Spaltung der kommunistischen Bewegung Italiens hält an – Mitglieder des PCI haben die Partei verlassen – Bei Regionalwahlen Aufschwung in linken Listen

Quelle: Pixabay, Foto: Kerstin Riemer

Berlin, BRD (Weltexpress). Das Zentralkomitee der Partito Comunista Italiano (PCI) unter Leitung seines Sekretärs Mauro Alberosi hat das Verlassen einiger Mitglieder der Partei  am 11. Januar 2026 als Versuch verurteilt, die Parteistrukturen zu schwächen und die Führung zu diffamieren, berichtet das kommunistische Magazin Contropiano am 16. Januar 2026. Der an das ZK gerichtete Aufruf „Lasst uns den PCI verlassen“ wurde gleichzeitig über soziale Medien veröffentlicht, ohne sich an einer Diskussion über die vom jüngsten 3. Nationalkongress festgelegte politischen Linie, die nahezu einstimmig, auch von den Unterzeichnern, gebilligt worden war, zu beteiligen. Jetzt wird behauptet, die gegenwärtige Führung habe eine der Säulen der im konstituierenden Prozess festgelegten Linie aufgegeben, nämlich das Streben nach kommunistischer Einheit und den Dialog mit den vielen im Land vorhandenen kommunistischen Gruppen, was die Partei letztendlich isoliert habe. Das genaue Gegenteil sei der Fall, hießt es in der Erklärung, die die unzähligen gemeinsamen Initiativen zum Krieg, zu Palästina, zu der marktwirtschaftlichen Politik der EU und der Regierung und schließlich das Engagement bei den Kommunalwahlen, bei denen die Partei in den letzten Monaten Seite an Seite mit anderen kommunistischen und klassenbasierten Linksparteien teilgenommen hat, anführt und betont, dass das ganz im Sinne dessen geschah, was auf dem letzten Kongress beschlossen und bekräftigt wurde. Eine Parteikonferenz im März werde sich mit den Fragen befassen.

Die PCI ist eine der vier KPs, in die die Kommunisten Italiens gespalten sind. Das sind:

Die Partito della Rifondazione Comunista (PRC), die im Dezember 1991 von Mitgliedern, die die Umwandlung des von Antonio Gramsci 1921 gegründete Partito Comunista Italiano (PCI) in den Partito Democràtico della Sinistra (PDS) im Januar 1991 nicht mitgemacht hatten, als Nachfolger gegründet wurde. Von einst rund 130 000 Mitglieder bei der Gründung sind heute nur noch ca. 10 000 geblieben. Bei den Parlamentswahlen, zu denen sie bis 2006 eigenständig antrat, erhielt sie zwischen 5 % und 8,5 % der Stimmen. Zu den Wahlen 2008 trat sie mit dem PdCI, den Verdi (Grünen) und verschiedenen Linken in einem Bündnis Sinistra Arco Baleno (Regenbogen-Linke) an und fiel mit 3,1 % unter die Sperrklausel von 4 %. Die Partei war Gründungsmitglied der Europäischen Linkspartei (EL) und stellte mit Paolo Ferrero seit 2016 deren Vize-Vorsitzenden. Parteivorsitzender ist seit 2017 Maurizio Acerbo.

1998 spaltete sich eine Gruppe von der PRC ab und bildete die Partito Comunista d’Italia (PdCI), die 2016 zur Betonung ihrer kommunistischen Identität und als Bekenntnis zum Erbe Gramcsis den Namen des von diesem gegründeten PCI annahm und wieder Hammer und Sichel ins Logo nahm. Vorsitzender der auf etwa zehn- bis fünfzehntausend Mitglieder geschätzten Partei ist seither Mauro Alboresi.

2006 trennte sich eine Gruppe Progetto Comunista von der PRC und bildete unter Marco Ferrando die Kommunistische Arbeiterpartei – Partito Comunista dei Lavoratori (PCL. Der Philosophieprofessor Ferrando war Mitglied der Leitung der trotzkistischen IV. Internationale. In der Zeitung „Manifèsto“ betonte er am 12.6.2007den »nicht unbedingt trotzkistischen Charakter seiner Partei«, die für »eine antikapitalistische, politisch und organisatorisch unabhängige Linke«, die eine »massive Dosis Sozialismus« einschließen müsse, eintrete.

2014 formierte der FIAT-Arbeiter Marco Rizzo eine weitere Kommunistische Partei (PC) , die wie die anderen genannten KPs Hammer und Sichel ins Logo nahm. Rizzo war Mitglied der 1991 aufgelösten PCI gewesen, hatte danach zu den Gründern der PRC gehört, diese Partei 1998 verlassen und die PdCI mitgegründet. Seit 2023 ist Alberto Lombardo Generalsekretärs des PC.

Ausgenommen die PCL unterhalten die PRC, die PCI und die PC auf regionaler Ebene Kontakte und zu den Regionalwahlen im November 2025 traten Kommunisten von PCI und PRC mit der Linkspartei Potere al Popolo (Die Macht dem Volke) und weiteren Linken in Kampanien auf einer Liste unter Campania Popolare und in Apulien als Puglia Pacifista e Popolare an, um der unternehmerfreundlichen Politik der Sozialdemokraten ein Ende zu bereiten. In Apulien kam das Bündnis auf 0,5 %, in Kampanien lag sie mit 2,5 % nur 0,5 % unter der Sperrklausel, was als ein „Achtungserfolg“ gesehen wurde.

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