Wieder kein Sieg gegen Angstgegner Ludwigsburg – Alba Berlin unterliegt 74:78 in eigener Halle

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© Foto: Winfried Laube, 2016
Berlin, Deutschland (Weltexpress). Der dezimierte Tabellendritte Alba Berlin empfing am Samstag in der Halle am Ostbahnhof vor den Augen der Mannschaft von Borussia Dortmund im Spitzenspiel vor 10.188 Zuschauern den Tabellensechsten MHP Riesen Ludwigsburg. Die Berliner verlorenen auf Grund der weiterhin verletzten Stammspieler mit 74:78 (33:43) und rangieren jetzt auf Platz sechs der Tabelle.

Beide Mannschaften trennten vor dem Spiel nur zwei Punkte. Die Ludwigsburger hatten Alba nicht nur im Hinspiel am 2. Januar in Ludwigsburg 90:80 geschlagen, sondern erwischten die Berliner zuvor auch schon in der Eurocup-Vorrunde zweimal auf dem falschen Fuß. Vor den eigenen Fans wollten die Albatrosse nun den Spieß gegen die Ludwigsburger umdrehen.
Das Handicap, dass nach Niels Giffey (Sehnenentzündung) und Jordan Taylor (Kapsel- und Bänderverletzung) nun auch Dragan Milosavljevic (Bänderverletzung) aus der Startformation nicht spielen konnten, wollten die Albatrosse in eigener Arena mit dem „sechsten Mann“ im Rücken ausgleichen. Wichtig wäre dabei vor allem ein guter Start ins Spiel gewesen, denn bei allen drei Niederlagen gegen Ludwigsburg hatte Alba sich das Siegen mit einem Fehlstart selbst schwer gemacht. Doch leider gelang dies aus Sicht der Berliner nicht.

Sasa Obradovic, Cheftrainer Alba Berlin, warnte vor dem Spiel: „Wir haben jetzt schon dreimal in dieser Saison gegen Ludwigsburg gespielt. Vor jedem Spiel haben wir geglaubt, auf ihre Spielweise vorbereitet zu sein. Aber in jedem Spiel mussten wir dann feststellen, dass wir eben nicht vorbereitet waren. Vor dem vierten Duell bleibt uns nur die Hoffnung, dass wir unsere Lektionen aus den ersten drei Spielen jetzt endlich gelernt haben und am Samstag in die Tat umsetzen. Sicher werden bei den Ludwigsburgern wieder Spieler Dreier treffen, die das normalerweise nicht tun. Aber der Schlüssel zum Sieg über Ludwigsburg liegt für uns bei den Ballverlusten. Davon dürfen wir uns nicht so viele erlauben wie in den vorigen Spielen.“

Spielverlauf
© Foto: Winfried Laube, 2016Es war von Anfang an das erwartet schwere Spiel für die dezimierten Berliner. Von einigen chiedsrichterentscheidungen begünstigt und mit einer guten Reboundstatistik (bis zum Ende der ersten Halbzeit 21:15) ausgestattet führten die Gäste aus Ludwigsburg im ersten Viertel 16:23.
Wenig lief zusammen bei den Albatrossen und obwohl die Gäste nicht überragend spielten lagen die Hausherren zur Pause 33:43 hinten. Alba war anscheinend überrascht von der Taktik der Gäste, die den Spielaufbau der Berliner bereits in deren eigener Hälfte energisch störten, indem sie den Aufbauspieler zum Teil doppelten. Trotz der daraus resultierenden Überzahl im Angriff konnte Alba daraus kaum Kapital schlagen. Alba war wieder einmal mit einer katastrophalen Dreierquote ausgestattet, sie trafen in der ersten Hälfte nur einen Dreier (1/10).
Die Schiedsrichter machten da weiter wo sie in der ersten Hälfte aufhörten, sie benachteiligten nach Meinung der Fans Alba Berlin. Da Alba zudem nicht den besten Tag erwischte, hielten die Gäste ihren Vorsprung (38:50/24.M). Die Albatrosse fanden nicht ins Spiel. Das merkten auch die Alba-Fans. "Wir wollen euch kämpfen sehen", schallte es durch die Arena.
Vor Beginn des letzten Viertels lagen die Berliner 50:64 hinten. Zum Ende des Spiels wurde es noch einmal unerwartet spannend. Zwei Sekunden vor Schluss hatte Alex King den Dreier zum Ausgleich auf der Hand, aber der gut rausgespielte Wurf  fand sein Ziel nicht und die Gäste entführten beim 74:78 Erfolg zwei wichtige Punkte aus Berlin im Kampf um die Playoff Plätze. Für Alba war dies dagegen ein Rückschlag.
Stimmen nach dem Spiel
© Foto: Winfried Laube, 2016John Patrick, Cheftrainer Ludwigsburg: „Ich bin stolz, dass wir ein sehr spannendes Basketballspiel in dieser tollen Atmosphäre in der Mercedes-Benz Arena gewonnen haben. In der ersten Halbzeit haben wir das Spiel kontrolliert, aber in der zweiten haben wir Stück für Stück das Momentum verloren. Alba hat defensiv Veränderungen vorgenommen und das Tempo erhöht. Dadurch haben sie am Schluss auch noch einen offen Wurf zum Ausgleich bekommen. Kompliment an Sasa Obradovic und sein Team für diese Leistung ohne Dragan Milosavljevic, Jordan Taylor und Niels Giffey.“
Sasa Obradovic, Cheftrainer Alba Berlin: „Auch wenn wir besser gespielt haben als in den Duellen zuvor gegen Ludwigsburg, haben sie den Sieg verdient. Wir sind wieder schlecht gestartet und es hat gedauert, bis ich mein Team wachgerüttelt bekommen habe, so dass sie die physische Spielweise angenommen haben. Unsere drei verletzten Spieler haben uns natürlich sehr gefehlt, aber wir können uns jetzt nicht zu lange mit der Niederlage beschäftigen. Schon am Dienstag haben wir ein noch wichtigeres Spiel als heute, in dem wir die nächste Eurocup-Runde erreichen wollen.“
Komplette Statistik
Viertelergebnisse: 16:23 – 17:20 – 17:21 – 24:14 (Endergebnis 74:78)
Fehlende Verletzte: Giffey, Milosavljevic, Taylor (Berlin), Shakur (Ludwigsburg)
Reboundverhältnis: 32 (Berlin) zu 36, Ballverluste 16 zu 9, Assists 19 zu 12
Dreier: 5/20 zu 4/28, Zweier 19/35 zu 22/33, Freiwürfe 21/24 zu 22/34
Zuschauer: 10.188
Top-Performer Berlin: Kikanovic 19pt 2rb / Cherry 18pt 10rb 7as / Akpinar 15pt 5as 4rb
Top-Performer Ludwigsburg: Brockman 14pt 12rb / Cotton 14pt 3rb 3as 3st
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