
Berlin, BRD (Weltexpress). „Wo wollt ihr im Sommer hin?! Nach Finnland?! Aber da ist es doch kalt, und dann die vielen Mücken!“ So heißt im Vorwort des jüngsten und 25. Buches des Stralsunder Autors, Schifffahrts- und Reisejournalisten Dr. Peer Schmidt-Walther. Er hat es gemeinsam mit seiner Frau Rosemarie geschrieben. Die ehemalige „Seeigel“-Kabarettistin und Innenarchitektin, die unter ihrem Mädchennamen Erdmann noch vielen Stralsundern bekannt sein dürfte, hat bereits sechs Bücher verfasst.
Jetzt geht es um Finnland, das die beiden seit Jahrzehnten jeden Sommer bereisen. Sie erleben immer wieder ungläubiges Staunen, wenn sie erklären müssen, dass das kontinentale Klima warme Sommer – wie gerade 2025 erlebt – beschert, und Mücken auch nicht unbedingt häufiger als bei uns umherschwirren. Dass es fast bis Mitternacht noch hell ist und in den Wäldern Beeren und Pilze zum Pflücken und Sammeln einladen, schwärmen sie – und dass die Landschaft mit ihren Seen und Wäldern überwältigend ist. Ganz zu schweigen von der Stille und Abgeschiedenheit. Ein Land mit einer Fläche fast so groß wie Deutschland, aber nur fünfeinhalb Millionen Einwohnern, etwas mehr als Berlin.
Na klar, meinen sie, kann es auch mal kühl und regnerisch sein und auf dem See in Nähe der Hütte plötzlich ein Boot entlang tuckert. Auch klar, dass man sich erst auf eine Zeit in der Einsamkeit nicht nur mit der Hütte, sondern auch mit den eigenen Ansprüchen arrangierten muss. Aber dann werde man schnell süchtig – nach Finnland.
Wie war eigentlich Schmidt-Walthers erste Begegnung mit diesem Land? Das Thermometer zeigte minus 25 Grad an, als er sich per Frachter 1965 der Westküste näherte. Nach drei Tagen wurde das Blau der Ostsee von einer eisigen weißen Decke abgelöst. Zwei Farben, die für Finnland und seine Nationalflagge stehen.
Wäre es tatsächlich so, wie viele Unwissende annehmen, hätte er seine Frau niemals nach Norden locken können, allenfalls ein- oder zweimal – dann aber nie wieder. Nach dreißig gemeinsamen Ferienhaus-Sommern ist sie, die dadurch auch zu Geschichten und Zeichnungen animiert wurde, Finnland-Fan geworden.
Bei Peer Schmidt-Walther sind es berufsbedingt durch Seefahrt, Marine und Reisejournalismus schon zwanzig Jahre mehr – und das zu jeder Jahreszeit.
Nächste Frage: Wie man am besten hinkommt? Da gebe es mehrere Möglichkeiten.
Am bequemsten und stressfrei gehe es auf direktem Wasserweg. Wie fast alles auf diese Weise dorthin kommt oder geht. In großen Mengen das finnische „Gold“: Holzprodukte jeder Art. Wasser ist – neben unendlichen Wäldern und Milliarden Jahre altem Fels – das beherrschende Element von Suomi, wie das Land auf Finnisch heißt. Manche, die es nicht besser wissen, benennen es mit dem Zusatz „der tausend Seen“. Erbsenzähler oder Statistiker kommen auf 187.888. Das sind zehn Prozent der skandinavischen Feriendestination, die mit Wasser bedeckt sind. Darum steht dieses Element auch im Mittelpunkt dieses Buches. Auch wegen der großen finnischen Seefahrts-Tradition, die bis tief ins Landesinnere reicht.
Der beliebteste Weg führt – mit täglicher FINNLINES-Abfahrt – von Lübeck-Travemünde nach Helsinki. Während der 620 Seemeilen langen, 31-stündigen Überfahrt beginnt schon der Urlaub. Statt Straßenstress Entspannung beim Genuss von finnischen Spezialitäten oder in der Sauna. Also, auf nach Norden! oder finnisch „Suunta pohjoiseen!“ an die weiten Seen und in die einsamen Wälder Finnlands!
Bibliographische Angaben:
Rosemarie u. Peer Schmidt-Walther, Finnische See(n)fahrt, 144 Seiten, Sprache: Deutsch, zahlreiche farbige Photographien, Reihe: Oceaneum-Spezial, Marke: Oceaneum-Verlag, Verlag Tobias Gerken GmbH, Bremen, 1. Auflage 2026, ISBN: 978-3-86927-625-0, Preis: 17,90 EUR (Deutschland)
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