Im Visier der Preistreiber – Zockerei um die Scheich Millionen? – Dzsenifer Maroszán zieht es nach Frankreich

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Dzsenifer Marozsán im Gespräch mit Vereinscheftrainer Colin Bell beim FFC-Empfang im Frankfurter Römer. © Dietmar Tietzmann
Frankfurt am Main, Hessen, Deutschland (Weltexpress). Frauenfußballerin Dzsenifer Marozsán würde den 1. FFC Frankfurt lieber heute als morgen verlassen. Aus ihren Wechselabsichten macht die Mittelfeldspielerin keinen Hehl – und hat dabei ein berühmtes Vorbild - Marozsán macht den Lewandowski.

Nationalspielerin Dzsenifer Marozsán spielt in Deutschland erfolgreich Fußball. Sie verlängerte ihren Vertrag bis 2016.

Ihr Verein 1. FFC Frankfurt gehört zu den europäischen Spitzenmannschaften und qualifizierte sich für die Champions League. Die Meisterschaft verfehlte n sie um Haaresbreite. Was viele Fans nicht wissen, Marozsán beschäftigt seit der Europameisterschaft in Schweden zwei Spielerberater. Der Eine, Manager Siegfried Dietrich, ist gleichzeitig ihr Arbeitgeber beim 1. FFC Frankfurt , der Andere, der Spielerberater Maik Barthel, Manager der „Eurosportsmanagement GmbH“ mit Sitz in Liechtenstein, beherrscht alle Tricks der Gewinnmaximierung. Barthel ist kein Verfechter von Fair-Play, er versteht es auch Gerüchte einzufädeln und zu bluffen. Seine Welt ist der Profifußball der Männer mit Millionengagen und astronomischen Ablösesummen.

Letztes Jahr vermeldete die Deutsche Presseagentur (dpa) aus Kalmar in Schweden: der Spielerberater von BVB-Profi Robert Lewandowski, Maik Barthel, hat erstmals auch eine Fußball-Nationalspielerin als Klientin – Dzsenifer Marozsán.

Damit sei sie die erste Fußballerin überhaupt in Barthels Portfolio. Barthel hätte  nun auch den Frauenfußball für sich entdeckt. Dort wo der Pastorensohn Dietrich mehr als der Missionar in Fortentwicklung des Frauenfußballs unterwegs ist, ist Barthel eher ein „Menschenhändler“ ohne Vision, er gehört zu den „Hard Core Typen“ seines Fachs. Die Frankfurter Rundschau vermeldete aus Kalmar: „Barthel wird die 21 Jahre alte Spielmacherin des 1. FFC Frankfurt und der DFB-Auswahl „mitbetreuen“. Marozsan würde  als eines der größten weiblichen Fußball-Talente im Land gelten. Sie würde derzeit bei der Frauen-Europameisterschaft in Schweden Akzente setzen.

FR-Redakteur Frank Hellmann schlussfolgerte: „Was Barthel mit Marozsán, die beim FFC langfristig bis 2016 gebunden ist, beabsichtigt, ist zumindest unklar.“

„An Dzsenifers Vertrag ist nicht zu rütteln. Sie bleibt auf jeden Fall bis 2016“, betonte Dietrich im Gegenzug. Dietrich war selbst überrascht von Marozsáns Vertragsunterzeichnung , nahm den Ball auf und bekannte öffentlich an einer gedeihlichen Zusammenarbeit mit Barthel für die gemeinsame Klientin interessiert zu sein. Der Beratervertrag seines Schützling Marozsán mit Barthel war schon im Mai 2013 unterzeichnet worden. Die Edeltechnikerin als erste Fußballerin überhaupt in Barthels Portfolio war schon anno 2013 ein schönes Sommerthema.

«Männer und Frauen – das macht in diesem Fall keinen Unterschied. Sie hat ein außergewöhnliches Talent und zählt zu den ganz besonderen Spielerinnen», sagte Barthel.

