Mexiko: Generalstaatsanwaltschaft entschuldigt sich öffentlich bei indigenen Frauen

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Quelle: Pixabay


Oaxaca, Mexiko (Weltexpress). Späte Wiedergutmachung wurde drei indigenen Frauen für ihnen durch den mexikanischen Staat zugefügtes Unrecht zuteil. Ende Februar entschuldigte sich die Generalstaatsanwaltschaft öffentlich dafür, sie aufgrund falscher Anschuldigungen angeklagt zu haben. Jacinta Francisco, Alberta Alcántara und Teresa González wurden im März 2006 für ein nie begangenes Verbrechen angeklagt und zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Die drei Frauen verbrachten mehr 3 Jahre im Gefängnis, bevor der Generalstaatsanwalt im September 2009 die Vorwürfe gegen sie endgültig fallen ließ.

Bereits im Juli 2009 kam die mexikanische Menschenrechtskommission zu dem Schluss, dass es in dem Verfahren falsche Beweismittel gegeben hatte. Auch Amnesty International forderte aufgrund der erwiesenen Verfahrensfehler, dass die Vorkommnisse weiter untersucht werden. Es war zu offensichtlich, dass die drei Frauen nur deshalb angeklagt und verurteilt wurden, weil sie einer marginalisierten Bevölkerungsgruppe angehörten. Immer wieder kommt es in Mexiko vor, dass arme Menschen, Frauen oder Indigenen für nicht von ihnen begangenen Straftaten angeklagt und verurteilt werden.

Der mexikanische Justizapparat gilt als hochgradig ineffektiv und korrupt. Mehr als neunzig Prozent der Kapital- und Gewaltverbrechen bleiben straffrei. Nicht selten werden Unschuldige verhaftet und angeklagt, um die wahren Täter zu decken. Auch wird das Strafverfolgungssystem genutzt, um Vertreter sozialer Bewegungen einzuschüchtern und Proteste zu kriminalisieren.

Anmerkung:

Die Erstveröffentlichung des Beitrags erfolgte am 28.02.2017 beim Nachrichtenpool Lateinamerika.

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