Willi Verhuven ist wieder dabei: In Rom nicht der Erste, aber”¦ – Zur ITB: Alltours steuert als Jahresziel 5 Prozent Plus bei den Gästezahlen an

ITB BERLIN 2010 mit ICC und Funkturm bei Nacht

Wenn Willi Verhuven also zur Auftaktpressekonferenz der ITB – alltours ist mit dem jährlichen Termin um 9 Uhr im Hotel Kempinski am Kurfürstendamm einer der ersten – äußert: „Wir sind mit dieser Entwicklung sehr zufrieden“, haben er und sein Unternehmen längst die Konsequenzen gezogen: für März und April 2010 hat alltours die Reiseziele Ägypten und Fuerteventura durch zusätzliche Flugkapazitäten im Angebot gestärkt, durch die weitere und entscheidende Buchungsverstärkung erwartet werden. Insgesamt allerdings machen die Buchungen für die Wintersaison nur rund 20 Prozent des Gesamtjahres-Umsatzes bei alltours aus.

Auch beim diesjährigen Sommergeschäft war ein ähnliches Buchungsverhalten zu beobachten. Sehr zögerlich begann es und 2010 sah nach einer Flaute aus, lagen doch die Zahlen unter denen des Vorjahres. Im Herbst drehte sich die Entwicklung und die Frühbucherangebote wurden von den reisewilligen Gästen so angenommen, daß Umsatzzuwächse und ein überproportionales Plus herauskamen. „Unsere Strategie ist aufgegangen. Die zweite Preissenkung und die zu diesem frühen Zeitpunkt umfassendste Marketingkampagne der Branche in TV, Hörfunk und Print haben den Stimmungswechsel noch beschleunigt. Die Kunden sind wieder optimistischer und wollen Frühbucherrabatte nutzen“, kommentierte Willi Verhuven diese Situation.

Was auch uns im letzten Jahr auffiel, weil es neu war und intelligent gemacht dazu, sind die Werbespots von alltours im Rundfunk. Da wurde eine Ansprache gewählt, die aus dem Einerlei der Rundfunkwerbungen deutlich herausragte und sicherlich Aufmerksamkeit erregte. Wie aus dem Interesse dann eine ernstgemeinte Absicht und daraus folgend eine Buchung wird, das würde uns als wissenschaftliche Untersuchung einmal interessieren. Denn bisher sind Werbemaßnahmen im Reisegeschäft meist allgemein genommen, wird geworben und die Zahlen stimmen, dann stimmte die Werbung. War kein positives Ergebnis vorhanden, lag es an der Werbung. Das ist natürlich nicht richtig, weil viele verschiedene Überlegungen und Ausgangssituationen zu einer konkreten Buchung führen und die gezielte und gute Werbung die Verluste im Kundengeschäft vielleicht zu minimieren half.

Das allerdings ist derzeit kein Thema bei alltours, deren Werbung ja eingeschlagen hat, was sich vor allem in den Buchungszahlen für die Türkei, Ägypten, Spanien, Griechenland und Bulgarien zeigt. Im türkischen Antalya an der Südküste meldet alltours sogar Zuwachsraten im zweistelligen Bereich. „Wir gehen davon aus, in Antalya bereits die stärkste deutsche Pauschalreisemarke der fünf größten Deutschen Reiseveranstalter zu sein, die über ein globales touristischen Angebot verfügen“, äußerte Ronny De Clercq, seit Februar Direktor Touristik bei alltours. Uns viel dazu ein, was einst Caesar über Rom sagte: Wenn schon nicht in Rom der Erste”¦

Natürlich muß man nachfragen, warum gerade die Südküste der Türkei die Deutschen derzeit über alltours-Angebote so anzieht. Daß die Region eine ausgesprochene Attraktivität hat, weiß jeder, der den Kampf der Russen um die türkische Riviera kennt. Denn Russen sind als Gäste derzeit überall, ist die eine Lesart, wer aber auf die Landkarte schaut, weiß, wie nahe Rußland der Türkei geographisch ist. Da liegt es nahe, beides zu nutzen, die Nähe und das Angebot. Allerdings ergeben sich im Zusammenleben der Gästenationen dann Probleme. Die muß man nicht hochschaukeln, wohl aber konstatieren. In Alanya beispielsweise, einem der zugkräftigen Orte dort, haben sich Hotels schon für die eine oder die andere Gruppe entschieden, sprich: in einem Hotel sind vorwiegend Deutsche, in dem anderen Russen, weil dort gesagt wird, beide Nationen seien ’inkompatibel’. Was mal nicht an den Deutschen liegen soll. Wir werden das verfolgen.

Gründe für die Türkei-Nachfrage seien die hohen Standards der Hotels und Wellness-Einrichtungen bei gleichzeitig sehr günstigen Preisen. Deshalb sei ein Wellness-Urlaub in einem 4 oder 5-Sterne-Hotel auch denen erschwinglich, die auf Preise achten müssen oder wollen. Aber auch ganz neue Angebote haben die Kunden angenommen. Die Malediven wurden das erste Mal avisiert und gleich durch Buchungen gut aufgenommen, während gerade das Geschäft mit den Fernreisen grundsätzlich zurückging, bis auf die Malediven also und auch Thailand. Alltours ist bisher mit den vielen Angeboten der All-inclusive sehr gut gefahren. Dennoch schien es dem Unternehmen richtig, mit „Premium De Luxe“ für den Sommer auch ein Angebot für das oberste Segment einzuführen. „Das war eine richtige Entscheidung. Diese Häuser laufen sehr gut. Wir sind hier mehr als zufrieden mit den Buchungszahlen und werden dieses Segment daher weiter ausbauen“, schloß Willi Verhuven.

www.alltours.de

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