Mittwoch, 25. März 2026
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Jeffrey Sachs: Die Wirtschaft der VSA hänge vor allem „von ihrer Produktivität, ihren Arbeitskräften, ihrer Technologie und ihrer physischen Produktionsbasis ab“, nicht vom Petrodollar

Jeffrey Sachs. Quelle: Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres - FMSTAN & SPIDER Global meeting in Austrian Foreign Ministries in Vienna, Ort und Datum der Aufnahme: Wien, 25.11.2019, CC BY 2.0

Frankfurt am Main, BRD (Weltexpress). Der Ökonom Jeffrey Sachs antwortet im Podcast Judging Freedom (23.3.2026) auf eine Frage von Andrew Napolitano, ob der Krieg der VSA mit dem Staat Israel u.a. gegen den Iran den Petrodollar und somit die VS-Wirtschaft schwäche, wie folgt: „Gleich zu Beginn möchte ich klarstellen, daß der Petrodollar, also die Abrechnung von Öl in Dollar, Renminbi oder einer anderen Währung, meiner Meinung nach eigentlich nicht der entscheidende Punkt ist. Im Internet ist jedoch ein sehr häufig verbreitetes Meme, daß die amerikanische Stärke daher rührt, daß Öl in Dollar gehandelt wird. Das stimmt nicht ganz. Es trifft nicht einmal ansatzweise zu.

Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten hängt von ihrer Produktivität, ihren Arbeitskräften, ihrer Technologie und ihrer physischen Produktionsbasis ab. Ob Öl nun in Euro, Renminbi oder Dollar gehandelt wird, ist dabei eher nebensächlich. Es spielt zwar eine gewisse Rolle, ist aber nicht der entscheidende Punkt. Der entscheidende Punkt dieses Krieges ist, daß wir eine tiefgreifende Versorgungskrise mit Öl und Gas haben. Diese Krise verschärft sich, da einerseits die Blockade von Schiffen in der Straße von Hormus verhindert, daß Öl und Gas die Weltmärkte erreichen, und andererseits die Öl- und Gasfelder, die Leitung und die Raffinerien physisch zerstört werden. Das droht, die Weltwirtschaft in eine tiefe Krise zu stürzen. Deshalb sind die Aktienmärkte in Asien heute eingebrochen…“

Jeffrey Sachs betont ausdrücklich: „Fest steht, daß es nicht in erster Linie um die Beziehung eines physischen Kapitalflusses in diese oder jene Währung geht. Sekundäre Effekte gibt es durchaus, das will ich gar nicht bestreiten. Die eigentliche Stärke einer Volkswirtschaft ergibt sich jedoch aus dem, was wir mit welchen Technologien und mit welchen qualifizierten Arbeitskräften produzieren. All das sind Dinge, die aus langfristigen Investitionen entstehen.“

Diesbezüglich weist Sachs darauf hin, daß die VSA zwar Geld in den Krieg und kurzfristige Spielereien stecken würden, aber eben „keine langfristigen Investitionen in unserem Land“, was „eine Katastrophe“ für die Bevölkerung der VSA sei.

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