Montag, 27. Juli 2026
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Die No-TAV-Bewegung hat wieder mit Protest und Widerstand den Bau der Eisenbahnlinie Turin-Lyon unterbrochen

EinBlick ins Susatal von der Sacra di San Michele. Foto: Isiwa, CC BY-SA 4.0

Berlin, BRD (Weltexpress). Bei Protesten Tausender der No-Tav-Bewegung auf der Baustelle Chiomonte im Susatal gegen die Hochgeschwindgkeitsstrecke Turin-Lyon ist es am Samstag, den 25.7.2026, zu schweren Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Laut „ANSA“ stürmten mehrere hundert schwarz gekleidete Personen bewaffnet mit Steinen, Flaschen und improvisierten Mörsern die Baustelle. Mit Helmen und Gasmasken gekleidet bewarfen sie Polizeilinien mit Steinen, Flaschen, Papierbomben und Raketen und feuerten auch improvisierte Mörser ab.

Zwei gepanzerte Fahrzeuge der Carabinieri wurden während des Angriffs in Brand gesetzt. Einigen Angreifern gelang es, den Perimeterzaun zu durchtrennen und das Gelände selbst zu betreten. Die Polizei antwortete mit Tränengas und Wasserwerfern. Aus dem gesamten Susatal mussten Verstärkungen angefordert werden. Senatspräsident La Russa von der faschistischen Brüderpartei (FdI) mit Ministerpräsidentin Melonis forderte, die No-TAV-Demonstranten zu  identifizieren und für ihre Gewalttaten zur Rechenschaft zu ziehen.

Das  im Bau befindliche Eisenbahnprojekt Turin–Lyon (kurz NLTL für Nuova Linea Torino–Lione oder TAV für Treno Alta Velocità) ist eine  Hochgeschwindigkeitsstrecke, die durch ein Joint-Venture zwischen Italien und Frankreich betrieben wird. Die Kosten werden nach Planungen 26 Milliarden Euro betragen  Die gesamte Nbaustrecke umfasst rund 270,8 km, 140 km in Frankreich und 46,7 km in Italien. Das Verkehrsprojekt besteht aus zwei Zwillingsröhren, beide 57,5 km lang und 6 m breit, die eine maximale Tiefe von 2000 m unter der Erde erreichen, mit zahlreichen weiteren kleineren Tunneln – alle länger als 10 km. Die Einzeltunnel tragen die Namen Mont-Cenis-Basistunnel (westlich gelegen, 57,5 km lang) und Bussoleno-Basistunnel (östlich, 12 km lang) und sollen nahe bei der italienischen Gemeinde Susa durch das Venaus-Viadukt verbunden werden. Der französische Teil fällt in die Zuständigkeit der französischen Eisenbahn-Infrastrukturbetreibergesellschaft SNCF Réseau, den italienischen Teil betreibt die italienische Netzgesellschaft Rete Ferroviaria Italiana (RFI). Für den internationalen Abschnitt ist das 2001 gegründete Unternehmen Lyon-Turin Ferroviaire (LTF) zuständig, das nach französischem Recht als vereinfachte Aktiengesellschaft (SAS) firmiert. An ihm sind die Netzgesellschaften Frankreichs und Italiens zu gleichen Teilen beteiligt.

Die No-TAV-Bewegung bekämpft das Projekt seit ihrer Planung, die 1991 begann. Aber auch viele Umweltverbände wie z. B. Legambiente sind Gegner des Projekts. Sie zweifeln nicht nur dessen Nutzen an, sondern enthüllen immer wieder, dass die Tunnelarbeiten durch asbest- und uranhaltiges Gestein führen. Vor allem im italienischen Susatal hat No-TAV immer wieder den Bau verzögert. Spezialisten rechnen deshalb mit der vollständige Errichtung nicht vor 2030.

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