Berlin, BRD (Weltexpress). Die Würfel sind gefallen! Der Kreml gibt Europa auf, die Hinwendung nach Asien ist beschlossen. Bei Fortdauer der Schließung der Straße von Hormus drohen EU-Ländern katastrophale wirtschaftliche, soziale und politische Zustände. Werden einzelne EU-Länder das Schlupfloch nutzen, das Wladimir Putin ihnen gelassen hat?
Diese strategische Entkopplung markiert die bedeutendste Veränderung in den internationalen Wirtschaftsbeziehungen, die seit Beginn der Sanktionierung russischer Energieexporte vor über zehn Jahren westlichen, vor allem aber europäischen Ländern und ihre wichtigsten Industriebranchen drohen. Diese Länder werden sich mit beispielloser Inflation, Versorgungsengpässen, Firmenschließungen, Arbeitslosigkeit und sozialen Unruhen konfrontiert sehen, was letztlich zum Zerfall der ohnehin bereits zunehmend infrage gestellten EU führen dürfte.
Präsident Wladimir Putin hat einzelnen europäischen Staaten noch ein Schlupfloch gelassen, wenn sie außerhalb der EU-Struktur bereit sind, bilaterale konstruktive, pragmatische Beziehungen zu Russland zu knüpfen, um verlässliche, langfristige Verträge abzuschließen. Aber um die drohende Katastrophe in ihren Ländern abzuwenden, müssten sich die von Russenhassern durchsetzen Regierungen der großen EU-Staaten schnell besinnen, wozu die von der Realität abgehobenen EU-Eliten höchstwahrscheinlich nicht fähig sind.
Laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax werden russische Unternehmen einen Teil des derzeit an europäische Länder gelieferten Flüssigerdgases (LNG) auf andere Märkte umleiten, um dem bevorstehenden späteren Einfuhrverbot der Europäischen Union zuvorzukommen.
„Gemäß den Anweisungen des Präsidenten haben wir diese Frage heute durchgearbeitet. Wir haben die aktuelle Situation und die Möglichkeiten der Umorientierung von Gas detailliert diskutiert. Es wurde entschieden, dass ein Teil des derzeit nach Europa gelieferten LNG auf andere Märkte umgeleitet wird, wo konstruktive, pragmatische Beziehungen zu unserem Land aufgebaut werden, wo Nachfrage besteht und [wo es] die Möglichkeit gibt, langfristige Verträge abzuschließen“, sagte Vizeregierungschef Alexander Nowak.
Bereits am 4. März hatte Putin die Regierung und die Unternehmen angewiesen, über einen Stopp der Gaslieferungen an den europäischen Markt nachzudenken, ohne auf das Einfuhrverbot zu warten.
„Einige andere Märkte öffnen sich, und es könnte für uns vorteilhafter sein, die Lieferungen auf den europäischen Markt jetzt zu stoppen und zu den Märkten zu gehen, die sich öffnen, und dort Fuß zu fassen. Und ich möchte das klarstellen: Es gibt keine politische Agenda. Aber wenn sie sich uns in einem oder zwei Monaten selbst verschließen, wäre es besser, [die Lieferungen] jetzt zu stoppen, zu Ländern zu gehen, die zuverlässige Partner sind, und dort Fuß zu fassen“, sagte Putin.
Es folgt die Übersetzung eines Auszugs aus Rede von Präsident Putin bei der nachfolgenden Regierungsberatung zu diesem Thema am 9. März. Putin sagte: „Ich betone: Russland tritt als zuverlässiger Lieferant von Energieressourcen auf. Das war immer so. Wir werden Öl und Gas sicherlich weiterhin an jene Länder liefern, die selbst zuverlässige Gegenparteien sind.
Ich meine nicht nur unsere Partner in der Asien-Pazifik-Region, sondern auch die Staaten Osteuropas wie die Slowakei und Ungarn. Bereits vor diesem Treffen wurde mir von Kollegen mitgeteilt, dass wir die Lieferungen an unsere zuverlässigen Partner erhöhen!
