Montag, 11. Mai 2026
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Schön schräg oder „Eddington“ statt Paddington – Eine Politsatire von Ari Aster und anderen über Verdummte dieser Erde, die hinter die Kakteen gescheucht werden

© LEONINE Studios

Berlin, BRD (Weltexpress). Wer schön schräge Filme mag, vor allem solche, die mit schwarzem Humor gewürzt sind und irgendwo im Nirgendwo des Westens der VSA spielen, so daß sie immer noch als Western durchgehen, der sollte sich einen Abend mit Bourbon gönnen, aber nicht Paddington sehen, also den Bären, sondern Joaquin Phoenix als Joe Cross in „Eddington“.

Für die VS-Produktion hat Ari Aster, der sowohl die Regie führte als auch das Drehbuch schrieb, zudem war er neben Lars Knudsen einer von zwei Produzenten des Films, keine Prise Humor in Schwarz genommen, sondern Komödie und Tragödie apart zu einem Western gerührt, den die einen mit dem Zusatz Horror versehen und die anderen mit dem Aufkleber Terror.

Plakat zum Film „Eddington“.
© LEONINE Studios

Allerdings ist das Werk von Ari Aster und anderen auch ein sozialkritischer Film, ja, Gesellschaftskritik und Politsatire, allerdings auf eine abenteuerliche Art und wahnsinnige Weise.

Die Geschichte spielt in einer Kaff genannten Kleinstadt namens Eddington vor dem Hintergrund repressiver Maßnahmen im Zusammenhang mit dem bekannten Biowaffenangriff, der bei den Verdummten dieser Erde unter der Karteikarte Corona-Pandemie abgeheftet und archiviert wird, obwohl die Zustände, die der Aufstände wert wären, noch nicht vorbei sind. Die Verdummten dieser Erde wurden nicht nur in permanenter Penetranz hinter die Fichte geführt, in Eddington, das Kaff liegt im VS-Bundesstaat New Mexico, werden der Plebs und Pöbel und die Psychos hinter die Kakteen gescheucht und ein Penner aus einem Pub.

Bürgermeister Ted Garcia (gespiel von Pedro Pascal), ein Aftergänger wie er im Buche steht, will die Ordnung aufrechterhalten und Befehle durchsetzen. Lockdown, Abstandspflicht, Maskenpflicht, Spritzenpflicht… Sheriff Joe Cross (gespielt von Joaquin Pheonix), ein Mann der an Maßnahmen und Masken zweifelt und an seiner Ehefrau Louis (gespielt von Emma Stone) hängt, die eine Psychotante ist, die nicht alle Tassen im Schrank hat und mit Dawn (gespielt von Deirdre O’Connell) eine verschwörungsgläubige Mutter in die Ehe gebracht hat, macht nicht nur nicht mit, sondern mobil. Kurzerhand ernennt er seine Deputys Guy (gespielt von Luke Grimes) und Michael (gespielt von Micheal Ward) zum Wahlkampfteam. Polizei und Politik aus einem Guß.

Während die einen um den Sieg bei einer Kleinstadtwahl kämpfen und die anderen für Schwarze, der Leben zählen (Black Lives Matter), laden Louise und Dawn Sektenführer Vernon Jefferson Peak zum Abendessen ein.

Die fragile Ordnung am Rande der Anomie wird extrem erschüttert. Devianz wandelt sich in Gewalt. Masken verdecken Gesichter, Angst regiert den Alltag. Sheriff Joe Cross und der Bürgermeister Ted Garcia treiben einen Wahlkampf wie manche Männer es mit ihren Frauen. Das zerreißt nicht nur Herzen und Hirne, sondern Freundschaften und Familien. Die Stadt wird gespalten. Demos und Demolition. Ausnahmezustand und Agonie!

In diesem Kaff voller Narren geraten die Töne und Taten außer Kontrolle. Es kommt nicht nur zu Kontrollverlusten, sondern auch zu Körperverletzungen. Erst knallen Ohrfeigen, dann Schüsse. Sheriff Joe Cross einen Obdachlosen, den Bürgermeister und dessen Sohn. Der Obdachlose wird von Joe in einem Fluß entsorgt und der Mord am Bürgermeister und dessen Bub von ihm der Antifa untergeschoben. Doch nicht alles scheint sich unter den Teppichkehren zu lassen und dann landet auch noch ein Privatjet mit Terroristen in Eddington.

Liebe, Sex und Zärtlichkeit sowie Macht und Herrschaft geraten außer Rand und Band. Alles läuft aus dem Ruder und auf Abgrund zu.

Das hochkarätiges Ensemble um Joaquin Phoenix („Joker“, „Beau is Afraid“), Pedro Pascal („The Last of Us“, „Narcos“), Emma Stone („Poor Things“, „La La Land“) und Austin Butler („Elvis“, „Dune: Part Two“) bringt kann sich sehenlassen bei diesem beinahe Dokumentarfilm über eine Gesellschaft in Anomie und Devianz in einem Staat des Kapitals, der ein Terror- und Kriegsstaat ist.

Filmographische Angaben

  • Titel: Eddington
  • Produktionsstaat: VSA
  • Erscheinungsjahr: 2025
  • Regie: Ari Aster
  • Drehbuch: Ari Aster
  • Produktion: Ari Aster, Lars Knudsen
  • Musik: Bobby Krlic, Daniel Pemberton
  • Kamera: Darius Khondji
  • Schnitt: Lucia Johnston
  • Darsteller: Pedro Pascal (Ted Garcia), Joaquin Phoenix (Joe Cross), Emma Stone (Louise Cross), Austin Butler (Vernon Jefferson), Peak Deirdre O’Connell (Dawn), Luke Grimes (Guy, Clifton Collins Jr. (Lodge), Amélie Hoeferle (Sarah), Micheal Ward (Michael), William Belleau (Officer Butterfly Jimenez), Cameron Mann (Brian), Matt Gomez Hidaka (Eric), Garcia Rachel de la Torre (Paula), Russell C. Gibbs (Dad)
  • Länge: 145 Minuten
  • Altersfreigabe: FSK 16
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