Hansa und Hertha – Über Rasenballsport und Rabauken

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Bengalos
Bengalos (Symbolbild). Quelle: Pixabay

Rostock, Deutschland (Weltexpress). Allerlei ungehobelte und überwiegend Männer waren gestern Abend beim Rasenballsport in Rostock zugegen. Raubauken halt. Hans Rostock und Hertha BSC spielten im Ostseestadion in der ersten Runde des Pokals. Vor, während und nach der Begegnung kam es zu Szenen, die feinsinnige Fans nicht gerne sehen. Allerlei Rabauken unter den Schlachtenbummlern waren im Einsatz, als die Männermannschaften des Fußballclub Hansa Rostock e. V. und der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA aufeinandertrafen. Allerdings trafen auch Rabauken aufeinander und manche waren vorbereitet.

Rabauken rund um den Rasen

Der Unparteiische der Paarung im Pokal unterbracht in den zweiten 45 Minuten mit Verlängerung zum ersten Mal, weil im Hertha-Block Pyros brannten, Böller explodierten und Raketen flogen. Dass die Begegnung zwischen Hansa und Hertha als Hochsicherheitsspiel eingestuft wurde, das war vorher bekannt. Doch wieder einmal gelangten Dutzende Rabauken ins Rund um den Rasen. Auf Videos, die von Zuschauern produziert und veröffentlicht wurden, ist zu sehen, wie Feuerwerksköprer Richtung Hansa-Fans fliegen.

Kein Bitten und kein Betteln hilft

Der Bitte des Stadionsprechers, das Abfeuern von Feuerwerkskörpern zu unterlassen, kamen diese Rabauken nicht nach. Kein Bitten und Betteln half und hilft, das wissen wir. Vorbeugung, damit das Fatale nicht eintrifft, darauf kommt es an. Die Verantwortlichen vor Ort haben offensichtlich im Vorfeld offenbar versagt. Wieder einmal.

Sitzschalen und Fan-Utensilien gingen in Flammen auf. Schiedsrichter Robert Hartmann pfiff übrigens ein zweites Mal ab, als ein 2014 in Berlin geklautes Hertha-Banner von 30 Meter Länge erst höhnisch vorgeführt wurde, während Ordner und Polizisten scheinbar belanglos beiseite standen, und dann brannte. Er schickte beide Mannschaften in die Kabinen, pfiff allerdings nach einer Viertelstunde zum dritten mal für die zweite Halbzeit an. Rostocks Polizeichef Michael Ebert vermutet, „dass das Banner über vereinseigene Strukturen und mit Wissen von Vereinsoffiziellen ins Stadion gelangen konnte“. Dass Hansa Rostock nicht die Unschuld vom Lande an der Ostsee ist, das ist seit Jahren bekannt. Hansa-Opfer wissen Bände zu berichten. Keine Frage: Hertha-Opfer gibt es auch mehr als genug.

Von Schafen und Fußball

„Das Ostseestadion, abzufackeln, anstatt die Mannschaft zu unterstützen“, wie es Robert Marien, Vorsitzender des Vereinsvorstands formulierte, war Dutzenden Hansaisten und Herthanern wichtiger. Vom Hertha-Block, der ungefähr mit 2.000 Männern und einigen Frauen gefüllt war, wurde immer wieder gezielt auf Hansanisten geworfen.

Michael Preetz, Geschäftsführer der Hertha BSC Verwaltung GmbH, erklärte nach dem Spiel, dass das Handlungen seien, „die niemand in einem Fußballstadion haben will. Deshalb wird es ein Thema sein, das Vereine, Verbände und die Fanlager in den nächsten Wochen beschäftigen wird.“

Stefan Effenberg sagte nach dem Spiel in der ARD: „Es sind einige wenige Idioten.“ Hansa-Trainer Pavel Dotchev sprach nach der Randale der Rabauken von schwarzen Schafen. Mag sein, dass in Herden von Schafen immer mal wieder ein schwarzes Schaf dabei ist. Doch im und um das Ostseestadion waren Horden von Rabauken. Richtig, Horden von Rabauken und nicht „einige wenige Idioten!

Wie immer: ein paar Tage, ein paar Wochen Gerede, bis Gras darüber gewachsen ist. Das gilt auch für der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes, der mittlerweile gegen das Unternehmen aus Berlin und den Verein aus Rostock ermittelt.

Überwachen und Strafen

Die für das Überwachen Zuständigen haben auf der ganzen Linie versagt. Und Strafen? Verantwotliche bei der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA erteilen offensichtlich lieber einem Journalisten, dessen Humor sie nicht verstehen und dessen Kritik sie nicht teilen, ein mehrjähriges Stadionverbot als einem Rabauken. Doch darauf kommt es an: den Rabauken keinen Fußbreit im Fußballstadion zu gewähren. Nein, nicht Sippenhaft und also Kollektivstrafen sind auszusprechen, sondern die Straftäter sind zu ermitteln und zu bestrafen. Und die Tatenlosen, die dem Treiben der Rabauken zusehen, dürfen ebenfalls nicht ungeschoren davonkommen.

Das Spiel endete

Der Rasenballsport mit Hunderten Rabauken unter den 22.400 Zuschauern endete 2:0 für Tante Hertha beziehungsweise die Alte Dame aus dem Berliner Westend.

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