Gleichzeitig möchte ich Sie daran erinnern, dass die Länder der Europäischen Union ab dem 25. April zusätzliche Beschränkungen für den Kauf russischer Kohlenwasserstoffe einführen wollen, einschließlich Flüssigerdgas, bis hin zu einem vollständigen Verbot solcher Lieferungen im Jahr 2027.
In diesem Zusammenhang wurde die Regierung bereits beauftragt, die Möglichkeit und Zweckmäßigkeit einer Einstellung der Lieferungen unserer Energieressourcen an den europäischen Markt zu prüfen. Nicht abzuwarten, bis uns die Tür demonstrativ vor der Nase zugeschlagen wird, sondern das jetzt zu tun und diese Volumina vom europäischen Markt weg in eine interessantere Richtung umzuleiten und – was am wichtigsten ist – dort Fuß zu fassen.
Gerade jetzt gestalten sich die Marktbedingungen so, dass wir, wenn wir uns jetzt auf jene Märkte umorientieren, die erhöhte Lieferungen brauchen, uns dort etablieren können. Das heißt, an Orten, wo es nachhaltige langfristige Nachfrage und zuverlässige langfristige Beziehungen zu jenen Staaten gibt, die konstruktive Geschäftsbeziehungen zu Russland aufbauen. (…)
Sollten europäische Unternehmen, europäische Käufer plötzlich beschließen, sich umzuorientieren und uns langfristige, nachhaltige gemeinsame Arbeit anzubieten, frei von politischen Bedingungen, frei von politischen Erwägungen – bitte sehr, wir haben das nie abgelehnt. Wir sind bereit, auch mit den Europäern zusammenzuarbeiten, aber wir brauchen Signale von ihnen, dass sie ebenfalls bereit sind und uns diese Stabilität und Vorhersehbarkeit gewährleisten werden.“
Nach der Sitzung erklärte Nowak Interfax, dass zum Beispiel neue Verträge potenziell mit Unternehmen aus China, Indien, den Philippinen und Thailand unterzeichnet werden könnten. Weiter führte er aus, dass die Marktaussichten für die Asien-Pazifik-Region auf ein langfristiges Nachfragewachstum hindeuten, was auch durch Daten zu überdurchschnittlichen Wirtschaftswachstumsraten gestützt wird.
„Wir planen, die globalen Energiemärkte zu beliefern, vor allem jene Länder, die an russischem Gas interessiert sind und langfristige, konstruktive Beziehungen zu uns planen. Und solche Möglichkeiten gibt es: Unsere Unternehmen haben das heute bestätigt und führen bereits Gespräche“, sagte Nowak.
Fazit
Es sieht so aus, als ob der russische Energie-Zug mit seinen unermesslichen Vorräten an preiswertem Öl und Gas – da die Lieferung via Pipeline erfolgt – für die Europäer schon bald endgültig abgefahren ist. Russland nutzt die Gunst der Stunde dazu, sich endgültig von erpresserischen EU-Sanktion zu befreien.
Diese strategische Entkopplung markiert die bedeutendste Veränderung in den internationalen Wirtschaftsbeziehungen. Diese Entwicklung begann mit der zunehmenden EU-Sanktionierung russischer Energieexporte vor über zehn Jahren, die jedoch nicht Russland in den Bankrott getrieben haben, sondern die wirtschaftliche Dynamik vor allem aber in den europäischen Ländern und ihren wichtigsten Industriebranchen erdrosselt haben.
Anmerkungen:
Vorstehender Beitrag von Rainer Rupp wurde unter dem Titel „Russlands strategische Entkopplung von Europas Energieversorgung“ am 10.3.2026 in „RT DE“ erstveröffentlicht. Die Seiten von „RT“ sind über den Tor-Browser zu empfangen.
Siehe die Beiträge
- Die RF leitet den Export von Öl und Gas um – Wer will, der kann im größten Land der Erde gutes und günstiges Erdöl und Flüssiggas kaufen von Mischa Medwedew
im WELTEXPRESS.
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