Berlin, BRD (Weltexpress). Die erschütternde Bilanz, dass das Mittelmeer ein Friedhof bleibt, in dem in den vergangenen zwölf Jahren mehr als 35 600 Menschen ums Leben gekommen oder vermisst worden seien, zieht die CGIL abgekürzte Gewerkschaft auf ihrer Plattform „Collettiva“ am 3. Oktober 2026 zum 13. Jahrestag des „Massakers“ wenige hundert Meter vor der Küste Lampedusas, als ein Boot Feuer fing und 368 Menschen ertranken.
Über 25 800 davon entfielen seitdem auf die zentralen Mittelmeerroute, darunter mehr als 4 500 unbegleitete Minderjährige. Am schwersten trifft es die Schwächsten: Mehr als 1 500 Kinder, 642 davon im zentralen Mittelmeerbecken. Die SchiffZahlen, so warnen Verbände, seien jedoch immer noch nur grobe Schätzungen. Bekanntlich ereignen sich viele Schiffbrüche still und leise, ohne Zeugen oder Retter, und betreffen ganze Familien, deren Schicksale in der Statistik nicht erfasst werden.
Die humanitäre Organisation Save the Children erhebt ihre Stimme und fordert einen radikalen Kurswechsel: „Dreizehn Jahre nach dem 3. Oktober erinnert uns eine jetzt im Meer geborgene Leiche eines weiteren Kindes daran, dass das Gedenken an die Opfer auch Maßnahmen zur Verhinderung künftiger Todesfälle erfordert“, sagte Elena Gentili, Leiterin der Abteilung für Interessenvertretung und Politik bei Save the Children. Aber in der EU würden sich die Mitgliedstaaten weiterhin darauf konzentrieren, möglichst viele Menschen von ihrem Hoheitsgebiet fernzuhalten, und dabei vergessen, dass Seenotrettung unerlässlich sei, so „Collettiva“. Aktivisten fordern daher die Einrichtung eines stabilen und koordinierten Such- und Rettungssystems, das die schnelle Ausschiffung von Schiffbrüchigen an sicheren Orten gewährleistet, legale und reguläre Einreisewege schafft und sicherstellt, dass jeder Junge, jedes Mädchen und jeder Jugendliche in erster Linie als schutzbedürftiges Kind anerkannt wird – sowohl auf See als auch an Land.
2026 sollen über 22 600 Menschen nach Italien gekommen sein, darunter mehr als 4 500 unbegleitete Minderjährige. Italien sei weiterhin eines der Hauptziele für Boote. Lampedusa habe im Laufe der Jahre dank der Proteste eine außergewöhnliche Reaktionsfähigkeit bewiesen: Die enge Zusammenarbeit zwischen Rettungskräften, Institutionen, dem Roten Kreuz und der lokalen Bevölkerung habe Tausende von Menschenleben gerettet und die Lage vor Ort deutlich verbessert.
Save the Children kommt zu dem Schluss, dass dieses Modell gefestigt und unterstützt werden müsse und dass bei allen Minderjährigen bei ihrer Ankunft deren Bedürfnisse ermittelt und sie umgehend in dafür vorgesehene Einrichtungen verlegt werden müssten.
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