Berlin, BRD (Weltexpress). Die Partito Comunista (PC) hat für den 27./28. Juni 2026 in Rom zu einem überregionalen Treffen ihrer Mitglieder und Sympathisanten aufgerufen, um mit ihnen zu beraten, wie im Vorfeld der Wahlen 2027 eine politische Alternative, die den Interessen der arbeitenden Menschen und der Volksschichten dient, aufgebaut werden kann. Am Beispiel der PC werden wieder einmal die verheerenden Folgen des Wirkens der Revisionisten unter den Kommunisten Italiens sichtbar. Unter dem Slogan des so genannten Eurokommunismus war an der Wende zu den 1970er Jahren in der PCI eine revisionistische Strömung entstanden, die entscheidenden Einfluss auf die Zusammenarbeit der von PCI-Generalsekretär Enrico Berlinguer mit dem linksliberalen Vorsitzenden der Democrazia Cristiana (DC) Aldo Moro vereinbarte Regierungszusammenarbeit (Compromesso storico) nahm.
Eingeleitet hatte Berlinguer das Regierungsbündnis nachdem seine Partei bei den Wahlen im Juni 1976 mit 34,1 % hinter der DC zweitstärkste Partei geworden war. Das Wirken der Revisionisten begünstigte die Ausführung des von der italienischen Reaktion im Bündnis mit den USA inszenierte Mordkomplott gegen Moro. Flankiert von Geheimdienstagenten entführte am 16. März 1978, dem Tag der Amtseinführung der Regierung des Compromesso storico, ein von Agenten infiltriertes Kommando der linksextemen Roten Brigaden Moro und ermordete ihn am 9. Mai.
Nachdem der rechte Ministerpräsident Giulio Andreotti die Zusammenarbeit mit der PCI in der Regierung systematisch sabotiert hatte, kündigte Berlinguer in Januar 1979 die Mitarbeit auf. Berlinguer zügelte die revisionistische Fraktion noch. Nach seinem Tod im Juni 1984 gewann diese jedoch den bestimmenden Einfluss in der Führung der PCI und setzte auf dem Parteitag im Januar 1991 in Rimini die Umwandlung der PCI in eine sozialdemokratische Linkspartei PDS durch.
Die PC wurde 2014 von Marco Rizzo, der Mitglied der PCI gewesen war, gegründet. Vorher war er Mitglied der Nachfolgepartei der PCI, der Rifondazione Comunista (PRC), gewesen. Bei Parlamentswahlen erreichte die PRC bis 2006 zwischen 5 und 8,5 % Stimmen. Der Stachel des Revisionismus existierte jedoch auch in der PRC weiter. In Mitte-Links-Regierungen trug sie 2006-08 deren Sozialabbau und die Beteiligung an Kriegseinsätzen in Afghanistan mit. Zur Wahl im April 2008 trat sie in einem Bündnis mit den Grünen Sinistra Arcobaleno (Regenbogenlinke) an, das mit 3,1 5 % unter díe Sperrklausel von vier Prozent fiel. Zum ersten Mal in der Nachkriegsgeschichte waren die Kommunisten nicht mehr im Parlament vertreten und so ist es bis heute.
Rizzi hatte 1998 die PRC verlassen und die Partei der Kommunisten Italiens (PdCI) mit gegründet. Die PdCI nahm 2016 zur Betonung ihrer Ausrichtung auf dem Boden Antonio Gramscis den Namen der alten PCI wieder an.
Rizzi war bis 2023 Generalsekretär der PC. Seine Nachfolge trat der Politik-Wissenschaftler Alberto Lombardo an. Die PC erreichte bei den Wahlen 2022 348.097 Stimmen (1,24 %) Bis 2022 hatte sie ein Mitglied im Senat, das auf einer List der KKE gewählt worden war.
Neben der PC und den erwähnten KPs PRC und PdCI/PCI gibt es noch eine vierte KP, die Partito Comunista dei Laoratori (PCL), die als Gruppe Progetto Comunista im PRC existierte, diese wegen sozialdemokratischer Positionen (Mitglied der Partei Die Linke in der EU) verließ und 2006 die PCL gründete. Ihr führender Mitbegründer war der Philosophieprofessor Maco Ferrando, Mitglied der Leitung der trotzkistischen IV. Internationale, der jedoch betonte, die PCL sei nicht grundsätzlich trotzkistisch eingestellt.
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