Vom Leben und Sterben auf und abseits der Rennstrecken – Zum Buch „Verlorene Freunde“ von Elmar Brümmer und Ferdi Kräling

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Elmar Brümmer und Ferdi Kräling: Verlorene Freunde. Das dramatische Leben und Sterben der größten Rennfahrer. © Delius Klasing

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Mit Lohnschreiber Elmar Brümer und Lohnfotograf Ferdi Krähling legen laut Bielefelder Verlag Delius Klasing „zwei Kenner der Motorsportszene“ ein Werk vor, in dem es in Wort und Bild um Menschen und Motoren geht, das sich vor allem um deren Rennsportleben und -sterben dreht. Das 144 Seiten lange und gebunden Buch, ungefähr im A4-Format und passend in Schwarz gekleidet sowie mit einem Schutzumschlag in braun- bis grauschwarzer Farbgebung, handelt von Karrieren in Kraftwagen, die mit dem Abtransport in Kisten endeten.

Tragisch das Ende. Dramatisch das Dasein davor. Darauf ließe sich der Inhalt voller Unzulänglichkeiten und Unfälle reduzieren, der nach den Vor- und Familiennamen derer, die exzessiv lebten und intensiv Kraftwagen im Kreis fuhren, gegliedert ist.

Michael Alboreteo, Ayrton Senna, Stefan Bellof, Manfred Winkelhock, Rolf Stommelen, Gilles Villeneuve, Harald Ertl, Ronnie Peterson, Carlos Pace, Tom Pryce, Graham Hill, François Cevert, Joseph Siffert, Pedro Rodríguez, Jochen Rindt, Piers Courage, Gerhard Mitter, Jim Clark und Graf Berghe von Trips sind die Namen der zu Grabe getragenen „Männer, die für den Motorsport tatsächlich alles – am Ende sogar im Wortsinn – gegeben haben“, lese ich im Editorial und auch, dass es „die Leidenschaft, mit der Rennfahrer ihren Träumen hinterherjagen“ sei, die sie zu etwas Besonderem mache. Zu Legenden wurden sie durch Lohnschreiber und Lohnfotografen, ganz zu schweigen von den Lohnarbeitern bei Radio und TV.

In einer Presseinformation des Verlags lese ich: „Als der Tod noch hinter jeder Kurve lauerte, waren Rennfahrer offenbar aus einem härteren Holz geschnitzt als heute. Für ihre Leidenschaft (und manchmal auch einfach nur für Geld) riskierten sie alles. Keiner im Fahrerlager wusste, ob man sich nach dem Rennen, nach dem Training oder einer Testfahrt wiedersah. Zu schlecht waren die Sicherheitsvorkehrungen an den Rennstrecken, zu rudimentär die ärztliche Versorgung vor Ort, zu experimentell die Fahrzeugkonstruktionen – und zu arrogant die Veranstalter, die oft genug selbst unter widrigsten Witterungsbedingungen Rennen starteten.“

Das hätte damals niemand, der einerseits mitmachte und sei es nur als kleinstes Teil des Betriebes, von dem er andererseits abbekam, und sei es nur als Autor, wirklich zu schreiben gewagt.

„Jeder, der dem Rennzirkus in der sogenannten guten alten Zeit häufiger beiwohnte“, heißt es weiter in der Pressemitteilung, „musste sich zwangsläufig die Frage stellen, warum die Jungs sich sowas antun.“ Die Frage laut und immer wieder zu stellen, den angepassten Berichterstattern kam das nicht in den Kram. Jedoch die Widerspenstigen, die das besser wussten, über das bessere Bewusstsein und das gute Gewissen verfügten und nicht gezähmt wurden, kritisierten das schon damals. Chronisten und Kritiker aber sind zwei paar Schuhe. „Verlorene Freunde“ ist mehr eine gute als eine schlechte Chronik, keine Frage, aber eine echte Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen im Allgemeinen und denen des „Rennzirkusses“ im Besonderen ist das vorliegende Buch keinesfalls.

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Elmar Brümmer und Ferdi Kräling, Verlorene Freunde, Das dramatische Leben und Sterben der größten Rennfahrer, 144 Seiten, 75 Farbfotos, Format: 21,6 x 28,6 cm, gebunden mit Schutzumschlag, Verlag: Delius Klasing, Bielefeld, 1. Auflage 2017, ISBN: 978-3-667-10970-5, Preise: 29,90 EUR (D), 30,80 EUR (A)

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