Spätes Glück und Erfahrung – Auftaktsieg für den 1. FC Union Berlin

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© Foto: Hans-Peter Becker

Berlin, Deutschland (Weltexpress) Der 1. FC Union startet mit einem 1:0 Heimsieg in die neue Saison. Der neue Trainer Urs Fischer feierte einen gelungen Einstand. Das Ergebnis stimmte , das Spiel war sonst ein eher lauer Kick. Das Verhindern von Toren stand im Vordergrund, es bahnte sich eine typische Nullnummer an. Die Abwehrreihen hatten das Geschehen im Griff, packende Torszenen blieben Mangelware. Aues Abwehrchef Christian Tiffert fand nach dem Spiel drastische Worte: „Also für mich, der Gegner sieht es wohl immer anders,… das war ein Spiel, wie geht das aus ? Es war nicht mal ein 0:0, eher ein minus eins zu minus eins, ohne Torchancen, ein typischer erster Spieltag.“

Christian Tiffert, ältester Akteur auf dem Platz, spielte überragend als Abwehrchef. Mit insgesamt 79 Ballaktionen war er der meistbeschäftigte Akteur im Spiel, dazu gewann er 73% seiner Zweikämpfe. Er wird müde abwinken, wenn er diese Zahlen hört. Leider unterlief ihm in der 86. Minute ein verhängnisvolles Foulspiel, zentral etwa 18 Meter vor dem Tor. Der in der 78. Minute eingewechselte Ex-Kapitän Felix Kroos versenkte den Freistoß und erzielte das Tor des Tages. Es war erst sein dritter Ballkontakt im Spiel. Riesenjubel nach dem Schlusspfiff, wie in der vergangenen Saison startet der 1. FC Union mit einem 1:0 in die Saison und endlich gelang mal wieder ein Heimerfolg gegen den FC Erzgebirge. Immerhin, der letzte Erfolg dieser Art in der Alten Försterei lag fast 5 Jahre zurück.

Taktik
Mit der Mannschaftsaufstellung überraschte Trainer Urs Fischer etwas. In der Innenverteidigung wurde neben Marvin Friedrich Routinier Michael Parensen in der Startelf aufgeboten. Im offensiven Mittelfeld bekam Akaki Gogia den Vorzug. Simon Hedlund blieb zunächst auf der Bank. Taktisch sortierte sich der 1. FC Union zu einem 4-2-3-1 und bei Ballbesitz war es ein 4-1-2-3. Die Erzgebirgler unter ihren neuen Trainer Daniel Meyer setzten ein 3-4-3 dagegen. In der Innenverteidigung standen einige bewährte Kräfte nicht zur Verfügung, vorallem die großen Jungs. Um so erstaunlicher, dass die Angreifer der Eisernen, abgesehen von drei Eckball-Situationen, im Auer Strafraum wenig Kopfballduelle gewannen.

Routinier Michael Parensen rückte als Innenverteidiger in die Startelf Foto: Hans-Peter Becker
Routinier Michael Parensen rückte als Innenverteidiger in die Startelf Foto: Hans-Peter Becker

Im Mittelfeld, in der spielgestaltenden Zone, waren die Räume eng. In der 2. Halbzeit scheuten die Gäste jegliches Risiko, lediglich zwischen der 31. Minute und dem Halbzeitpfiff erspielten sie sich zwei gute Torchancen. So hätten Fabian Kalig in der 33. und Dimitrij Nazarov in der 36. Minute treffen müssen. Die Eisernen hatten bereits in der 6. Minute eine gute Chance, Akaki Gogia zwang, mit einem Schuss aus ca. 20m, Aues Kapitän und Torwart Martin Männel zu einer Parade.
Die Anfangsphase nach der Pause gehörte den Wuhlheidern. In der 56. Minute gewann Sebastian Andersson ein Kopfballduell, doch der Ball strich knapp über die Torlatte. Ab der 60. Spielminute mutierte das Spiel zur typischen Nullnummer. Das Aufbauspiel der Eisernen war noch recht ansehnlich. Grischa Prömel und Manuel Schmiedebach spielten einige gute Aufbaupässe, meist auf den sehr fleißigen Marcel Hartel (50 Ballkontakte und mit Abstand die beste Laufleistung – 12,65 Km – im Spiel) Beide spielten mehr eine Doppelsechs, wobei Prömel sich mehr nach vorn bewegte, während Schmiedebach parallel zur Vierabwehrkette operierte. Dass es, trotz 18 Torschüssen, so wenig packende Torszenen gab, lag daran, dass die Stürmer zu wenig 1 zu 1 Situationen suchten, dadurch keine Ballverluste riskieren wollten.

Die Außenverteidiger rückten nur bei sicheren Ballbesitz (bei ruhenden Bällen) nach vor auf. Während der gesamten Spielzeit ergab sich keine gefährliche Möglichkeit für die Gäste, einen schnellen Konter zu fahren. So waren Kenny Redondo und Gogia gut gegen mögliche Ballverluste abgesichert. Beide wurden ausgewechselt. Hier hätte sich der Trainer wohl Druck von den Aussenstürmer-Positionen erhofft.

