Kommentar: Venezuela ist gefallen – Wenn man die Puppen tanzen lassen kann, dann reicht das

Tänzerinnen in Tracht in Venezuela. Quelle: Pixabay, Foto: Arturo Añez

Berlin, BRD (Weltexpress). Kenner und Kritiker wissen, daß die sich sozialistisch gebende Veranstaltung Venezuela gefallen ist. Sie fiel nicht erst aufgrund der professionellen Operation der Central Intelligence Agency (CIA) mit der 1st Special Forces Operational Detachment-Delta, kurz Delta Forces, am 3.1.2026, sondern als der Busfahrer Nicolás Maduro in die Fußstapfen von Hugo Chávez trat und den Präsidenten der Bolivarischen Republik Venezuela gab. Chávez war ein Kommandant im Militär, aber auch eine Führungsfigur beim Karneval als „der Fallschirmjäger mit rotem Barett“. Maduro stand mehr denn je für Klüngel und Korruption.

Die Partei Movimiento Quinta República (MVR), die aus der Bewegung Movimiento Bolivariano Revolucionario 200 entstand, um aus dem Kommandeur (Offizier) und Kandidaten (Politiker) Chávez den Präsidenten zu machen, ging in der Vereinigten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV) auf. Immer mehr Weggefährten von Chávez, darunter auch revolutionäre Offiziere, sprangen im Laufe der Zeit ab, doch sie brachten ihn nicht zu Fall. Im Kampf gegen Konterrevolutionäre blieb Chávez als Sieger auf dem Feld. Den Kampf gegen den Krebs verlor er. Sein Vize Maduro übernahm mit seinen Leuten das Präsidialamt und die Partei.

Während Hugo Chávez Zeit seines Lebens nach dem gescheiterten Putsch als „der Christus der Armen in Lateinamerika“ galt, galt Maduro als Kader. Doch er schaffte es mit seinen Leuten im Land nicht, das Erreichte zu verwalten. Ganz gegen die Formulierung von Otto von Bismarck – „Die erste Generation schafft Vermögen, die zweite verwaltet Vermögen, die dritte studiert Kunstgeschichte, und die vierte verkommt vollends- “ – verkam die Republik. Klüngel und Korruption wurden immer schlimmer und nicht immer waren die Feinde der Bolivarischen Republik Venezuela im Ausland schuld.

Venezuela gehört wieder den VSA. Diejenigen, die sich bewaffneten VS-Amerikanern in den Weg stellten, waren Kubaner in Caracas. 32 Kubaner wurden am 3.2.2026 getötet. Truppen der venezuelanischen Streitkräfte sahen und hörten weg. Sie griffen nicht ein und an. Das, was derzeit in Caracas aufgeführt wird, ist ein Schmierentheater. Die neue Präsidenten Delcy Rodríguez ist zwar die Tochter des Guerillakämpfers Jorge Antonio Rodríguez, der in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts die revolutionäre Partei Liga Socialista gründete, doch die Dame liebt nicht Sozialismus oder Kommunismus, sondern Designermode. Die Dame ist nicht „in tausend Schlachten erprobt“, wie Maduro einst schwätzte und schmierte, sondern im Kaufrausch aus Tausendundeiner Nacht. Und die PSUV besteht aus lauter Sozen, denen das Hemd näher ist als der Rock. Die Funktionäre kämpfen für Kohle, nicht für Ideale.

Ob Rodríguez von der CIA gekauft wurde oder nicht, das ist unwichtig. Mehr als genug Leute im Land, vor allem in der Exekutive, insbesondere dem Militär und dem Geheimdienst, wurden von den VSA gekauft und werden von der CIA geführt. In Staat und (Staats-)Kapital der Bolivarischen Republik Venezuela wurde mehr oder weniger das Spiel der VSA unter Blockade gespielt. Seit die VSA 2019 ein Ölembargo verhängten, verließ kein Schiff einen Hafen in Venezuela ohne die Erlaubnis der VSA und mittenmang die Chevron Corporation. Die klüngelige und korrupte Bande in Caracas spielte das Spiel der VSA und bereicherte sich und sorgte dafür, daß sich Kapitalisten außerhalb des Landes bereichern konnten.

Offensichtlich wurden die geschmierten und geführten Kollaborateure in Caracas so tief gefallen, daß sie ihre Rolle im Drehbuch der CIA mit der ISA – die Abkürzung steht für United States Army Intelligence Support Activity – spielten wie befohlen, so daß Maduro und Gemahlin gefangen genommen und nach Neuyork / New York gebracht werden konnten, wo ihnen der Prozeß gemacht werden soll. Der VS-Überfall auf Venezuela war eine inszenierte Angelegenheit nach Drehbuch mit allerlei Darstellern auch in Caracas. Nur die toten Kubaner konnte keiner kaufen.

Kenner und Kritiker wissen, daß der größte Fehler beim Regimewechsel und nicht nur Regierungswechsel im Irak die Zerschlagung der Streitkräfte dieses Staates war. Dabei reicht es für ein Imperium völlig aus, Offiziere im Vasallenstaat zu kaufen. In Venezuela wurde deswegen nicht die Puppenkiste zerstört, sondern Klüngelige, Korrumpierte und Korrupte gefunden, gefördert und gefordert. Wenn man die Puppen tanzen lassen kann, dann reicht das. Es reicht für einen Kapitalisten zudem, wenn er beim Ölgeschäft den Rahm von der Milch entfernen lassen darf. Melken lassen kann er die Bauern.

Anmerkung:

Siehe die Beiträge

im WELTEXPRESS.

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1 Kommentar

  1. Dumme mögen Bösen und andere Dummen, die das Märchen vom VS-Militär erzählen, das nachts, wenn alle Katzen grau sind, und also im Dunkeln blitzschnell angeflogen kommt, Glauben schenken. Kenner und Kritiker wissen, daß das Militär des Staates Venezuela über genug S-300 Luftabwehrsysteme verfügt, um jedes der rund 150 Flugzeuge der VSA, die im Luftfraum von Venezuela im Einsatz waren, abzuschießen. Und gegen alles, was tief fliegt, und also auch Hubschrauber, können die schultergestützten Boden-Luft-Flugabwehrraketensysteme, von denen es in Venezuela mehr als genug gibt, eingesetzt werden. Können! Wenn der Offizier aber nicht will und darf, dann kommt der Soldat mit seinem Können keinen Schritt weit. Also wurde kein einziges Flugzeug und kein einziger Hubschrauber vom Himmel geholt. Mit anderen Worten. Die Entführung von Maduro war kein Himmelfahrtskommando, sondern ein gut geplanter, gut geübter und gut geschmierter Einsatz mit Theaterdonner.