Die wunderbare Weltanschauung des Ted Simon

© Delius Klasing

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Wenn Journalisten geerdet sind und mit beiden Beinen mitten im Leben stehen, dann ist das in der Regel nicht das Schlechteste. Wenn sich zur buchstäblich bodenständigen Begrifflichkeit eines geerdeten Journalisten jedoch noch eine wunderbare Weltanschauung gesellt dann ist dies das Beste, was einem Journalisten widerfahren kann.

Der 1931 als Sohn einer deutschen Kommunistin und eines rumänischen Juden in Deutschland geboren Ted Simon hat sich sogar bewußt dafür entschieden. Er hat sein Wissen über die Welt gemehrt und dürfte schon auf seiner ersten Reise um die Erde, zu der er 1973 aufbrach, Weisheit so selber gelehrt haben. Diesen, seinen Triumphzug unternahm Simon auf einem Motorrad der Marke Triumph, einer Tiger 100 vom Hersteller Triumph Motorcycles Limited aus dem englischen Hinckley.

Statt nur mit dem Finger über die Landkarte zu fahren, fuhr Simon durch 45 Länder dieser Erde und legte aut Wikipedia dabei 125 000 Kilometer zurück, während die Jugend der Welt heute den Finger beim Surfen im Weltnetz auf der Maus hält. Die Welt wahrlich mit Haut und Haaren zu erleben, das ist eine Erfahrungserkenntnis von höchster Basis aus um über diese als Journalist zu berichten.

Weil wir das Rad nicht ein zweites Mal erfinden wollen, zitieren wir jetzt aus dem Waschzettel des Verlags Delius Klasing in Bielefeld: „Jupiters Reisen“ ist der im Delius Klasing Verlag erschienene Bildband zu den weltweiten Reisen des sensiblen Draufgängers Ted Simon. Zweimal hat er mit seinem Motorrad die Welt mit all ihren Gesichtern, Kulturen und Landschaften erobert. Das erste Mal 1973 …; daraus entstand das Buch „Jupiters Fahrt“. Das zweite Mal dann 2001 mit einer BMW durch diesmal 48 Länder, zweieinhalb Jahre lang rund um den Globus, und das mit über 70. Und ein neues Buch: „Jupiters Träume“.

Diese beiden sehr erfolgreichen Reiseberichte enthielten keine Fotos. Darum nun „Jupiters Reisen“ als ein Bildband, der die abenteuerliche Erkundung der Welt anschaulich macht. Er sei kein Fotograf, sagt Ted Simon von sich. Dem mag so sein. Doch seine Bilder sind ganz großartige Fotografien. Sie tauchen ein in die phantastischen Landschaften Afrikas und Asiens, Amerikas und Australiens. Sie vermitteln Begegnungen mit Männern und Frauen, die so ganz anders aussehen, anderen Moden und Regeln folgen und dabei doch genauso lachen wie wir. Sie zeigen die Vielfalt von Kulturen, die es heute vielleicht schon gar nicht mehr gibt, in Ländern, in die man inzwischen nicht mehr fahren kann: Sudan, Afghanistan…

Dieser Bildband will Jupiters Reisen nicht dokumentieren. Viel Material ist dem Globetrotter unterwegs verlorengegangen, anderes wurde von Polizisten beschlagnahmt. Dieser Bildband legt vielmehr Zeugnis ab: von der Schönheit der Erde, von der Buntheit der Menschen, von der unaufdringlichen Aufmerksamkeit, mit der Ted Simon ihnen begegnet. Und es zeigt eine Welt im Verschwinden. Globalisierung, das heißt auch Nivellierung. Ted Simon führt uns schwelgerisch vor Augen, was wir verlieren können, wenn wir immer nur gewinnen wollen.“

Schauen Sie sich den Bildband „Jupiters Reisen“ an und betrachten Sie die die wunderbare Weltanschauung des Ted Simon. Ich bin sicher: Sie wollen danach die beiden Bücher „Jupiters Fahrt“ und „Jupiters Träume“ lesen.

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Ted Simon: Jupiters Reisen, Der Bildband zu „Jupiters Fahrt“ und „Jupiters Träume“, 1. Auflage, 240 Seiten, 295 farbige Fotos und 47 S/W-Fotos, Format 23,9 x 27,3 cm, gebunden mit Schutzumschlag, Delius Klasing Verlag, Bielefeld 2014, ISBN 978-3-7688-5367-5, Preise: € 29,90 (D), € 30,80 (A), sFr 40,90 (CH)

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