Philipp Amthor, die Fleisch gewordene Jungherrenklasse der CDU

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Philipp Amthor (CDU).
Philipp Amthor (CDU) am 21.2.2018 auf Twitter: Quelle: Twitter

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Wie unsere Kanzlerin angekündigte, hat sich die CDU verjüngt. Nicht nur bei den Ministern, sondern auch auf den Hinterbänken im Reichstag. Nein, die Optik trügt nicht. Philipp Amthor ist mit seinen 25 Jahren nicht nur jüngster CDU-Abgeordneter im Bundestag, er erinnert von seinem Auftreten und Habitus an die Herrenklasse in Hitler-Deutschland. Als ich ihn das erste Mal entdeckte, wurde ich das Gefühl nicht los, dass den Kerl irgendjemand geklont haben könnte. Wenn Amthor ans Rednerpult tritt und loslegt, dann lassen Gestus, Mimik und Optik dunkle Zeiten wieder aufleben. Sein Auftreten wirkt wie aus einem schlechten Film. Gut möglich, dass der junge Mann sich zu viele Schwarz-Weiß-Filme aus der Zeit der Reichsparteitage angesehen hat.

Einerseits fragt sich ein herkömmlicher Erwachsener, wie es dieses manierierte Mitglied bis in den Deutschen Bundestag geschafft hat, andererseits wäre auch wissenswert, wer ihm die Steigbügel gehalten hat. Kaum ernannt, zog Amthor auf der Rednerbühne im Stile früherer Demagogen gegen den Lieblingsfeind der CDU vom Leder. Gleich im Anschluss machte der akkurat gescheitelte Abgeordnete seinem altklugen Habitus alle Ehre. Sein Büro habe einen „Hass-Anruf“ von einem AfD-Sympathisanten erhalten und ihn übel beschimpft. Daraufhin habe er, Amthor, den AfD-Menschen zerlegt. Uijuijui.

Und dann führt wie eine auf Jung-Arier getrimmte MdB-Karikatur weiter aus, dass die CDU sich „überall wo es rechtlich möglich ist“, sich der Vollverschleierung von Muslima entgegenstellen wolle. Dass Amthor die vorgegebene Linie seiner Parteichefin und Kanzlerin verließ und damit voll auf die Linie der AfD einschwenkte, das schien der Gute nicht bemerkt zu haben. Macht nichts, viele werden es nachsehen, zumal sich Angela Merkel auch oft widerspricht. Nun, wie ich immer zu sagen pflege: Ut sicut domum Dominae (Wie die Herrin, so’s Gscherr).

Was lesen wir in der Presse über den Gernegroß. Amthor sei eigentlich selbst für ein Verbot von Burka und Niqab, hätte dieses aber, da der Antrag der AfD handwerklich schlecht gewesen sei, einzig aus diesem Grund, abgelehnt. Na, wenn das so ist. Aber zitieren wir doch seinen Satz im Original: „Wer ein pauschales Verbot fordert, hat seine Hausaufgaben nicht gemacht.“ Das bedeutet, dass es mit der CDU niemals ein generelles Verbot geben wird, höchstens eine von Islamisten akzeptierte Einschränkung gegen das Folterinstrument Niqab.

Dieser Jungkasper ist bereits rein äußerlich abschreckend genug, intellektuell betrachtet scheint mir, dass in seinem Falle betreutes Denken Not täte. Gewiss, besonders helle wirkt der Knabe noch nicht, aber er steckt als Novize unter den CDU-Abgeordneten, bei denen er sich selbst in die konservative Ecke stellt, noch in der Ausbildung.

Inzwischen tut mir dieser Bundestagsfrischling Philipp Amthor ein wenig leid. Womöglich ist er von einem CDU-Haudegen vorsätzlich verheizt worden. Welcher gestandene Politiker wäre schon so naiv, sich im eifernden Tonfall eines Freisler ans Rednerpult zu stellen und zu verkünden, dass Artikel 1 (Menschenwürde) und Artikel 2 (Recht auf körperliche Unversehrtheit) des Grundgesetzes in Deutschland lediglich für Männer uneingeschränkt gelten dürfen.

Amthor hofiert frauenverachtende Islamisten, verhöhnt Frauenrechtler und säkulare Muslime, indem er nassforsch behauptet, in Frankreich oder Österreich sei zwar ein pauschales Verbot der menschrechtsverletzenden Vollverschleierung möglich, nicht aber in der BRD, da sich unser Grundgesetz dem Recht der freien Religionsausübung unterzuordnen haben. Alle Wetter!

Kein Profipolitiker wäre so dumm, öffentlich und leidenschaftlich Frauen zu Menschen zweiter Klasse zu erklären. Welcher Spitzenpolitiker wäre so wahnsinnig, allen Frauen des Landes den Krieg zu erklären, außer diese CDU-Grünschnabel?

Anmerkung:

Der Beitrag von Claudio Michele Mancini wurde unter dem Titel „Philipp Amthor, Fleisch gewordene Arier der CDU“ im „Scharfblick“ am 27.2.2018 erstveröffentlicht.

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