Ron-Arad-Vernissage in Berlin ohne Ron Arad

© FCA

Der neue 500er, der Nuovo 500  löste das Fahrzeug der Faschisten ab. Das neue Modell steht wie wenig anderes für die scheinbar parlamentarische Ersten Republik Italiens. Einerseits. Andererseits steht es für die  Mafia-Republik nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, in der mit dem Faschismus, keine Frage, anders als in Deutschland und Österreich grundlegend gebrochen wurde, weil große Gruppe der italienischen Gesellschaft, Linke, Sozialisten, Kommunisten, Anarchisten in der Tradition der Resistenza und des Partisanenkampfes stehend, sich von Benito Mussolini, von den Faschisten unter Mithilfe der Alliierten befreiten und den Faschismus dennoch ächteten. Auch für diese Revolution und den Aufbruch der Ersten Republik steht der Fiat Nuovo 500, der in der Zeit des Flowerpowers bunt die Fiat-Fabriken verließ.

Dieses alte Modell inspiriert heute Menschen, die Gegenstände gestalten wollen. Öffentlichkeitsarbeiten erklären den Fiat 500 zur Legende, Designer zur Ikone. Klamme Künstler legen daran Hand an. Der 1951 in Tel Aviv geborene Ron Arad wuchs als Sohn einer Malerin und eines Fotografen in Israel auf, studierte erst in Jerusalem an der Kunstakademie, dann in London an Architectural Association School of Architecture. Fortan machte der Mann in Möblen als Künstler und als Unternehmer. Er brachte es bis zum Professor für Möbel- undProduktdesign, erst in Wien, dann in London.

Als Architekt war er am Bauhaus Museum in Tel Aviv beteiligt. Ihm zu Ehren wurde mit Unterstützung von Fiat, die wiederum mit AD Promotion kooperierten, am Donnerstagabend zu einer Ron-Arad-Vernissage ins Hotell Zoo Berlin „in den wiedereröffneten Prachtpalast am Ku`damm“ geladen. Über die Bezeichnung „Prachtpalast“ darf man geteilter Meinung sein, immerhin stimmt die Behauptung Wiedereröffnung nach einem zwei Jahre währenden Umbau.

Zu 19 Uhr – und viele kamen kleckerweise und später – versammelten sich geladene Gäste überwiegend in Schwarz und Weiß gekleidet sowie einige in vielen Facetten Greige (grau und beige), wobei die hiesigen Schwarzhemden unangenehm auffielen. Die auf das Äußere Wert legenden Lustwandler entlang der wenig beachteten wie wenigen ausgestellten Werke von Ron Arad werden sich nichts dabei gedacht haben. Deren Köpfe hatten Pause. Für das leibliche Wohlergehen der Geladenen gab es Fingerfood und Flaschenwein sowie Longdrinks.

Vor dem Verzehr durften die Gäste glotzen. In einer Grußbotschaft, die auf ein paar großen und kleinen Fernsehern gezeigt wurde, tauchte Ron Arad – übrigens nicht mit einem Schwarzhemd gekleidet – auf und schüttelte ein paar Sätze aus dem Ärmel und warf sie wie Perlen vor die Säue. In Erinnerung dürfte diesen geblieben sein, dass der Mann einen Hut aufhatte. Was bleibt noch?

Der Fiat 500 als Ron-Arad-Edition in limitierte Auflage. Serienmäßig  erhält sie, wie FCA mitteilt,  „unter anderem ein feststehendes Glasdach, Chrom-Akzente, schwarze Ledersitze mit elfenbeinfarbigen Kontrastnähten aus der Manufaktur Poltrona Frau, das zentrale Instrument als TFT-Display mit sieben Zoll Bildschirmdiagonale, Lederlenkrad mit Fernbedienungstasten für das Infotainmentsystem Blue&Me, Klimaautomatik, Nebelscheinwerfer, 16-Zoll-Leichtmetallräder sowie weiße Abdeckkappen der Außenspiegel an Bord“. Unter der Haube brummt ein 1,2-Liter-Benziner mit 51 kW (69 PS). Ein Auto der Auflage sei „zu einem Basispreis von 18.950 Euro zu haben“, teilt der auf der Berliner Vernissage als Marken-Botschafter anwesende Florian Büngener mit. Büngener vergißt als Pressesprecher für den Fiat 500 von FCA nicht zu erwähnen, dass der Käufer ein „originalgetreuen Modellautos im Maßstab 1:18 für die Vitrine“ gratis und gerne dazubekomme.

Zurück zu Arad, der „seit vielen Jahren Fiat-Fan“ sei, wie die FCA Germany AG (weil die Fabbrica Italiana Automobili Torino längst wie der Nuovo 500 Geschichte ist, während das So-ähnlich-Modell seit 2007 in der Retro-Reihe vom Band läuft – und zwar in Polen) schriftlich mitteilt, brachte dafür die weiße Silhouette aufs Äußere eines Blackjack 500 beziehungsweise auf eine Metallic-Lackierung in Vesuvio-Schwarz. Bereits „im Dezember 2013“, fährt ein Fiat-Prospekt fort, „entschied er (Arad, d.Verf.) sich für den klassischen Fiat 500 als zentralen Protagonisten seiner Ausstellung ’In Reverse` in Pinacoteca Agnelli in Turin.“

In Berlin zeigte Die Ron-Arad-Vernissage ohne Ron Arad immerhin, dass Ron Arad ein Stück Straßenkunst schuf, „ohne nachts mit der Spraydose anzurücken“ (Arad über Arad). Vielleicht sollten ein paar Sprayer auf die Ausstellung und das Hotel Zoo Berlin vorrücken? Die würde dem ganzen Drumherum und der „Design-Ikone“ im Besonderen bestimmt den nötigen Drive geben.

Der grundsätzlich in Schwarz-Metallic lackierte Fiat 500 Ron Arad Edition ist zusätzlich zu seiner exklusiven Optik besonders reichhaltig ausgestattet. Serienmäßig sind unter anderem ein feststehendes Glasdach, Chrom-Akzente, schwarze Ledersitze mit elfenbeinfarbigen Kontrastnähten aus der Manufaktur Poltrona Frau, das zentrale Instrument als TFT-Display mit sieben Zoll Bildschirmdiagonale, Lederlenkrad mit Fernbedienungstasten für das Infotainmentsystem Blue&Me, Klimaautomatik, Nebelscheinwerfer, 16-Zoll-Leichtmetallräder sowie weiße Abdeckkappen der Außenspiegel an Bord. Angetrieben wird das Sondermodell vom 1,2-Liter-Benziner mit 51 kW (69 PS). Das Sammlerstück ist zu einem Basispreis von 18.950 Euro zu haben – inklusive eines originalgetreuen Modellautos im Maßstab 1:18 für die Vitrine.

Mehr über die Ron-Arad-Edition unter
http://www.fiat500.com/de-de/modelle/500RonArad

Vorheriger ArtikelWirtschaftsstandort Kärnten – Präsentation in der Österreichischen Botschaft
Nächster ArtikelMarco Polo basiert auf der V-Klasse – Im kleinen Mercedes-Benz-Camper können bis zu vier Personen schlafen