Schwimmen neben dem Walhai – Ein Rundgang auf der IFA

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Alle Jahre wieder geht auch Klaus Wowereit, Berlins Regierender Bürgermeister, über die IFA. Sein Eröffnungsrundgang führt ihn u.a. zur Samsung Electronics GmbH, wo er das Interactive LCD Whiteboard von Samsung ausprobiert.
Berlin (Weltexpress) - Neben mir schwimmt der Walhai. Das blaue Riesentier mit den gelben Flecken ist mit seinen 16 m Länge der größte Fisch überhaupt. Zum Glück ernährt er sich von Plankton, ebenso wie die großen Wale und man braucht ihn deshalb nicht zu fürchten. Aber was ist denn das für ein kleines Fischchen, das über seinem Rücken daherschwimmt? Das ist wohl ein weißer Hai mit einer bescheidenen Länge von nur 2 m. Aber der hat reichlich spitze Zähne, also nichts wie weg in ein Korallenriff. Ganze Schwärme wirklich kleiner Fische kommen mir daraus entgegen.

Das habe ich an einem 3D-Bildschirm bei Sony erlebt und es war eben so echt, wie im richtigen Leben. In der Sony-Halle ist es dunkel. Im Zentrum befinden sich sechs riesige Quader, auf welche Scheinwerfer Bilder malen. Sony hat sich, gemäß der eigenen Werbung, das Ziel gesetzt, der 3D-Technik für den heimischen Fernseher zum Durchbruch zu verhelfen. Man braucht allerdings noch immer die Spezialbrille, was natürlich unproblematisch ist. Bei Samsung kann man bereits einen Bildschirm bewundern, wo man auch ohne Spezialbrille 3D sehen kann. Es gibt aber nur Trickfilme. Da kann man schlecht beurteilen, ob es genauso gut ist, wie die Unterwasseraufnahmen.

Ich glaube allerdings nicht daran, dass die 3D-Technik bald die Wohnzimmer erobern wird. Das sehe ich nicht aus technschen Gründen so, sondern aus wirtschaftlichen. Jetzt sind erstmal Flachbildschirme mit der Leuchtdiodentechnik LED Backlight, HDDT-Übertragung und höhere Bilfrequenzen angesagt. So lange sich das nicht die meisten angeschafft haben, wird man die 3D-Technik zwar entwickeln, dem Kunden auch mehr und mehr auf den Geschmack bringen, aber mit der Markteinführung warten bis zur nächsten Absatzkrise für Unterhaltungselektronik.

Um dieses Thema ging es u.a. auch beim Mittagsmagazin der ARD, an dessen Sendung aus deren Messe-Studio ich teilnahm. Als ich kam, war gerade Ulrich Deppendorf, Leiter des Hauptstadtstudios der ARD, auf der Bühne. Er sinnierte über den Ausgang der bevorstehenden Bundestagswahlen, dass man kaum sagen könne, wie das ausgehe, denn die Wähler würden ja immer unberechenbarer werden, wie aus den jüngsten Landtagswahlen zu ersehen sei. Auch würden sich diese bösen Wähler immer kurzfristiger entscheiden und bei den nunmehr zu berücksichtigenden fünf Parteien wisse man erst recht nicht ,wer nachher mit wem koaliere. Jedenfalls sei es spannender geworden, seit den drei Landtagswahlen. Schönen Dank, nun sind wir alle schlauer als zuvor, wie gut, daß es "Experten" gibt!

Was hier leider nicht thematisiert wird: Die Bildschirme werden immer flacher, die Fernsehprogramme auch! Schärfer wird immerhin die Bildqualität, aber nicht die der Information. Die Bildqualität ist allerdings auch Thema bei diesem Mittagsmagazin. Wie gesagt, nun steht ersteinmal die Einführung des HDTV, des High Definition TV, auf der Tagesordnung. Die Öffentlich-Rechtlichen wollen damit im Februar nächsten Jahres beginnen. Dazu braucht man natürlich die ganz neuen, flachen Bildschirme, um in dieser neuen Bildqualität empfangen zu können. Aber immerhin werden für alle Zuschauer mit Röhrenempfänger sämtliche Programme noch lange in der bisherigen Qualität ausgestrahlt. Bei den privaten Anbietern soll man HDTV nur mit einer Zusatzkarte empfangen können, die es zwar zunächst zum Schnuppern gratis gibt, später dann aber zahlungspflichtig. Vielleicht nehmen sich ja die Anbieter der allerflachsten selber vom schönen Flachbildschirm.

Was gibt es sonst noch zu sehen? Da ist ein Touch-Screen, wo man mit den Fingern auf dem Bildschirm einen Globus drehen kann. Mit gespreizten Fingern kommt man an die Länder näher heran, mehr Einzelheiten werden sichtbar, mehr Ortsnamen tauchen auf. Schiebt man die Finger enger zusammen, hebt man sozusagen wieder ab, erhebt sich höher über die Karte und sieht schließlich die Erde aus der Raumschiffperspektive. Es braucht Übung, den Globus auf diesem Bildschirm richtig zu handhaben, mit der Kombination von Fingerbewegung und -haltung, aber es gibt nette Übungsleiterinnen für die richtige Berührung.

Wer das Graffity-Sprayen überhaupt nicht lassen kann, darf dies jetzt auch virtuell tun. Die Spraydose ist ersetzt durch einen elektronischen Stick und die Bildwand, auf die man diesen richtet, nimmt dann in gewählter Farbe die Formen an, die man halt "sprayt". Anschließend dann kann schlicht und einfach die Löschtaste betätigen und sofort ist die Bildwand wieder sauber und sinnentleer.

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