Berlin, BRD (Weltexpress). Am 3. Februar 2026 hat der von der faschistischen Mehrheit der Meloni-Koalition beherrschte Verteidigungsausschuss der Abgeordnetenkammer den Entwurf eines Ministerialerlasses zur Genehmigung des bisher teuersten Militärprogramms, an dem Italien jemals beteiligt war, beschlossen, berichtete das kommunistische Magazin „Contropiano“ am 15. Februar. Es handelt sich um die Weiterentwicklung des Militärprogramm Global Combat Air Program (GCAP) ), das PeaceLink entschieden ablehnt und wegen der explodierenden Kosten in der Öffentlichkeit Alarm schlägt. 1
Das GCAP ist ein von Italien, Großbritannien und Japan initiiertes Projekt zur Entwicklung eines Luftkampfsystems der sechsten Generation. Im Zentrum steht ein neuer, fortschrittlicher Kampfjet, der den Eurofighter ersetzen soll. Es handelt sich dabei nicht um ein einzelnes Flugzeug, sondern um eine komplexe militärische Architektur, die bemannte Plattformen, kooperative Drohnen, digitale Systeme der künstlichen Intelligenz und Fähigkeiten zur domänenübergreifenden Nutzung integriert. Domänenübergreifende Operationen (Multi-Domain Operations, MDO) bezeichnen die Fähigkeit des Militärs, koordinierte, simultane und synchronisierte Aktionen in fünf operativen Domänen durchzuführen: Land, See, Luft, Weltraum und Cyberraum. Was die der Kostenexplosion betrifft, hat sich allein das für die Prototypenentwicklungsphase vorgesehene Budget im Vergleich zu den ursprünglichen Schätzungen verdreifacht und sind allein für Italien von rund 6 Milliarden Euro auf über 18,6 Milliarden Euro angestiegen. Dabei sind, so gibt „Contropiano“ wieder, die Gesamtkosten der enormen öffentlichen Mittel, die für die Massenproduktion des Projekts bereitgestellt werden, noch lange nicht beziffert. Niemand weiß, wie viel die Endproduktion die Steuerzahler kosten wird. Wir stehen vor einem Kostenanstieg, der ernsthafte Fragen zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit und den Prioritäten öffentlicher Ausgaben aufwirft – und das in einem Kontext sozialer, ökologischer, klimatischer und gesundheitlicher Krisen. PeaceLink hebe jedoch einen entscheidenden Punkt hervor: Wir haben noch Zeit zu handeln, da bis heute noch kein Vertrag für die Serienproduktion unterzeichnet wurde. Die getroffenen Entscheidungen betreffen nur die Entwicklungs- und Forschungsphase.
Das bedeute, dass die Friedensbewegung, die Zivilgesellschaft und das Parlament noch immer die Möglichkeit haben, das Programm zu stoppen, bevor es unumkehrbar wird. Das von der italienischen Regierung unterzeichnete Memorandum verpflichtet uns nicht zur Massenproduktion, die extrem teuer wäre.
Besonders besorgniserregend ist, dass in der Arbeit des Verteidigungsausschusses der Abgeordnetenkammer das GCAP als einheitliches Programm neben dem europäischen Kampfflugzeug der sechsten Generation (FCAS) dargestellt wird, während es tatsächlich ein separates, deutsch-französisch-spanisches Gemeinschaftsprojekt und ein Konkurrenzprojekt zum GCAP ist. Im vorliegenden Text wird das Future Combat Air System (FCAS) als ein gemeinsam mit dem GCAP genutztes System zur Entwicklung des zukünftigen Kampfflugzeugs der sechsten Generation beschrieben – das ist eine irreführende Darstellung, die den Mangel an Wissen vieler Parlamentarier zu genau dem Thema offenbart, über das sie eigentlich diskutieren sollen.
Es müsse klargestellt werden, heißt es, dass es sich bei GCAP um ein spezifisches Industrie- und Militärprogramm handelt, das mit dem anderen großen europäischen FCAS-Projekt der sechsten Generation unter der Leitung von Frankreich, Deutschland und Spanien konkurriert.
Die Darstellung von FCAS und GCAP als Teil desselben Programms birgt die Gefahr, Parlamentarier und Öffentlichkeit zu verwirren und die Wahrnehmung der getroffenen politischen und industriellen Entscheidungen zu schwächen, die der Entwicklung eines europäischen Kampfflugzeugs der nächsten Generation entgegenstehen. Tatsächlich scheinen Befürworter einer europäischen Armee paradoxerweise eher für GCAP zu stimmen, obwohl dieses Programm nicht europäisch ist. Dies gilt insbesondere für die Demokratische Partei, die vorgibt, die Entwicklung einer europäischen Armee und europäischer Waffensysteme zu wollen, aber für GCAP stimmt, das mit dem europäischen Kampfflugzeug der sechsten Generation, dem FCAS, konkurriert. In der Debatte im Verteidigungsausschuss scheint Italien jedoch beide Programme unterstützen zu wollen.
PeaceLink fordert Transparenz, Fachkompetenz, Klarheit und eine echte öffentliche Debatte über ein Programm, das über Jahrzehnte hinweg verheerende wirtschaftliche, politische und strategische Folgen haben wird und betont, wir lehnen die Genehmigung des GCAP und auch das FCAS ab. Immer höhere Summen in Waffensysteme der nächsten Generation zu investieren, bedeutet, Ressourcen von der ökologischen Transformation, der internationalen Zusammenarbeit, dem Gesundheitswesen und den eigentlichen Prioritäten der Bevölkerungssicherheit abzuziehen – siehe beispielsweise das hydrogeologische Risiko, das durch den Erdrutsch von Niscemi deutlich wurde.
Nationale Sicherheit entsteht nicht durch Kampfflugzeuge der sechsten Generation. Sie entsteht durch mutige, weitsichtige Entscheidungen, die dem Gemeinwohl dienen, gibt Contropiano“ PeaceLink abschließend wieder.
Anmerkung:
1 PeaceLink ist ein italienischer öko-pazifistischer Verein, der sich seit seiner Gründung 1991 zum Ziel gesetzt hat , gewaltfreie Aktionen gegen Kriege zu unterstützen.
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