Mexiko: Marichuy als indigene Präsidentschaftskandidatin registriert

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Mexiko
Quelle: Pixabay


Berlin, Deutschland (Weltexpress). Am Samstag den 7. Oktober ließ sich María de Jesús Patricio Martínez als unabhängige Kandidatin für die Präsidentenwahlen 2018 registrieren. Beim Verlassen der Nationalen Wahlbehörde erklärte die von ihren Anhängern Marichuy genannte Patricio Martínez, dass sie nicht als eine weitere Einzelkandidatin zur Wahl antritt. Vielmehr kandidiere sie als Sprecherin des Indigenen Regierungsrates CIG, welcher kollektiv die Interessen der indigenen Bevölkerung Mexikos vertritt.

Sprecherin des Indigenen Regierungsrates CIG

Ende 2016 beschlossen Vertreter*innen der Zapatistischen Armee zur Nationalen Befreiung EZLN und des Nationalen Indigenen Kongresses CNI einen basisdemokratisch gewählten Regierungsrat, den Concejo Indígena de Gobierno, einzurichten. Dieser soll Mexiko aus der aktuellen, schweren Krise führen. Auf der konstituierenden Versammlung des CIG im Mai dieses Jahres wurde neben den Mitgliedern des Regierungsrates auch Patricio Martínez als Präsidentschaftskandidatin bestimmt.

Mit der Nominierung einer indigenen Präsidentschaftskandidatin wollen CNI und EZLN sichtbar machen, dass Millionen Mexikaner*innen mit indigenen Wurzeln marginalisiert und diskriminiert werden, von politischen Ämtern ausgeschlossen sind und in extremer Armut leben. Nach dem Willen der beiden Organisationen soll der Indigene Regierungsrat den sozialen Zusammenhalt im Land wieder herstellen und die Belange der indigenen Bevölkerung mehr in den Mittelpunkt der Politik rücken.

Noch 800.000 Unterschriften nötig

Unmittelbar nach ihrer Registrierung als Präsidentschaftskandidatin trat Patricio Martínez eine Rundreise durch die zapatistischen Unterstützer-Gemeinden im Chiapas an. Zufällig fiel zeitgleich mit ihrer Ankunft in den besuchten Regionen das Mobilfunknetz aus. Von Seiten des Indigenen Regierungsrates wird vermutet, dass das Netz abgeschaltet wurde. Denn Marichuy hat noch eine große Hürde für die Zulassung zur Präsidentschaftswahl 2018 zu nehmen. Innerhalb von 120 Tagen muss sie gut 800 Tausend Unterschriften von wahlberechtigten Unterstützer*innen sammeln. Die Registrierung der Unterschriften erfolgt über eine Handy-App, für deren Nutzung ein funktionierendes Internet benötigt wird.

Anmerkung:

Die Erstveröffentlichung des Beitrags erfolgte am 24.10.2017 beim Nachrichtenpool Lateinamerika.

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