In Zukunft Urlaub und was kommt dann? – Die Saison ist für die Berliner Eisbären nach vier Niederlagen in Folge vorbei

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Berliner Eisbären nach dem 4:3-Sieg über die Adler Mannheim im sechsten Viertelfinalspiel der Playoffs am 19. März 2017 in Berlin. © 2017, Münzenberg Medien, Foto: Stefan Pribnow

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Das fünfte Spiel der Berliner Eisbären im Halbfinale gegen Red Bull München war das letzte. Vier Mal in Folge gewann der Meister und Cheftrainer Don Jackson, zuletzt 2:1 in München. Die Mannschaft von Uwe Krupp war gefordert, um nicht auszuscheiden. Die Mannschaft von Uwe Krupp war überfordert. Zwar kämpften die Berlin und deswegen waren vier von fünf Halbfinalbegegnungen eng, aber sie waren selten wirklich besser und erfolgreich.

In München gingen die Berliner durch Laurin Braun 1:0 in Führung (14.), der wie in den vergangenen Begegnungen überzeugte, doch Frank Mauer glich zum 1:1 aus (33.). Gleich in der ersten Nachspielzeit kassierte Jonas Müller eine Zwei-Minuten-Strafe. In Überzahl traf Michael Wolf zum 2:1-Sieg (72.). Für den Meister bedeutet das den erneuten Einzug ins Finale.

Den Eisbären gelang in vier Halbfinalspielen in Folge nur jeweils ein Tor. Das ist wirklich wenig. Zudem ließen sich die Berliner in einem Halbfinalspiel mit 5:1 abschlachten. Diese Niederlage erinnerte an ein paar der über 30 verlorenen Heimspiele in der Vorrunde, die kurz vor Schluss noch mit dem achten Platz gerettet wurde. Dass die Berliner nach den Pleiten und Pannen der Vorrunde über Mannheim ins Halbfinale gegen München kamen, das führte in Berlin zum ungläubigen Augenreiben und hilflosen Schulterzucken. Das war Leistung am Limit vor einem vorzüglichen Torhüter Petri Vehanen. Mehr war wirklich nicht drin. Die Jungen sind noch nicht gut genug und die Alten nicht mehr gut genug.

Auch beim Einzug in die Playoffs, zwei Spielen gegen Straubing, stand es Sitz auf Knopf. Larry Mitchell hatte mit seiner Mannschaft Pech. Die Eisbären und nicht die Tigers zogen in die Playoffs ein und im Viertelfinale, das über sieben Spiele ging, bezwangen die Eisbären aus Berlin die Adler aus Mannheim mit Mühe und dem Glück des Tüchtigen, das wahrlich aus Wollen, Können und Dürfen bestand, denn die Adler machten – auch taktisch – Fehler.

Insgesamt zeigten sich die Berliner in den Playoffs konditionell gerüstet, aber nicht gut genug im Überzahlspiel und zu anfällig für Fehler beim Verteidigen. Müller, Roach und andere machen noch zu viele Fehler. Es fehlt vorne und hinten. In zwölf Playoff-Spielen fuhren die Berliner mehr Niederlagen als Siege ein. Sieben Spiele gingen verloren, fünf wurden gewonnen. Immerhin war nicht wie vergangene Saison schon im Viertelfinale Schluss.

Schluss mit Lustig dürfte in Berliner bald für den einen oder anderen Eisbär sein. Wer nicht die Leistung brachte, die von ihm erwartet wurde, der wird schwer von den Verantwortlichen zu halten sein. Denn wer wie vor dieser Saison und noch einmal nach der Inthronisierung von Eishockey-Legende Luc Robitaille als Vorsitzender des Aufsichtsrat der Eisbären davon spricht, um Titel mitzuspielen und Meisterschaften gewinnen zu wollen, der muss seinen Worten früher oder später Taten folgen lassen. Folgen Flops, dann wird er belächelt, bemitleidet, beschimpft. Am Ende muss er gehen. So einfach ist das.

Die Fragen, die langsam lauter werden, lauten: Was bringt der Boss der Berliner für die neue Saison? Wie wirkt sich die angekündigte direktere Zusammenarbeit der Berliner Eisbären mit den Los Angeles Kings aus? Das Berliner Publikum und die Berliner Presse befassen sich schon mit der Zukunft des Eishockey in der Hauptstadt. Die Fragen nach der Zukunft der Eisbären werden wie nach dem Abgang von Don Jackson grundsätzlich gestellt. Zum zweiten Mal. Hoffentlich sind nicht alle guten Dinge drei.

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