10.5 C
Deutschland
Donnerstag, 19. Oktober 2017
Schlagworte Suhrkamp Verlag

SCHLAGWORTE: Suhrkamp Verlag

Soll es ein anderer Mensch sein oder eine andere Welt? –...

Netzeband, Brandenburg, Deutschland (Weltexpress). Theatersommer Netzeband mit "Der gute Mensch von Sezuan" von Bertolt Brecht. "Ein guter Mensch sein! Ja, wer wärs nicht gerne, / sein...

Big Bang Bumm Variationen – Annotation zum Buch „Eigentlich müssten wir...

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Der Schweizer Schriftsteller und Werbetexter Heinz Helle hat uns einen schön düsteren Roman aufs Tapet gepflanzt. Fünf unsympathische Männer der Generation Party verbringen regelmäßig Saufabende in den Alpen. Sieverbinden Reste einer Jugendfreundschaft – und obgleich sie im Leben verschiedenen Sprossen des Erfolgs erklommen haben, bleibt das Wochenende außen vor.

Heiner Müller tanzt munter auf unseren Gräbern – Annotation zur Heiner-Müller-Gedichte-Sammlung...

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Unendlich sei Kristin Schult gepriesen! Sie hat für uns die epochale Sammlung sämtlicher Heiner-Müller-Gedichte zusammen getragen. Heiner Müller war nicht nur Theaterautor, er hat ein riesiges lyrisches Werk hinterlassen. Ob Lobpreisung der Aufbaujahre in der DDR, ob Kinderreim und hintersinnige Propagandaschnulze, Heiner konnte alles aus dem Stehgreif, bzw. in Stunden mühevoller Bastelarbeit beschwören.

Freiheit auf deutsch und als Taschenbuch – Über den wunderbaren Debüt-Roman...

Berlin (Weltexpress) - „Dann flog sie – „hoch“! Höher als er vorher jemanden hatte fliegen sehen. Ihr Fuß berührte den Stoff der Fahne. Ihre Haare flogen, und die Abzeichen um ihren Hals flogen, und der Brustbeutel unter ihrem T-Shirt flog auch. Und als sie ganz oben war, hörte er sie lachen. Er wusste jetzt, dass er verknallt war”¦“

Schleichdich mit dem Untergeher – Annotation

Berlin (Weltexpress) - Thomas Bernhard, der große unvergessene Grantler, legt posthum nochmal ordentlich nach. Der öffentliche Stänkerbold und FingerindieWundenLeger erfreut unser Leseherz mit 70 neuen Texten, die größtenteils noch nicht in Buchform erschienen sind.

„Ich bin eine ungarische Serbin, die in der Schweiz lebt“ –...

Frankfurt am Main (Weltexpress) - Wer die sechs Bücher der kurzen Liste gelesen hatte, konnte nicht überrascht sein, daß Melinda Nadj Abonji zur Trägerin des Deutschen Buchpreises gekürt wurde. Aber so hätten wir fast jeden der sechs Kandidaten im Eingangssatz begrüßt, denn die Jury hatte sich insgesamt mutig für Bücher entschieden, die sich in einem auf der selben Ebene befanden: es geht um Identitätssuche, um deutschen Spracherwerb, um Weltläufigkeit, womit gemeint ist, daß sowohl die Sujets der sechs Romane wie auch die Lebenswege ihrer Autorinnen und Autoren sogar über europäische Räume hinausgehen und zusammengehalten werden durch die deutsche Sprache, von der die Preisträgerin am heutigen Abend sagte, daß sie diese wie die ungarische liebe und vor Wochen bei einer öffentlichen Veranstaltung vor allem ihre Liebe zur Sprache des Heinrich von Kleist thematisierte. Auf die Frage, als was sie, die in die Schweiz emigrierte sich empfinde, antwortete sie schlicht und deutlich: „Ich bin eine ungarische Serbin, die in der Schweiz lebt.“

„Andernorts“ von Doron Rabinovici im Suhrkamp Verlag – Serie: Rezensionen der...

