
Berlin, BRD (Weltexpress). Die Schockwelle, die durch eine Meldung es „Corriere della Sera“, Italien habe US-Bombern die Landung auf ihrem Militärstüzpunkt Sigonella auf Sizilien auf ihrem Weg in den Iran verweigert, ausgelöst wurde, scheint sich bereits gelegt zu haben, schreibt das kommunistische Magazin „Contropiano“ am 1. April 2026. Verteidigungsminister Crosetto habe sie bereits gestern Mittag mit einem Beitrag auf X entschärft. Auf Anfrage von „La Repubblica“, erklärte das Pentagon zu Sigonella: „Das US-Europakommando empfängt regelmäßig US-Militärflugzeuge (und zugehöriges Personal) auf der Durchreise, in Übereinstimmung mit Zugangs-, Bereitstellungs- und Überflugabkommen mit Verbündeten und Partnern. Angesichts der operativen Sicherheit der US-Ressourcen und des Personals können wir zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Details bekanntgeben.“
„La Repubblica“ schreibt, dass das Pentagon zwei Stunden und 14 Minuten nach dieser Erklärung, jedoch unaufgefordert, eine weitere Mitteilung hinzufügte: „Italien leistet derzeit Unterstützung und garantiert den amerikanischen Streitkräften Zugang, Stationierung und Überflugrechte.“
In den folgenden zwei Stunden fanden vermutlich Kontakte und Klärungen zwischen der italienischen und der US-amerikanischen Regierung statt, die Italien zum Einlenken veranlassten und grünes Licht für die Nutzung der Militärbasen auf italienischem Boden gaben. Alles war wie zuvor, alles war, wie es immer sein sollte, alles war, wie es in diesen Kriegszeiten nicht mehr sein sollte.
Die Vereinbarungen über die Nutzung von Militärbasen sind das Ergebnis bilateraler Verträge, die zwischen Italien und den USA in den Jahren 1951 und 1954 unterzeichnet und 1995 mit dem „Shell-Abkommen“ erneuert wurden. Sie sind jedoch größtenteils noch immer geheim und räumen den US-Streitkräften praktisch unbegrenzte Entscheidungs- und Ermessensspielräume ein.
Die Vereinigten Staaten unterhalten in Italien acht Hauptmilitärstützpunkte sowie rund hundert kleinere Einrichtungen, von denen mindestens zwanzig „reserviert“ sind.
Die Liste der Flughäfen, Häfen, Logistikzentren und Radarstationen der neuesten Generation in ganz Italien, die von den Vereinigten Staaten genutzt werden, ist in der Tat lang.
Es gibt zwei Luftwaffenstützpunkte, Aviano und Sigonella, sowie den Flughafen Ghedi. Insbesondere in Aviano und Ghedi sind auch US-amerikanische Atomsprengköpfe stationiert.
Es gibt zwei Häfen, Neapel und Gaeta – wo sich das Kommando der US VI Flotte befindet.
Hinzu kommen die beiden Stützpunkte Camp Darby in der Toskana, das größte militärische Logistikzentrum für US-Waffen und Munition in Europa, und Camp Ederle in Vicenza, das Hauptquartier einer operativen Einheit wie der 73. US-Luftlandebrigade.
Schließlich gibt es in ganz Italien mehrere strategische Einrichtungen, insbesondere für die Kommunikation. Die bekannteste ist MUOS in Niscemi, Sizilien.
In den letzten Jahren wurde der Stützpunkt Aviano mehrfach für Militäroperationen in Libyen, Irak, Afghanistan und Kosovo genutzt.
In Italien befinden sich etwa 34.000 US-amerikanische Militärangehörige. Davon sind 13.000 auf Militärstützpunkten stationiert und etwa 21.000 dienen in der Sechsten Flotte, die aus etwa vierzig Schiffen und 175 Kampf- und Transportflugzeugen besteht.
Angesichts all dieser Einflüsse auf unser Territorium ist das Risiko, dass Italien tief in US-Kriege hineingezogen wird, extrem hoch, ja geradezu offensichtlich. Hinzu kommt, dass die Genehmigung des Parlaments für die Nutzung dieser Militärbasen durch die USA aufgrund ihrer angeblichen Bedürfnisse in den bilateralen Verträgen, die Italien über Jahrzehnte geschlossen hat, keineswegs verankert ist. Stattdessen entscheidet die Regierung, ob eine der beiden Kammern einbezogen wird oder nicht.
Das Parlament sah sich oft mit vollendeten Tatsachen konfrontiert und das Land befand sich im Krieg (siehe Jugoslawien 1999), noch bevor es sich dessen bewusst war.
Das Problem ist, dass seit Jahrzehnten keine Regierung unter irgendwelchen Umständen jemals diese schwere Last für das Land oder seine Unterwürfigkeit gegenüber den Vereinigten Staaten und der NATO in Frage gestellt hat.
Angesichts der Kriegsgefahr und der Beteiligung Italiens an immer umfassenderen Konflikten ist es an der Zeit, die Frage der Entfernung der US-Militärbasen (und Atomwaffen) sowie die Infragestellung internationaler Verträge mit Nachdruck auf die Tagesordnung zu setzen.
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