P.E.N. verurteilt Anklage gegen Baltasar Garzón

Die Anklage erfolgt, weil rechtsgerichtete spanische Gruppierungen wie die immer noch tätige Franco-Partei Falange Beschwerde gegen den Menschenrechtler eingereicht haben. Das P.E.N.-Zentrum Deutschland, Teil der internationalen Schriftsteller-Vereinigung PEN, sieht mit großer Sorge, dass hier offenbar wieder einmal die nötige historische Aufarbeitung und die Gerechtigkeit gegenüber Opfern wie Tätern einer Diktatur mit formaljuristischen Argumenten verhindert werden soll. Verfahrensweisen dieser Art sind in der Vergangenheit auch in Deutschland nur zu bekannt geworden. Der deutsche P.E.N., der 2009 Baltasar Garzón für dessen Bemühungen um die Menschenrechte den Hermann-Kesten-Preis verliehen hat, weist auch darauf hin, dass innerhalb Europas die Massengräber in Spanien wie die in Deutschland oder Russland längst keine bloß nationalen Angelegenheiten mehr sind. Wer gegen Garzón ein Berufsverbot erwirken will, behindert damit auch die Ermittlungen dieses international tätigen Richters gegen die Rechtfertigung von Folter in Guantanamo.

Für das P.E.N.-Zentrum Deutschland

Herbert Wiesner, Generalsekretär

PEN-Zentrum DeutschlandKasinostraße 3D-64293 DarmstadtTel.06151-23120Fax 06151-293414

eMail: PEN-Germany@t-online.de
www.pen-deutschland.de

* * *

Pressemitteilung des PEN-Zentrum Deutschland vom 09.04.2010.

Vorheriger ArtikelEine Art Nachruf, aber die Welt steht immer noch Kopf – Große Baselitz Retrospektive im fünfjährigen Museum Frieder Burda und der Staatlichen Kunsthalle in Baden-Baden
Nächster ArtikelEngel aus Eisen – endlich sind Thomas Braschs Filme auf DVD verfügbar