Papier ist geduldig oder Wenn aus Latenz Präsenz wird – Pfiffe gegen Özil und Gündogan zeigen Risse! Wann bricht der Damm?

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Ein Staudamm.
Ein Staudamm in Japan. Quelle: Pixabay

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Massen von Menschen sind, wenn sie sich versammeln, scheinbar schwer zu verstehen. Nicht immer scheint ihr Verhalten von Vernunft gesteuert, auch wenn viele Menschen Massen zu manipulieren und zu steuern versuchen.

Mitunter sind es nicht Persönlichkeiten, welche die Massen motivieren dieses zu tun und jenes zu unterlassen, sondern von der Masse als solche herbeigeführte Prozesse, die Ergebnisse zeitigen, mit denen die Wächter der Öffentlichen Ordnung, darunter fällt auch die der Politischen Korrektheit, nicht gerechnet haben. Mit den Pfiffen von Zuschauern der Elf des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gegen Mesut Özil und Ilkay Gündogan.

Beim freundschaftlichen Kellerkick gegen Saudi-Arabien konnte sich Özil zwar auf der Bank verkriechen, noch nie kam eine Knieverletzung gelegener, aber Gündogan wurde von Joachim Löw in der 57. Spielminute aufs Feld geschickte und fortan ausgepfiffen. Gegenüber dem vorletzten Grottenkick der DFB-Spieler gegen Österreich nahm der Unmut sogar noch erheblich zu.

Dass nicht die Ergebnisse der beiden Spiele bleiben in Erinnerung, sondern die Pfiffe gegen die Spieler, die dem türkischen Präsidenten Erdogan (AKP )Geschenke brachten, um anschließend, nach einer Welle der Kritik, der Heuchelei die Krone aufzusetzen, sich mit Bundespräsident Steinmeier (SPD) trafen, das ist wichtig und richtig.

Dass Lukas Rilke das Geschehene in einem Stadion am Autobahnkreuz Leverkusen für ein „würdelosen Spektakels“ und „Rassismus“ hält und in „Spiegel-Online“ (9.6.2018) zu wissen vorgibt, „wessen Geistes noch immer erschreckend viele Zuschauer bei Spielen der deutschen Mannschaft sind“, das ist allerdings dummes Zeug.

Özil und Gündogan sind nur zwei Personen von vielen, denen ihr Gelaber über ihre Zugehörigkeit zu den Deutschen nicht mehr geglaubt wird. Ihren Zugehörigkeitsbekenntnissen zum Trotz werden als das gesehen, was sie sind: Söldner im großen Fußball-Geschäft dieser Welt und Soldaten aus Erdogans fünfter Kolonne. Sie sind offensichtlich nützliche Idioten für die einen, die in der Fremde gut bezahlen, und für die anderen, zu denen sie sich zugehörig glauben.

Rilke besitzt die Chuzpe Alice Weidel (AfD) zu zitieren. Die habe angeblich gefordert, dass „die Spieler am besten gleich ihr Glück in der türkischen Nationalmannschaft ihres Präsidenten suchen“ sollten. Dass Lohnschreiber Rilke einen Kommentar nicht mehr von einer Forderung unterscheiden kann, geschenkt, aber dass er sich erstaunt geriert, dass „die Sichtweise, dass Özil und Gündogan nun mal Türken seien und eben nicht die Deutschen, als die ihre Pässe sie ausweisen“, verbreitet sei, das wird als Dokumentation seiner gedanklichen Leere und begrifflichen Blindheit gewertet werden.

Die Pässe, die Personen wie Özil und Güdogan als Deutsche und DFB-Spieler ausweisen, sind nichts weiter als geduldiges Papier. Die Wahrheit sind die Pfiffe in den Stadien dieses Landes und zwar von Leuten, die es besser wissen. Muselmanisierung und Masseneinwanderung unter den Merkel-Regierungen von CDU, CSU und SPD haben es bei Duldung von sich als Grüne und und Linke gerierenden Gestalten des Politklimbim der Altparteien geschafft, dass aus Latenz Präsenz wurde.

Was Rilke und so viele andere Kommentatoren der Politischen Korrektheit nicht verstehen ist, dass sich die Stimmung längst gedreht hat. Nicht die Pfiffe sind der Fehler. Die Pfiffe der Unzufriedenen machen auf Fehler aufmerksam, Fehler, die mit Fußball wenig, aber mit der Gesellschaft als Ort konfligierender Interesse viel zu tun haben.

Dass die Belogenen und Betrogene sich über ihre Erniedrigung empören, das ist richtig und wichtig.

Die Wut, die wächst, als Ausdruck einer politischen Himmelsrichtung zu deuten oder als Rassismus, erinnert an Wahrsagerei, nicht an Wahrheitsfindung.

In „Achgut“ (9.6.2018) nähert sich Quentin Quencher dieser Wahrheit an. In seinem Beitrag „Das Pfeifen im Stadion“ deutet er die Pfiffe nicht für die „eines Ventils, dass den Überdruck im Kessel reguliert und dafür sorgt, dass dieser uns nicht um die Ohren fliegt“. „Nein“, notiert er. „Das Pfeifen“ wirke auf ihn „unkontrolliert, eher wie ein Riss in der Staumauer“. Und er hält fest: „Ein Tabu wurde gebrochen, das Diktat der Politischen Korrektheit wurde hinweggefegt. Die hilflosen Erklärungsversuche der Kommentatoren und Moderatoren in TV und Radio zeigen auf, was sie sich noch nicht zu denken getrauen und dass ein Dammbruch in der Gesellschaft bevor steht. Und der hat überhaupt nichts mit Fußball zu tun, hier zeigen sich nur die ersten Risse.“

Müssen die Wächter der Öffentlichen Ordnung mit mehr Rissen rechnen? Wann bricht der Damm? Wann wehren sich die Deutschen gegen Muselmanisierung und Masseneinwanderung?

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