Max Beckmann, Die Stillleben – Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle vom 5. September 2014 bis 18. Januar 2015

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© Fotos Elke Backert, 2014
Hamburg, Deutschland (Weltexpress). Das facettenreiche Werk von Max Beckmann (1884–1950) wurde vielfach erforscht und ausgestellt. Das Interesse lag dabei meist auf seinen Figurenbildern, mythologischen Werken, Landschaften oder Selbstporträts. Den faszinierenden Stillleben Beckmanns widmet nun die Hamburger Kunsthalle erstmalig eine umfassende Ausstellung – bisher hat es eine solche Schau weder in Deutschland noch im Ausland gegeben.

Das Stillleben ist in allen Schaffensphasen Beckmanns präsent: von den frühesten Gemälden über die Kriegsjahre, die Frankfurter Zeit, das Amsterdamer Exil bis zu den letzten Jahren in den USA. In seinen Kompositionen mit verblühenden Blumen und erloschenen Kerzen setzt Beckmann die unmittelbare Gegenwart des Lebens in ein Spannungsverhältnis mit Vergänglichkeit. Mit der Darstellung von Früchten, Muscheln oder Meerestieren feiert er die Welt in ihrem Reichtum an Farbe und Form, Material und Stofflichkeit. Gerade in seinen Stillleben formt Beckmann das für ihn typische komplexe Bildgefüge aus. Indem er immer wieder Interieurs, Landschaften oder Figuren in seine Stillleben integriert, eröffnet er aufregende Grenzbereiche zu anderen Gattungen und spielt virtuos mit unterschiedlichen Ebenen von Wirklichkeit.

In zahlreichen Werken baut Beckmann Objekte aus seinem privaten Umfeld ein. Einige dieser Objekte, etwa ein chinesisches Räuchergefäß in Form einer Keramikkröte oder ein peruanisches Steigbügelgefäß mit Schlangenmotiv oder ein Lampenfuß in Form eines Elefanten oder ein Kameruner Zeremonialgefäß, sind in der Ausstellung zu sehen. Als reale Gegenstände beleuchten sie die Frage, wie Beckmann mit dem Material umgeht, aus dem er seine Bilder formt, wie viel darin der Realität entnommen und wie viel erdacht ist.

Die Ausstellung, die von zwei wichtigen Werken im Bestand der Hamburger Kunsthalle ausgeht, darunter das Gemälde Großes Fisch-Stillleben (1927), versammelt rund 70 Gemälde und einige Aquarelle aus den Jahren 1905 bis 1950. Bedeutende, auch selten gezeigte Werke aus privaten und öffentlichen Sammlungen Europas, der Schweiz und den USA veranschaulichen die eindrucksvolle Vielfalt des Themas. Zu den Leihgebern gehören: Neue Nationalgalerie, Berlin; Pinakothek der Moderne, München; Kunstmuseum Winterthur; The Baltimore Museum of Art; The Museum of Fine Arts Boston; Saint Louis Art Museum; Staatsgalerie Stuttgart; Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Washington DC.

Ein außergewöhnlich umfangreiches Vermittlungsprogramm bereichert den Besuch der Ausstellung. Die Hamburger Kunsthalle legt damit in besonderer Weise den Fokus auf eine zielgruppengerechte Kunstvermittlung: Mit Hilfe eines Multimedia-Guides, der dank der Freien und Hansestadt Hamburg realisiert werden konnte, erfahren die Besucher in einer audio-visuellen Führung mehr über die Kunstwerke und Objekte. Ein Mitmach-Heft für Kinder und ein speziell konzipiertes Vermittlungsangebot für Kitas und Grundschulen wird durch die Zuwendung der Commerzbank-Stiftung ermöglicht. Zahlreiche Vortrags-, Gesprächs- und Musikveranstaltungen für Jugendliche und Erwachsene runden die Ausstellung ab, die zudem von den Freunden der Kunsthalle, der Hubertus Wald Stiftung und der Art Mentor Foundation Lucerne unterstützt wird.

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebildertes Buch mit wissenschaftlichen Texten (Prestel Verlag, 200 Seiten, deutsche und englische Ausgabe, 29 Euro), das im Museumsshop und unter www.freunde-der-kunsthalle.de erhältlich ist.

Die Ausstellung Max Beckmann. Die Stillleben ist ausschließlich in der Hamburger Kunsthalle zu sehen.

Kuratorin: Dr. Karin Schick, Assistenz: Anna Heinze

Website: www.hamburger-kunsthalle.de

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