Frankfurt am Main (Weltexpress) - Das war das Erste, worin er, der 1961 in Tel Aviv geborene und seit 1964 in Wien lebende Autor sein weites Herz zeigte, als ihn nämlich bei der Literaturbefragung seines jüngsten Romans der Moderator auf seinen Nachnamen und das letzte ’i` ansprach, das man verschlucken müsse – darauf käme es ihm nicht so an, meinte der Autor, aber der Moderator bekam dies korrekt auch ohne dieses ’i` hin -, weil wie unser Schriftsteller dann begründete, dieses ’i` schriftsprachlich nur dazu da sein, das ’c` weich zu machen. So geht es einem mit seinem Buch „Andernorts“ auch. Vieles ist nur dazu da, Hartes weich zu machen, eigentlich verborgen zu sein, aber Verborgenes dann wieder ans Licht zu holen. Man saust auf den 286 Seiten ganz schön herum, auch in der Welt – die wie immer in unseren Breitengraden von Israel über die BRD bis in die USA gespannt ist - und vor allem in der Weltgeschichte, von denen die Juden auszeichnet, daß sie niemals eine lokale oder regionale Geschichte hatten, sondern immer alles zur Weltgeschichte aufgebläht wurde, oder wie in der unsagbar und unbeschreibbaren Zeit des Nationalsozialismus auch war, was sich mit der Entstehung des Staates Israel fortsetzte und heute mit den Zwei-Staaten-Theorien und einer halb staatsterroristischen Praxis in Israel und Palästina und Syrien und Jordanien immer noch nicht zu Ende ist, weichgemacht trotzdem.

Der Teufel werkelt bei Minsk – Über den wahrhaft gruseligen neuen...

Berlin (Weltexpress) - „Sarah hatte sich von Schweden aus nach Theresienstadt aufgemacht, um nach den Pritschen zu suchen, auf denen wohl ihre beiden Großeltern einst ihr Haupt gebettet hatten, bevor sie umgebracht wurden, sie war eine von den Pritschensuchern”¦die kannten wir hier in Theresienstadt schon, es waren meist junge Leute, deren Verstand von den Greueln einer peinigenden Vergangenheit umnebelt war, vom Grauen, das ihren Eltern, in vielen Fällen eher ihren Großeltern und Verwandten, zugestoßen waren, und von der Vorstellung überhaupt, daß das alles wieder geschehen könnte”¦“

Gibt es ein Leben nach Messis Tod?

Berlin (Weltexpress) - Der argentinische Soziologe und Philosoph Pablo Alabarces, beschäftigt sich in: Für Messi sterben? mit der Erfindung einer Nation. Für Alabarces hat der Fußball im Einwanderungsland Argentinien viel zur Ausbildung eines Bürgersinns beigetragen.

Vom Nutzen der Biographien anderer für das eigene Leben – Serie:...

Frankfurt am Main (Weltexpress) - Schon so lange wollen wir Catherine Fried „Über kurz oder lang. Erinnerungen an Erich Fried“ aus dem Wagenbach Verlag besprechen. Das ist ein kleines rotes Leinenbändchen mit einer umwerfenden Fotografie auf dem Titel. Das steht sie, die robuste und resolute Catherine und hat den kleinen Ehemann Erich Fried neben sich, der ihr, obwohl eine Treppenstufe höher stehend, gerade mal an den Mund reicht. So ein Bild vergißt man nie wieder, vor allem sie im langen schwarzen talarähnlichen Mantel und Siebenmeilenstiefeln und er locker mit Tasche in der Hand und verkrumpelter Hose und einem T-Shirt, das auch schon bessere Tage gesehen hat. Und dieses Foto drückt genau aus, was im Text zur Sprache kommt und was sich mit unseren eigenen Erinnerungen an Erich Fried verbindet, eine große Zärtlichkeit für diesen selbstsüchtigen Riesen – metaphorisch gesprochen - , der es fertigbrachte, daß alle nach seiner Pfeife tanzten, der aber seinerseits ein mitleidender und den Worten Flügel verleihender Dichter aus Wien war und blieb. Ein sehr schönes anrührendes Buch.

Meist gesehen

Top-Nachrichten