Kuchen mit Kräutern – Slowenische Botschaft lud zu „Kaffee und Potica“ ein

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Potica
Potica mit Estragon am 6. Juni 2017 in der Slowenischen Botschaft in Berlin. © 2017, Foto: Fritz H. Köser

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Der Raum in der slowenischen Botschaft in Berlin-Mitte mag eher nüchtern wirken, dennoch fühlt man sich bald wie bei Oma oder Muttern. Es liegt wohl an dem duftenden Hefekuchen, auf großen Tellern locken appetitliche Stücke. Die slowenische Botschaft hatte kürzlich Medienvertreter zu Kaffee und Kuchen eingeladen, genau genommen zu Kaffee und Potica, dem slowenischen Festtagsgebäck. „In Slowenien kennen wir mehr als 80 Füllungen“, so Botschafterin Marta Kos Marko. Hier warten drei Sorten auf die Gäste. Rosinen, Walnuss – und, recht ungewöhnlich, Estragon. Entsprechend schimmert es leicht grünlich aus dem Kuchen, geschmacklich macht sich ein zartes Anisaroma bemerkbar.

Slowenien sei hierzulande leider immer noch recht unbekannt, bedauert die Botschafterin, doch seit kurzem verzeichne das 20.000 Quadratkilometer große Land zwischen Alpen und Adria einen starken Anstieg an deutschen Besuchern, die nach Italienern und Österreichern an dritter Stelle stehen. Neben der imposanten Landschaft mit Wäldern und Bergen bietet es auch eine spannende kulinarische Szene, beeinflusst von Alpen, Mittelmeer und dem Balkan. Trotz der kleinen Fläche habe man das Land daher in 24 gastronomische Regionen unterteilt, so Marta Kos Marko. 315 Nationalgerichte gebe es.

Erst im Januar diesen Jahres wurde die Slowenin Ana Ros zur „besten Köchin der Welt“ gekürt, von „The World´s 50 Best Restaurants“. Ihr „Hisa Franco“ (Haus Franko), liegt in einem idyllischen Tal nahe der italienischen Grenze. Die Küche kann als kreativ-regional bezeichnet werden. Eine Spezialität des Hauses sind Forellen aus dem nahegelegenen Fluss. Wildgras, Blumen oder Pilze kommen, je nach Saison, frisch gesammelt auf den Teller.

Zudem verfügt Slowenien über eine Reihe landwirtschaftlicher Erzeugnisse, die besonders geschützt sind, nach Herkunft oder als garantiert traditionelle Spezialität. Zum Beispiel Schweinemagen, luftgetrockneter Karstschinken oder Teigtaschen aus Kartoffelfüllung. Oder Salz aus Piran und Olivenöl aus Slowenisch-Istrien. Gleich elf zertifizierte Hersteller produzieren die berühmte Original Krainer Wurst.

Das alles sorgt für Durst. Den kann man etwa mit Lasko-Bier löschen, eine Sorte hört auf den wunderschönen Namen Zlatorog, einer Sagengestalt – ein Gamsbock mit goldenen Hörnern. Drei Weinregionen existieren ferner, die Botschafterin verweist auf autochthone und alte Rebsorten. Keine Wunder, dass Slowenien wohl das einzige Land sein dürfte, dessen Nationalhymne einem Trinklied nachempfunden wurde.

Und zumindest eine slowenische Spezialität hat es sogar bereits bis ins Weiße Haus nach Washington, zu dem jetzigen US-Präsidenten, geschafft. Dank Melania, der Frau von Donald Trump. Als der Papst die gebürtige Slowenin während der Audienz scherzhaft fragte, ob sie ihrem Ehemann Potica serviere, bejahte sie.

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