenza Getöteten wurden von den  Bandenführern  bestraft, weil sie ihnen keine Lösegelder zahlen wollten, schrieb das kommuistische Magazin „Contropiano am 4 .Juni zu den bestialischen Morden. Sie wurden wie moderne Sklaven behandelt und lebten dort wie Sklaven. Den ganzen Tag mussten sie auf den Feldern von Scanzano (Matera) Erdbeeren pflücken. Die  Männer  wurden getötet, weil sie dagegen   protestiert hatten, dass  sie  seit über einen Monat keinen Lohn erhalten  und deshalb rebelliert hatten. Die beiden Verhafteten sind Drogenhändler und  gehören zur pakistanischen und  italienischen Mafia. „Die von Bandenführern verbrannten Arbeiter waren in der Gegend um Scanzano und an der ionischen Küste der Basilikata beschäftigt, einem Gebiet, in dem sich nicht nur das Netz der Illegalität zwischen lokalen kriminellen Organisationen und solchen in benachbarten Regionen befindet, sondern auch das der Drahtzieher, die ein regelrechtes organisiertes System zur Ausbeutung von Landarbeitern bilden.

Das linke Manifesto hatte erst kürzlich, am 23. März 2026, die Zustände in Borgo Mezzanone nahe Foggia in Apulien, wo 40 Prozent der italienischen Tomaten produziert werden, geschildert. Dort vegetieren 5,000 Menschen in Hütten ohne Wasser und hygienische Bedingungen. Mitten in der Nacht müssen sie aufstehen und bis spät abends 14/15 Stunden mit schmerzendem Rücken für ein paar Euro schuften. Im Winter schneidet die Kälte in die Haut, die Luft riecht nach verbranntem Plastik und Harz. Dutzende provisorische Mülltonnen brennen entlang der Feldwege, ausrangierte Möbel, Platten, Gummireste liefern etwas Wärme. Die Flammen lodern, als der Abend hereinbricht. Männer versammeln sich in kleinen Gruppen, reden kaum, starren ins Feuer. Giftiger Rauch dringt in die Lungen, setzt sich fest. Der Winter ist hier keine Jahreszeit: Er ist ein Urteil. Zeit für einen stillen Tod. Feuerschalen lodern in den Hütten, Gasflaschen explodieren, unsichtbares Kohlenmonoxid erstickt. Am Morgen klopft jemand an eine verschlossene Tür. Sie drängen sich hindurch, finden einen leblosen Körper. Der Krankenwagen kommt ohne Sirene. Die Hütte wird geleert, die wenigen Habseligkeiten verteilt. Am nächsten Tag bewohnt sie schon jemand anderes. Ein endloser Kreislauf. Gegen die Schmerzen nehmen Viele Tramadol: ein starkes Opioid, ein starkes Schmerzmittel, das Rückenschmerzen, Kälte und Erschöpfung für ein paar Stunden vertreibt. Doch das Mittel erzeugt Sucht: Die Substanz verspricht Linderung, stattdessen herrscht ein neuer, subtiler Meister über Zeit und Verstand.

In den engen Gassen, zwischen den Hütten, gibt es bunte Pillen, neue Substanzen vom Schwarzmarkt. Darunter »Blue Punisher«, das tödlichste Ecstasy Europas. Man kauft sich einen Moment der Flucht, die Illusion, woanders zu sein, anders zu sein – einen flüchtigen Atemzug außerhalb der gnadenlosen Realität. Doch der Preis dafür kann ein Zusammenbruch sein, eine Reise ohne Wiederkehr. Und wenn es passiert, ist es nur eine weitere Leiche, die fortgetragen wird.

Doch es wird nicht widerstandslos hingenommen. Ivan Sagnet ein Migrant aus Kamrun hat eine Stiftung gegründet, die gegen die Ausbeutung in der Landwirtschaft vorgeht und entlarvt auf der Webseite seiner Organisation NoCap das Sklavendasein der ausländischen Landarbeiter und ihren Widerstand dagegen. Er berichtet, wie er in die Fänge eines Caparole geriet. Caparole ist der Name für einen Rang beim Militär. In Italien meint man aber damit  Arbeitsvermittler, die den Landwirten billige Arbeitskräfte besorgen und daran ordentlich verdienen. Der Caparole zahlte mir für jede Kiste à 300 Kilo 3,50 Euro. Fünf Kisten schaffte er an einem Tag. „Das waren rund 20 Euro für 14 Stunden Arbeit. Davon wurden noch fünf Euro für den Transport zum Arbeitsplatz abgezogen und 3,50 Euro für das Brot, das wir zum Essen erhielten. Gegen diese Sklavenarbeit organisierte er einen Streik, welcher eineinhalb Monate dauerte. Er brachte das Thema in die Öffentlichkeit und entlarvte, dass zu den Schuldigen auch die großen Lebensmittelunternehmen ‚‚Coop, Auchan, Carrefour und Lidl gehören, denn sie entscheiden am Ende über die Preise für die Produkte“, so Yvan auf  NoCap.

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