US-Raketenabwehrsysteme denen Chinas und Russlands nicht gewachsen sind

Pentagon. Quelle: Pixabay, Foto: D W

Berlin, BRD (Weltexpress). In einer Analyse der US-Raketenabwehrsysteme gibt das kommunistische Magazin „Contropiano“ am 30. September 2025 Einschätzungen von US-Generälen wider, dass die USA seit Jahren mit den neuesten Raketenentwicklungen Chinas und Russlands  nicht Schritt gehalten haben. Die bodengestützten Raketenabwehrsysteme der USA in Alaska und Kalifornien hätten fast die Hälfte ihrer Tests nicht bestanden. Moskau und Peking verfügten dagegen über Hunderte Interkontinentalraketen sowie Tausende Marschflugkörper, die Land zwischen New York und Los Angeles treffen können. Im Falle eines Konflikts, möglicherweise im Zusammenhang mit einer Invasion Taiwans, könnten chinesische Raketen den Luftwaffenstützpunkt Edwards in Kalifornien treffen.

Deshalb wolle Trump heute  Ronald Reagans Star Wars-Traum  aus den 1980er Jahren verwirklichen: einen „Weltraumschirm“, der die Vereinigten Staaten von Amerika vor der großen Angst vor einem Raketenangriff ihrer Feinde schützen würde: Iran, Nordkorea, China oder Russland.

Es geht um Raumfahrtabwehrsystems namens Golden Dome, um Laserstrahlen, die von Satelliten abgefeuert werden. Und weitere „Wachsatelliten“, die den US-Luftraum überwachen, sowie Raketenabwehrbatterien, die rund um die Uhr in Alarmbereitschaft sind. Donald Trumps Golden Dome Shield solle eine Revolution für das US-Verteidigungssystem bedeuten. Aber es könnte auch den Beginn eines neuen Kalten Krieges markieren, diesmal im Orbit.

Das pharaonische Weltraumabwehrsystem des US-Präsidenten spalte jedoch das Land: Es gibt Streit um ein 175 Milliarden-Dollar Budget, das, wie Trump Mitte Mai aus den Hangars des Luftwaffenstützpunkts Al Udeid in der Wüste Katars verkündete, „unser Heimatland schützen wird“,  und heftige Kritik an der militärischen Wirksamkeit dieses Arsenals. Trump hielt dagegen und fügte auf dem Nato-Gipfel in Den Haag hinzu: „Wir werden das beste System haben, das je gebaut wurde.“ Die Goldene Kuppel werde Raketen abfangen, „selbst wenn sie vom anderen Ende der Welt abgefeuert werden“ und sogar aus dem Weltraum.

Neben dem Programm durch seinen Vorgänger wird der Golden Dome auch von einer weiteren Quelle inspiriert: dem Iron Dome, Israels Schutzschild, der – trotz Zweifeln an seiner tatsächlichen Wirksamkeit Raketen und Flugkörper aus dem Iran und pro-iranischen Stellvertretermilizen abgefangen hat. Laut Jeffrey Lewis, Verteidigungsexperte am kalifornischen Middlebury Institute, gebe es dabei einen Unterschied zwischen dem Iron Dome und Trumps Vorschlag wie zwischen „einem Kajak (dem Iron Dome) und einem Schlachtschiff (dem Golden Dome)“.

Der Golden Dome Shield soll mithilfe einer Konstellation aus Hunderten von Satelliten sowie hochentwickelten Sensoren und Abfangraketen ankommende feindliche Raketen sogar unmittelbar nach dem Start und bevor sie die Vereinigten Staaten erreichen, neutralisieren. Wenn China eines Tages, eine Rakete auf die USA abfeuere, würden dank des Golden Dome amerikanische Satelliten die Lichtspuren der Rakete registrieren. Und während sich die Rakete noch in der Startphase befindet, würde einer der Abfangjäger einen Laser oder eine alternative Munition abfeuern, um die Rakete zu zünden und die Bedrohung zu beseitigen.

Das neue Verteidigungssystem soll sich über Land, See und Weltraum erstrecken. Es soll zur Neutralisierung einer breiten Palette von Bedrohungen der nächsten Generation aus der Luft eingesetzt werden, darunter Marschflugkörper, ballistische Raketen und Hyperschallraketen. Insbesondere Letztere sind aufgrund ihrer hohen Manövrierfähigkeit am schwierigsten zu besiegen. 

Der Golden Dome soll Raketen in allen vier Phasen eines möglichen Angriffs stoppen: Erkennung und Zerstörung vor einem Angriff, frühzeitiges Abfangen, Blockieren im Flug und Blockieren während des Sinkflugs auf ein Ziel. Dies wird durch eine Flotte von Überwachungssatelliten und ein separates Netzwerk von Angriffssatelliten erreicht. Der Golden Dome wird auch  Systeme zur fraktionalen orbitalen Bombardierung  (FOB) stoppen, die Sprengköpfe aus dem Weltraum abfeuern können.

In einer ausführlichen Analyse im Magazin „Defense News“ erklärten die Experten Chuck de Caro und John Warden jedoch, dass die USA sich heute in einer ähnlichen Situation wie in Korea im Oktober 1950 befinden könnten. Obwohl Präsident Donald Trump mit Initiativen wie den F-47 und B-21 Raidern bis hin zum Versprechen eines Luft- und Raumfahrtabwehrsystems namens Golden Dome große Anstrengungen unternimmt, die nationale Sicherheit der USA zu stärken, sind diese Systeme noch nicht einsatzbereit“, während „China unter der Führung von Präsident Xi Jinping seine Angriffskraft stetig ausgebaut hat“.

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