Mutmaßlicher BVB-Bomber gefasst – Töten und Verletzen aus Habgier?

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Süd. Fans des BVB 09 in Schwarz und Gelb. Quelle: Pixabay, gemeinfrei, CC0 Public Domain

Dortmund, Deutschland (Weltexpress). Der Angriff mit drei Bomben auf den BVB am Abend des 11. April 2017 ist über eine Woche her. Am Freitagmorgen wurde in Baden-Württemberg ein Tatverdächtiger festgenommen.

Dazwischen ist viel passiert. Borussia Dortmund schied im Viertelfinale der Champions League gegen AS Monaco aus. Sowohl das Heimspiel am nächsten Tag nach dem Anschlag, bei dem ein Spieler und ein Polizist verletzt wurden, als auch das Auswärtsspiel gingen für den BVB verloren.

„Kicker Online“ (21.04.2017) notiert: „Er sei seit dem 13. April per Haftbefehl wegen 20-fachen versuchten Mordes und Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion gesucht worden. Laut Generalbundesanwalt waren an den Ermittlungen mehrere hundert Beamte des Bundeskriminalamtes sowie der nordrhein-westfälischen und der baden-württembergischen Polizei beteiligt.“

Frank Jansen und Kai Portmann schreiben im „Tagesspiegel „(21.04.2017)“, dass der Festgenommene ein „28 Jahre alter Deutsch-Russe“ sei.

Der BVB, der „auf eine schnelle Aufklärung“ hofft, „dankt den ermittelnden Behörden“. „Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft, des Bundeskriminalamts und der nordrhein-westfälischen Polizei wurden sehr intensiv und mit Hochdruck geführt. Dafür bedanken wir uns in aller Form und hoffen, dass in dem Tatverdächtigen nun der Verantwortliche für den niederträchtigen Anschlag auf unsere Spieler und Staff-Mitglieder gefasst werden konnte“, betonen Hans-Joachim Watzke, Borussia Dortmunds Vorsitzender der Geschäftsführung, und Präsident Dr. Reinhard Rauball unisono.

Die drei Sprengsätze, die in „unmittelbarer Nähe des BVB-Mannschaftshotels neben dem Bus … explodierten“, sind vermutlich nicht die Tat von Islamisten (in Verdacht gerieten schnell zwei Islamisen aus Nordrhein-Westfalen), sondern die eines Habgierigen. Dazu schreiben Jörg Diehl und Fidelius Schmid in „Spiegel Online“ (21.04.2017): „Der mutmaßliche Täter soll aus Habgier versucht haben, mit dem Bombenanschlag möglichst viele Teammitglieder von Borussia Dortmund zu töten oder zu verletzen. Er wollte nach Erkenntnissen der Ermittler auf diese Weise einen Kurssturz der BVB-Aktie erzwingen und mit sogenannten Put-Optionen ein Vermögen verdienen.“

Getötet wurde niemand, aber „Borussia Dortmunds Abwehrspieler Marc Bartra wurde schwer am Arm verletzt und musste operiert werden“, wie der BVB der Presse mitteilte. Auch heute betonen die Verantwortlichen: „Dass es keine weiteren Verletzten oder gar Tote gab, war – wie wir heute wissen – ausschließlich großem Glück geschuldet.“

Die Mannschaft und viele Menschen wollen Aufklärung. BVB-Kapitän Marcel Schmelzer fasst das in Worte und will „die tatsächlichen Hintergründe des Anschlags erfahren. Für alle, die im Bus saßen, wären diese Informationen wichtig, denn sie würden den Verarbeitungsprozess deutlich erleichtern.“

Wenn sich der Verdacht erhärtet, dann wollte der mutmaßliche Täter nicht aus politischen Motiven Töten und Verletzten, sondern aus Habgier

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