Sardinien-Abend in Berlin mit bunten Bildern und grauer Mischpoke – Ein (reise-)politischer Kommentar

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© Münzenberg Medien, Foto: Stefan Pribnow, 2016

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Dass Sardinien „ein faszinierendes und bezauberndes Land“ sei, wie auf der Einladung zu einem Sardinien-Abend in Berlin zu lesen steht, das glauben wir gerne, ohne dienstlich dort gewesen zu sein.

Die Veranstaltung, über die mit leichter Hand zu schreiben ich mich wohl wissend, dass journalistische Speichellecker, Hofberichterstatter und Leisetreter ihren Mund nach dem Lesen dieses Berichts nicht halten werden können, erst heute entschloss, fand am 24. Mai 2016 ab 18.30 Uhr in einer „Berliner Freiheit“ genannten kahlen Räumlichkeit im Erdgeschoss eines großen Eckgebäudes auf dem Lenné-Dreieck wenige Gehminuten vom Potsdamer Platz entfernt statt. Zu dieser Abendveranstaltung lud Simona Dedoni, die unter Sardinien Reisen firmiert und mit einer Website wirbt, die laut Strato AG (26.05.2016) „soeben freigeschaltet“ wurde, wobei zu dieser Internetpräsenz „noch keine Inhalte hinterlegt“ seien, im Namen der „Region Sardinien“ ein. Die Räumlichkeit war ungleich voller als die Website sardinienreisen.berlin.

Zu viele Reise-Rentner der in Deutschland umstrittenen Gesellschaft namens Ctour, die vorgibt ein „Club der Tourismus-Journalisten“ zu sein, aber im Kern von greisen DDR-Gestalten unter Klüngel-König Hans-Peter Gaul (der war auch da) gebildet wird und kritischen sowie echten Journalisten als Hort von Partei und PR gilt, waren dort, aber auch andere Rentner, Heuchler, die vom Hof berichten, und zwar vom ebenfalls in die Jahre gekommenen Tourismus-Dialog von und mit Gerhard Kirsch (der stand – so lange nachgereicht wurde – genüsslich kauend direkt neben dem Tresen), der als Anhängsel von Politik (CDU) und Ökonomie (Reiseindustrie) alles andere denn kritisch scheint und auch mehr mit dem Magen knurrende Medien-Meute als bissige und also kritische oder wenigstens unabhängige Presse anzieht. Kurzum: Zwei, drei Dutzend dieser Leute lungerten vor der Getränke- und Essensausgabe, die erst mit Speis und Trank nicht nachkam und deren Vorräte alsdann schnell versiegten, wie Hungerleider.

Mehr Pack als Presse: Wenn man sogenannte Journalisten wie Rainer Löhr (Ex-Ctour-Mitglied) oder Michael Kaiser (Ctour-Mitglied, der noch eine weibliche Begleitung dabei hatte, wobei beide manchen Aktiven in der Reise-Branche als faule „Schwarzfahrer“ gelten, weil sie sich zwar als „Reise-Journalisten“ zu „Presse-Reisen“ einladen lassen, anschließend aber weder die Produktion noch die Distribution von Reise-Berichten erfolgt) sieht, dann fehlen nur noch weitere Möchtegern-Journalisten und Presse-Kasper wie Mathias Dikert (Ctour-Mitglied) von der grottenschlechten „Reisegala“, der weder richtig schreiben noch fotografieren kann. Hauptberuflich tätige und echte Journalisten konnte man an diesem Abend an einer Hand abzählen. Die Italienische Handelskammer für Deutschland e.V., die sich „die Bestätigung“ der „Teilnahme“ vorbehielt, lud diese Mischpoke offensichtlich ein. Das kann man bedauern, muss man es deswegen hinnehmen?

Dennoch waren die typischen und traditionellen Produkte der nach Sizilien zweitgrößten Insel des Mittelmeeres lecker. Dafür sorgte in der Küche der „Berliner Freiheit“ der sardische Chefkoch Battistino Menneas des Restaurants Monti Blu aus Nuor.

Wir sahen jedoch nicht nur die abstoßenden Bilder der grauen Mischpoke vom Buffet sondern auch schöne bunte Bilder von Sardinien, die auf zwei Videowänden gezeigt wurden.

Was wir nicht sahen, das war eine auf der Einladung angekündigte Verlosung – Zitat: „Während der Veranstaltung findet eine Verlosung statt, bei der Sie einen Sardinienaufenthalt gewinnen können.“ Diese Verlosung fand nicht statt.

Immerhin wurden die versprochenen „interessanten Informationen über die italienische Region Sardinien“ vermittelt, wenn auch von einem rhetorisch eher rückständigen Redner, der nur diejenigen vom Hocker riss, die einmal kurz verschwanden.

Höhepunkt des Abends war zweifelsohne ein zeitlich knapp bemessener Auftritt des sardischen Musikers und Komponisten Mauro Palmas. Dessen italienische Lieder sind politisch und populär. Perfekt.

Wer mehr von Sardinen sehen und hören, riechen und schmecken will, der muss nach Sardinien reisen. So einfach ist das.

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