In Deutschland fehlen 30.000 Informatiker

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Berlin (Weltexpress) - Durch die aktuellen Pressemeldungen wird die Aufmerksamkeit auf den Bedarf von 30.000 Informatikern in der deutschen Wirtschaft gelenkt. Ist das ein Problem?

Aus den Stellenanzeigen „leuchtet“ dieser Mangel nicht. Die VDI-Zeitung, das Blatt der deutschen Ingenieure, hat eher einen mageren Stellenpool im Angebot. Sollte sich der Bedarf tatsächlich bestätigen, könnten konkrete Maßnahmen wirksame Abhilfe schaffen:

– Bit-com initiiert in den organisierten Unternehmen Weiterbildungsmaßnahmen; wobei die Arbeitsbehörden für die zur Fortbildung freigestellten Mitarbeiter Zuschüsse zur Finanzierung zusätzlicher Zeitarbeitsplätze zahlt.
– 100 Hochschulen erweitern ihre Ausbildungskapazitäten um jeweils 100 Plätze für Informatik-Studenten (woraus sich pro Jahr ein Plus von 10.000  Absolventen ergibt)
– Von den ca. 60.000 in Nürnberg gemeldeten arbeitslosen Ingenieuren werden in speziellen „geförderten“ Ausbildungsmaßnahmen der Job-Center geeignete Personen qualifiziert
– An den Berufs-Schulen werden Train-the-Trainer-Maßnahmen zur Sicherstellung kontinuierlicher Mittelbau-Qualifizierungen durchgeführt.

Die „Landschaft“ der  Berufsfelder von Informatikern ist umfangreich; eine genaue Darstellung des tatsächlichen Bedarfs durch die Industrie bzw. durch die Arbeitsbehörde wäre hilfreich: Ist es der allgemeine Einsatz als „Administrator“, der spezielle Bedarf an „Medizin-Informatikern“, die Mitarbeit im „Projekt-Management“, die Erstellung von „CAD-Konstruktionsunterlagen“, die „PPS-Aktivität“ in der Fertigungssteuerung, die „Finanzplanung“ im Unternehmens-Controlling, der Logistik-Bereich eines Hochregallagers –  oder, oder, oder?

Konzentriert sich die Bedarfsabhilfe auf den Hochschulbereich, ist mittel- und langfristig auch auf die Sicherstellung zahlenmäßig ausreichenden Lehrpersonals zu achten: das geht natürlich nicht mit der mageren W-Besoldung, sondern hier muß entsprechend der in der Industrie üblichen Bezahlung „geklotzt“ werden, wenn der Bedarf der deutschen Industrie wirksam und nachhaltig bekämpft werden soll. Hier geht es nicht um „Leistungszulagen“ einzelner Stelleninhaber, sondern um grundsätzliche Anhebung der Einkommen, die nicht im 4.000,- €-brutto-pro-Monat-Level, sondern im industrieüblichen 70.000,- €-p.a.-Level als Brutto-Anfangsgehalt für Professoren angesiedelt sein müssen, um Knowhow-Träger aus der Industrie zu bewegen, den Wechsel an die Hochschule als überlegenswert anzusehen. Dem gesellschaftlichen Ansehen von Professoren entspräche diese Bezahlung dann auch; z.Zt. gibt es nur ungläubiges Kopfschütteln, wenn das aktuelle Gehaltsniveau unserer Professoren ins Gespräch kommt.

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