Mit Arbeitssieg ins Achtelfinale – Bayern aus München gewinnt bei Celtic in Glasgow

Celtic Glasgow
The Celtic Football Club aus Glasgow. Quelle: Pixabay

Glasgow, Schottland, UK (Weltexpress). Mehr war nicht drin. Der Bayern München gewann Dienstagnacht mit 2:1 (1:0) bei Celtic Glasgow. Für die Keltischen aus Glasgow war wirklich nicht viel mehr möglich. Zwar spielte die Männermannschaft aus München in der größten Stadt Schottlands glanzlos, doch der FC Bayern siegte am Ende dank der deutlich besseren Spieler.

Vorspiel

Brendan Rodgers stellte als Trainer von The Celtik Football Club seine Startformation gegenüber der 0:3-Niederlage in der bayerischen Landeshauptstadt auf vier Positonen um: Bitton, Dembelé, Forrest und Roberts ersetzten Gamboa, Griffiths, McGregor und Ntcham. Bayern-Trainer Heynkes wechselte sogar fünf Spieler nach dem Sieg den Rasenballsport Leipzig aus. Joshua Kimmich, Mats Hummels, Sebastian Rudy und Thiago blieben auf der Bank und der verletzte Robert Lewandowski gleich ganz zuhause.

Die erste Halbzeit

In einer alles andere als glorreich zu nennenden Begegnung in der Gruppenphase der Champions League genannten Königsklasse der Vereinigung Europäischer Fußballverbände (UEFA) gelang den Bayern gegen kompakt agierende Schotten, die hinten dicht machten und selten etwas anbrennen ließen, wenig. Wie so oft waren es individuellen Fehler, wie die von Torwart Craig Gordon, die zum Toreschiessen einluden. Kingsley Coman ließ sich das Geschenk des Gastgebers, bei dem die gesamte Defensive falsch stand, nicht nehmen und traf zur frühen Führung ins leere Tor (22.).

Coman soll den Ball mit der Hand mitgenommen haben, monierte vor allem Gordon noch während er von Coman umkurvt wurde, doch Schiedsrichter Danny Makkelie aus den Niederlande erkannte den Treffer trotzdem an, auch wenn sich weitere Abwehrspieler dem Gesuch von Gordon anschlossen und viele Fans pfiffen, aber anschließend und angesichts des gegebenen Tores ungewohnt ruhig blieben.

Die erste große Gelegenheit kurz nach Spielbeginn gehörte jedoch Stuart Armstrong, der nach Flanke von James Forres im Paradies genannten Celtic Park in Glasgower Stadtteil Parkhead, das mit 57.000 Zuschauern ausverkauft war, Pech beim Abschluss hatte. Zwar bietet das Stadion an der Kerrydale Street eine Kapazität von 60.832 Plätzen, doch mehr durften aufgrund von UEFA-Bestimmungen aus Sicherheitsgründen nicht hinein.

David Alaba musste in höchster Not vor dem einschussbereiten Moussa Dembelé klären (30.). Größere Gelegenheiten ergaben sich nicht. Beide Mannschaften wirkten uninspiriert in ihrer Vorwärtsbewegung, wobei Glasgow flugs nach vorn rannte, während München eine kontrollierte Offensive mimte.

Die zweite Halbzeit

Nach dem Pausewhisky scheiterte erst Armstrong mit einem Distanzschuss an Bayern-Torhüter Sven Ulreich (48.), dann James Rodríguez mit einem Versuch an Gordon (67.).

Gegen Ende der Partie glich Callum McGregor zum viel umjubelten 1:1 aus (74.). Obwohl die Männer aus München nicht den Eindruck vermittelten, gewinnen zu können, zeigten sie sich nach dem Ausgleich engagierte. Javi Martínez, der erneut auf der Sechser-Position vor der Viererkette agierte und manchen Angriffen der Männer vom River Clyde den Wind aus den Flusssegeln nahm, krönte seine herausragende Leistung mit einem Kopfballtreffer kurze Zeit später (77.). Ein Torwartfehler und ein hoher Ball in den Strafraum brachten den 2:1-Sieg und zeigten, dass der Rekordmeister aus Deuschland weit von der Art und Weise des Fußballspielens unter Josep Guardiola entfernt ist. Damals war mehr Pep im Spiel, heute ist es mehr Jupp – will sagen: es sind dank fehlender Einzelkönner wieder Wille und mannschaftliche Geschlossenheit, mithin: Disziplin. Immerhin das hat der neue Alt-Trainer Josef Heynckes in die Wege geleitet.

Nachspiel

Weil der FC Bayern München durch den knappen aber nicht unverdienten Arbeitssieg nach vier Spielen mit 9 Punkten uneinholbar auf dem zweiten Platz der Gruppe B steht, ist das Achtelfinale erreicht. Paris Saint-Germain Football Club bleibt nach dem 5:0-Heimsieg gegen Tabellenschlusslich RSC Anderlecht nach vier Spielen mit 12 Punkten weiter auf dem ersten Platz.

Viele Neuner machen noch keinen Lewandowsky. Der Ausfall des polnischen Starstürmers in den Reiehen des Rekordmeisters offenbarte das fehlende Niveau der Heynkes-Elf im Angriff. Der Offensive fehlt Kreativität. Hinten bügelte Martínez manche Unstimmigkeiten in der Abwehr und des Mittelfeldes aus. Keine Frage: Personell muss aufgerüstet werden, um gegen PSG und andere mithalten zu können. Für die Bundesliga reicht dieses Niveau. Bedauerlicherweise.

Spieldaten

Ergebnis: Celtic Glasgow – FC Bayern 1:2 (0:1)
Tore: 0:1 Kingsley Coman (22.), 1:1 Callum McGregor (74.), 1:2 Javi Martínez (77.)
Mannschaft Celtic Glasgow: Craig Gordon (Tor) – Mikael Lustig, Dedryck Boyata, Nir Bitton, Kieran Tierney – Scott Brown, Stuart Armstrong (79. Leigh Griffiths) – James Forrest, Callum McGregor, Scott Sinclair (64. Thomas Rogic) – Moussa Dembelé
Mannschaft Bayern München: Sven Ulreich (Tor) – Rafinha, Niklas Süle, Jerome Boateng, David Alaba – Corentin Tolisso (83. Joshua Kimmich), Javi Martínez – Arjen Robben (90.+4 Thiago), Arturo Vidal (59. Sebastian Rudy), Kingsley Coman – James
Schiedsrichter: Makkelie (Niederlande)
Gelbe Karten: keine
Zuschauerzahl: 57.000 Zuschauer
Wetter: spätherbstlich, frisch und windig

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