Raffael, Preetz und Gegenbauer schießen Hertha ab

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© Foto: Hans-Peter Becker

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Raffael, Preetz und Gegenbauer schießen Hertha ab? Der Reihe nach. Gestern ballerte beim 4:2 der Borussia aus Mönchengladbach der 32 Jahre junge Raffael im Berliner Olympiastadion Hertha BSC die Bude voll.

Ex-Herthaner Raffael schießt die Berliner Hertha ab

Früh führten die Fohlenelf vom Niederrhein mit 3:0. Für die Tore sorgten Lars Stindl (5.), Thorgan Hazard (14./Handelfmeter nach Videobeweis) und Raffael (20.).

Fortan agierten deie Rheinländer zu passiv, ließen die Berliner gewähren. Folglich kamen die Blau-Weißen wieder ran durch Tore von Vedad Ibisevic (28.) und Mitchell Weiser (70.).

Doch der Ex-Herthaner Raffael schoss ein zweites Tor für die Gäste (77.), sein 50. für Borussia Mönchengladbach, und stellte das 4:2-Endergebnis her. Durch den Sieg im Auswährtsspiel im Berliner Westend kletterte die von Dieter Hecking trainiete Mannschaft hoch auf den dritten Platz der Tabelle der 1. Bundesliga der Männerfußballer. Nur die Mannschaften der Fußball-Unternehmen aus München und Leipzig stehen vor den Fohlen.

Raffael, der auch Flauten kennt, soll am kommenden Samstag im Heimspiel gegen den FC Bayern München dort weitermachen, wo er in Berlin aufgehört hat, wünschen sich Hecking und seine Mannschaftskameraden. Soll heißen: Tore schießen.

Was ist bloss bei der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA los?

Nicht weitermachen sollen hingegen der einstige Fußballer und heutige Funktionär Michael Preetz sowie der Berliner Bourgeois Werner Gegenbauer, wie es scheint. Das könnte man jedenfalls meinen, wenn man die Posse um einen Pott namens Hertha hört.

Ein Pott? Der Pott! Die aktuelle Posse dreht sich um ds „Gründungsschiff von Hertha BSC“. Posse?

Christian Wolter, Her­tha-Prä­si­di­ums­mit­glied, war wie Ingmar Pering, der ebenfalls Präsidiumsmitglied ist, Initiator beim Kauf des alten Schiffes, das derzeit in Wustermark liegt. Nach dem heutigen Schrottdampfer benannten die Brüderpaare Fritz und Max Lindner sowie Otto und Willi Lorenz am 25. Juli 1892 den Fußballverein.

Wolter erhebt schwere Vorwürfe: „Gegenbauer will uns in Misskredit bringen.“ Die Rückholer der schwimmenden Hertha brachten nur 1892 Aktien an Land. Sie sammelten zu wenig Geld ein. Nun wollen sie den Laden in eine Kommanditgesellschaft umwandeln, damit Hertha-Fans Kommanditisten werden. „Dann gehört der Dampfer den Fans und keiner kann ihnen die Hertha nehmen“, erklärte Wolter jüngst gegenüber dem „Tagesspiegel“.

Martin Einsiedler schreibt in seinem Beitrag „Käufer erhebt Vorwürfe gegen Präsident Werner Gegenbauer“ („Tagesspiegel“, 18.11.2017) darüber, dass „ein erbitterter Machtkampf um den Dampfer entbrannt“ sei und zitiert Wolter mit den Worten: „Ein deutliches Indiz, dass die Vereinsführung gegen Pering und ihn arbeite, sei, dass weder Gegenbauer noch Manager Michael Preetz oder Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller eine Aktie des Dampfers erworben hätten. „Das sagt doch schon alles.“

Beweise für die Behauptungen sollte Wolter am kommenden Montag vorlegen, dann wird das Stück „Die Mitgliederversammlung“ in Berlin über die Bühne gebracht. In der „B.Z.“ (19.11.2017) wird die Frage gestellt, ob darüber das Präsidium „zerbricht … oder die Zukunft von Wolter in diesem Gremium“. Dass Wolter nicht kampflos gehen werde, das kündigte er bereits im „Tagessiegel“ an. Werden wir berichten?

Der Fisch stinkt bekanntlich vom Kopfe her

Ob und wie wir berichten können, das hängt wohl weniger von Raffae als vielmehr von Gegenbauer und Preetz ab.

Wir erinnern uns: Gegenbauer und Preetz traten gegen WELTEXPRESS eine Kampagne los, bei der sogar die Jüdische Gemeinde zu Berlin und Redakteure anderer Zeitungen involviert waren, weil wir sowohl über den „halbstaatlichen Club“ der Berliner Bourgeoisie berichteten als auch über Klüngel und Korruption im Zusammenhang mit Walter-Bau, deren Lohnarbeiter das Berliner Olympiastadion sanierten, und dem Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“. Dort wie auch beim Berliner Bankenskandal tauchte immer wieder der Name Gegenbauer auf.

Der nahm, so steht zu vermuten, einen nichtigen Anlaß am 18. Februar 2012, um zurückzuschlagen. Humorvolle Fragen von Stefan Pribnow, Chefredakteur des WELTEXPRESS, wurden herangezogen als Begründung für ein wenige Tage später gegen ihn verhängtes Stadionverbot. Zwar gewann Pribnow einen Strafprozeß – darüber mehr oder weniger gegen Gegenbauer – am 23. Oktober 2013 vor Gericht, doch das Stadionverbot besteht bis heute.

Schlimmer noch: Verantwortliche der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA entblödeten sich über die Jahre nicht, eine Kollektivstrafe (ähnlich der Sippenhaft zur Zeit des Hitler-Faschismus) zu verhängen. Autoren, die für WELTEXPRESS berichten wollten, wurden über die Jahre Akkreditierungen für Heimspiele verweigert, teils mit fadenscheinigen Behauptungen, oftmals mit schlichter Ignoranz.

Mythen, Märchen und Ignoranz aber sind unser Geschäft nicht. Wir klären auf!

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