Mehr Marx für Trier – Standbild aus Bronze von Karl Marx in Trier enthüllt und Londoner Lesesessel liebevoll vorgeführt

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Ein Blick aufs Karl-Marx-Haus in Trier.
Eine Außenansicht des Karl-Marx-Hauses in Trier. Quelle: Pixabay

Trier, Deutschland (Weltexpress). In Trier steht nicht nur das Geburtshaus von Karl Marx, das um 1727 als barockes Wohnhaus erbaut und 1928 durch die SPD erworben wurde, sondern ein neues Standbild, ein Marx-Denkmal, das zum 200. Geburtstag des Sohnes der Stadt an der Mosel enthüllt wurde.

Der überlebensgroße Marx mit Rauschebart und Gehrock ist aus Bronze gefertigt, mit Sockel 5,50 Meter hoch, und ein Geschenk der Volksrepublik China. An der Enthüllung nahm Guo Weimin als Vizeminister des Informationsbüros des Staatsrates der Volksrepublik China teil, aber auch Andrea Bätschi-Nahles von der SPD und weitere wichtige Mitglieder der Anti-Arbeiterparei SPD. Mein Marx würde sich im Grabe umdrehen bei diesem Gesocks von rund 200 Ehrengäste genannten Gartenzwergen im Verhältnis zum Riesen, die sich rund um seinen Sockel versammelten.

Wir bleiben in der Stadt, in der Marx 17 Jahre seines Lebens lebte, gehen aber zurück zum Geburtshaus, das seit 1968 von der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) als Museum betrieben. Dort wurde heute vor einer Sozen-Gemeinde bei einem Festakt zur Wiedereröffnung des Museums Karl-Marx-Haus eine neue Dauerausstellung eröffnet.

Die Ausstellung würde sich laut FES der Person Karl Marx sowie dem Gesellschafts- und Kapitalismuskritiker des 19. Jahrhunderts widmen. Zu dessen Leben werde Marx „als von den Umbrüchen des 19. Jahrhunderts geprägten Oppositionellen, der in ein Leben im Exil in verschiedenen europäischen Städten gezwungen wird“, gezeigt, während zu dem Werk „Marx‘ Ideen in den vier Hauptarbeitsfeldern Philosophie, Journalismus, Gesellschaftswissenschaften und Ökonomie veranschaulicht“ werde.

Das Werk Marxens ist nicht von seiner Wirkung zu trennen. So wird die Zeit nach dessen Tod 1883 in London dokumentiert. Insbesondere sozialistische und kommunistische „Regime“ genannte Versuche, dessen Protagonisten Marx zu „instrumentalisieren“ versuchten, werden dargeboten bis zur „Finanzkrise von 2007/2008“, die laut FES eine „aktuelle ‚Marx-Renaissance'“ ausgelöste habe.

Doch für die verbliebenen Hand voll mehr oder weniger Marxisten unter den Sozen wird der Höhepunkt der Ausstellung vermutlich im Londoner Lesesessel liegen, der angepriesen wird wie Moselwein und den Gästen der Festveranstaltung liebevoll vorgeführt wurde.

Dabei sollte man den sich Genossen nennenden Mitgliedern der SPD einmal mitteilen, dass Marx zentrales Objekt nicht der Londoner Lesesessel war, sondern der Kapitalismus, der nicht auf Leistung beruht, sondern auf Ausbeutung, weil das Eigentum an großem Kapital einer kleinen Minderheit ermöglicht, sich immer weiter zu bereichern und von der Arbeit anderer zu leben.

Dem diente vor allem die Agenda-2010-Politik von SPD und Olivgrünen, die in der Bundesrepublik Deutschland einen gigantischen Niedriglohnsektor schaffte, während die Eigentümer an den Produktionsmitteln und also Unternehmen riesige Rekordgewinne scheffelten. Doch davon, dass sie Marxens Theorie in der Praxis bestätigen, wollen die Sozen in den sozialdemokratischen Partien im Reichstag, die von der AfD über die CDU, CSU, Grüne, Linke bis zur SPD reicht, weiter nichts wissen.

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