
Berlin, BRD (Weltexpress). Bei den Regionalwahlen in den Marken am Sonntag und Montag ist der bisher amtierende Regionalpräsident Francesco Acquaroli von der faschistischen Partei Brüder Italiens (FdI) mit 52,4 Prozent im Amt bestätigt worden. Der Kandidat von Mitte Links, der Sozialdemokrat des PD, Matteo Ricci, kam auf 44,4 Prozent.
Obwohl nur 1,5 der rund 60 Millionen Wahlberechtigten beteiligt waren, gilt das Ergebnis als Auftrieb für Meloni, die 2027 zur Wiederwahl antritt. Nach Meinungsumfragen ist die Zustimmung zu ihrer faschistischen Koalition, die seit 2022 in Rom regiert, ungebrochen: Ihre FdI liegt mit 30 Prozent sogar über jenen 26 Prozent, die sie 2022 einfuhr. Ihre Regierungspartner – die Lega unter Matteo Salvini und die Forza Italia (FI) Antonio Tajanis – liegen stabil bei sieben bzw. neun %. Die Wahlbeteiligung sank von 59,7 % 2022 auf etwa 50 % ab.
Die Marken waren bis 2022 lange Jahre eine Hochburg des sozialdemokratischen Partito Democratico (PD) und die Differenz von acht Prozent ist eine schwere Niederlage für die Linke Mitte, in der der PD von Oppositionsführerin Elena Schlein mit 22 % abgeschlagen auf Platz zwei landete. Das umso mehr, als Schlein die Wahl zu einem nationalen Test stilisiert hatte, zu einem Signal für die 2027 erhoffte Rückeroberung der Macht in Rom. Nicht weniger als siebenmal war sie im Wahlkampf in den Marken zur Unterstützung ihres Bewerbers Ricci aufgetreten. Es hatte auch nichts genutzt, dass es ihr gelang, eine breite Allianz zu schmieden, die ihren PD, die Fünf-Sterne-Bewegung (M5S) des früheren Premiers Giuseppe Conte sowie das Bündnis Verdi- Sinistra – Grüne Linke (AVS) umfasste. Auch dass Conte die weitere finanzielle Unterstützung der Ukraine als auch Waffenlieferungen ablehnte und die Wiedereinführung des von Meloni abgeschafften Bürgereinkommen forderte. Schlein tritt für eine stärkere Linksausrichtung ihrer PD ein, was auf Widerstand der Rechten in den eigenen Reihen stößt. Das könnte auch dazu beigetragen haben, dass deren Anhänger nicht für Ricci stimmten.
Die Marken waren die erste von insgesamt sechs Regionen, in denen dieses Jahr gewählt wird. Davon werden Venetien und Kalabrien von Melonis Bündnis regiert, während Toskana, Kampanien Apulien in den Händen von Mitte Links liegt. Insgesamt werden derzeit 14 der 20 Regionen von der Koalition Melonis regiert.
Zum nächsten Ausscheid kommt es bereits kommenden Sonntag und Montag in Kalabrien. Es folgen am 12./ 13. Oktober die in der Toskana, am 24./25. November Venetien, Kampanien und Apulien.
Die Linke Mitte will weiterhin in einem möglichst breiten Feld antreten, erhält aber Konkurrenz von ausgesprochen Linken Kräften, die gegen sie antreten wollen. In Kampanien will ein breites Links-Bündnis aus mehreren linken Organisationen, darunter die Linkspartei Potere al Popolo (die Macht dem Volke), der Kommunistischen Partei Italiens (PCI), der Association Cultural Renaissance (SA) und der Gruppe „Krank und ausgeraubt in Kampanien“, denen institutionelle Vertreter, Mitarbeiter des Gesundheitswesens, Akademiker, Künstler und Kulturschaffende angehören. Auch in der Toskana will eine Liste „Toskana Rossa“ mit Potere al Popolo, Rifondazione Comunista und weiteren linken Gruppen antreten.
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