Die sonst nicht sehr wortgewandte Marozsán schrieb vergangene Woche in Facebook an ihre Fans: „Ihr habt recht…Ich bin euch schuldig die Wahrheit mitzuteilen was an den Gerüchten Lyon und Paris dran ist! Schließlich standet ihr all die Jahre mir bei und habt mich in guten sowie in schlechten Zeiten unterstützt. Es ist so das endlich ein Traum von mir in Erfüllung gehen könnte…ich könnte für einen sehr professionellen Club in Frankreich spielen. In meinen Augen für einen der besten Clubs in Europa! Was schon immer mein Traum war! Außerdem könnte ich auf meiner geliebter Position spielen! Doch wie wir es so oft im Leben schon erlebt haben… gibt es so gut wie immer ein ABER!“

„Es könnte alles perfekt sein, wenn man jedem das Glück und die Chance zu diesem Zeitpunkt gönnen würde. Doch darauf will ich jetzt gar nicht genau eingehen. Fakt ist ich habe noch einen 2 Jahres Vertrag und werde nicht freigegeben.“ –  Dzsenifer Marozsán

Das erinnert unweigerlich an ein Sommertheater über lancierte Nachrichten und personalisiertem Schlagabtausch mit einem konstruierten Feindbild. „Marozsán macht den Lewandowski,“ schrieb treffend hr-online, der Medienpartner  des 1. FFC Frankfurt. Der angesprochene „Glücksverhinderer“ 1. FFC Frankfurt in persona Siegfried Dietrich konterte mit einer sachbezogenen Presseerklärung: „Dzsenifer Marozsán spielt bei der perspektivischen Entwicklung unseres Klubs und unserer Planung eine herausragende Rolle. Wir setzen langfristig auf eine Zusammenarbeit und haben deshalb den Vertrag mit ihr wunschgemäß bis zum 30.06.2016 abgeschlossen.“

„Es entspricht unserer Vereinspolitik, dass wir unsere Verträge stets erfüllen, dies erwarten wir selbstverständlich auch von unseren Spielerinnen.“ – Siegfried Dietrich.

Klare Worte, trotzdem geht die Spekulation weiter. In Foren und Facebook spinnen die Fans die in Gang gekommene Sommermelodie weiter. Die Einen raten der Nationalspielerin sich zu gedulden, sich weiterzuentwickeln und den Vertrag zu erfüllen, die Anderen denken, dass der Preispoker beider Berater begonnen hat. Denn eins meinen sie sei sicher: die Scheichs und Besitzer von Paris St. Germain (PSG) seien bereit, eine sehr hohe Ablösesumme zu zahlen, die selbst dem Frankfurter Manager das Wasser im Munde zusammenlaufen ließe. Appetit käme doch mit der  Höhe der Ablösesumme. Die Geldgier sei doch stärker. Ein sklavenhaftes Argument mit Totschlagwirkung im Zeitalter der „Konsumentendiktatur“.

Wir Idealisten vom Weltexpress gehören nicht zu den Großverdienern in der Medienwelt, wir geben zu, dass das Sommerloch quält und daher Marozsáns Facebook Einträge so wichtig erscheinen lässt.

Wir meinen, dass es legitim ist, wenn 22-jährige junge Frauen träumen oder sich verlieben. Das Marozsán es öffentlich tut, zeigt ihre grenzenlose Naivität. Sie läuft Gefahr zum Gespött zu werden, wenn sie in Zukunft mal ein paar schlechte Spiele hinlegen wird. Ihr Arbeitgeber besitzt das Weisungsrecht. Wir raten der Spielerin zu lernen, was es im Frauenfußball bedeutet, ein Vorbild zu sein. Zum Marktwert gehört Popularität von allen Seiten. Allzu große Geschwätzigkeit ist zwar niedlich, aber birgt die Gefahr, von Dritten falsch interpretiert zu werden. Die Foren zu erobern bedeutet noch lange nicht, im Jahr 2016 immer noch attraktiven Frauenfußball spielen zu können. Verletzungsfrei bleiben wird viel wichtiger sein, um sich ablösefrei den Traum zu erfüllen, in Frankreich Elite Fußball zu spielen.

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