Fazit

Felix Kroos-schoss das Tor des Tages Foto: Hans-Peter Becker
Felix Kroos-schoss das Tor des Tages Foto: Hans-Peter Becker

Wie in der vergangenen Saison, gab es einen knappen 1:0 Auftaktsieg. In der Feinabstimmung ist noch einiges zu tun, was nach dem ersten Spieltag nicht verwundert. Aus dem letzten Vorbereitungsspiel gegen die Queens Park Rangers zog Urs Fischer wohl die Lehre, dass es doch besser ist, in der Innenverteidigung auf Erfahrung zu setzen. So spielte neben Marvin Friedrich nicht, wie eigentlich erwartet, Lars Dietz, sondern Michael Parensen. Es war die „gewisse Erfahrung“ die hier den Ausschlag gab, Dietz und Friedrich, das wäre ein sehr junges Innenverteidiger-Pärchen gewesen, so begründete Fischer seine Entscheidung. Der Erfolg gab dieser Maßnahme recht.

Stimmen zum Spiel
Dimitrij Nazarov (Stürmer FC Erzgebirge Aue)
„Wir hätten zur Halbzeit führen können, das haben wir nicht geschafft. Es tut natürlich brutal weh, wie wir hier verloren haben.“

Christian Tiffert (Kapitän FC Erzgebirge Aue)
„In der Hälfte zwei haben wir nur noch verteidigt, das war souverän, haben nichts zugelassen, trotzdem war es zu wenig um hier zu gewinnen.“

Jan Hochscheidt (Mittelfeld FC Erzgebirge Aue)
„Der letzte Pass hat gefehlt und die Chancen hätten wir besser nutzen müssen.“

Michael Parensen (Verteidiger 1. FC Union Berlin)
„Es war kein besonders schönes Fußball-Spiel. Es gibt noch viel zu verbessern. Zukünftig müssen wir mutiger nach vorn spielen. Aue hat ein gutes Pressing gespielt und auf Fehler von uns gelauert.“

Christopher Trimmel (Kapitän 1. FC Union Berlin)
„Defensiv war es ganz okay, in der Offensive müssen wir mehr 1 zu 1 Situationen suchen.

Marvin Friedrich (Innenverteidiger 1. FC Union Berlin)
„Dass Michael Parensen neben mir gespielt hat, wurde im Laufe der Woche eben so festgelegt. Ich fühle mich wohl neben ihm und er gibt der Mannschaft viel Ruhe. Wir haben zu null gespielt und insofern hat es funktioniert.“

Daniel Meyer (Trainer FC Erzgebirge Aue)
„In der 1. Halbzeit hatten wir zwei gute Möglichkeiten, sogar bessere als Union. In der 2. Halbzeit waren wir passiver, haben aber kaum etwas zugelassen.“

Urs Fischer (Trainer 1. FC Union Berlin)
„In der ersten Halbzeit hat man gemerkt, dass der Druck auf unserer Seite lag. In der 2. Halbzeit haben wir uns dann mehr zugetraut. Der Sieg war natürlich glücklich, aber eben auf Grund der Steigerung nach der Pause nicht unverdient.“

Spieldaten
2. Fußball-Bundesliga 1. Spieltag
1. FC Union – FC Erzgebirge Aue
05.08.2018 15:30 Uhr
Ergebnis: 1:0

1. FC Union Berlin
Tor: Rafal Gikiewicz Abwehr: Christopher Trimmel; Michael Parensen; Marvin Friedrich; Ken Reichel Mittelfeld: Grischa Prömel; Manuel Schmiedebach (78. Min. Felix Kroos); Akai Gogia (58. Min. Simon Hedlund); Marcel Hartel: Kenny Redondo (66. Min. Joshua Mees) Angriff Sebastian Andersson 4-2-3-1 (4-1-3-2)
Trainer: Urs Fischer

FC Erzgebirge Aue
Tor: Martin Männel Abwehr: Fabian Kalig; Christian Tiffert; Malcolm Cacutalua Mittelfeld: Calogero Rizzuto; Clemens Fandrich; Jan Hochscheidt (77. Min. Tom Baumgart); Robert Herrmann Angriff: Sören Bertram; Mario Kvesic (69. Min. Nicolai Rapp); Dimitrij Nazarov (ab 85. Min. Emmanuel Iyoha) 3-4-3
Trainer Daniel Meyer

gelbe Karten
21. Min Malcolm Cacutalua (FC Erzgebirge Aue)
44. Min Manuel Schmiedebach (1. FC Union Berlin)
75. Min Grischa Prömel 1. FC Union Berlin)
84. Min Tom Baumgart (FC Erzgebirge Aue)

Tore: 87. Min Felix Kroos (1. FC Union Berlin)

Zuschauer: 21.752 Stadion Alte Försterei

Schiedsrichter: Benjamin Cortus; Florian Badstübner; Thomas Stein; Steffen Brütting

angenehmes Wetter (26 Grad C)

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