Eurowings-Gutscheine für Fernstrecken bei Aldi-Reisen – Treiben Aldi und TUI Kunden in Hazardspiele?

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Aldi
Einkaufswgen von Aldi. Quelle: Pixabay

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Presse-Agenturen und Journalisten berichten seit Tagen von Höhenflügen bei Aldi. Davon, dass es Gutscheine gebe und diese günstig seien, ist die Rede. Mit anderen Worten: Es gibt Eurowings-Gutscheine für Fernstrecken bei Aldi-Reisen.

Zu den Höhenflügen gehört die Kooperation mit der Lufthansa-Gruppe. Sowohl Aldi Nord als auch Aldi Süd bieten über ihre Heimatseite Aldi Reisen im Weltnetz Flüge des Billiganbieters Eurowings in die Ferne an. Und Gutscheine. Diese Gutscheine für 499 Euro pro Person gibt es seit dem 2. Januar 2018. Sie sollen bis zum 31. Januar 2018 verkauft werden.

Der Händler fordert: „Kaufen Sie einen Gutschein und fliegen Sie individuell mit Eurowings hin und zurück zu einem von 8 Traumzielen weltweit.“

Die Flüge gehen ab/an Köln-Bonn nach Bangkok und Phuket (Thailand), Puerto Plata (Dominikanische Republik), Havanna und Varadero (Kuba), Montego Bay (Jamaika) und Cancún (Mexiko) sowie ab/an Düsseldorf nach Punta Cana (Dominikanische Republik).

Die angebotenen Flughäfen sind also Köln-Bonn und Düsseldorf. Und die Plätze sind laut Aldi in der Kategorie „Economy Class2“. Zum Gutschein gehört Freigepäck bis „23 kg und Verpflegung an Bord.

Gegen einen Aufpreis von 80 Euro pro Person könne auch ab München oder zu einigen besonderen Tagen geflogen werden, heißt es auf Aldi-Reisen.

Der Reisezeitraum wird mit „15.4.2018 bis 30.6.2018 (Rückflüge bis 8.7. möglich)“ angegeben.

Gut ist zweifelsohne, dass Aldi einen Zug zum Flug ohne Aufpreis verspricht und zwar in Kooperation der Deutschen Bahn AG. Das Ticket für die Deutsche Bahn gilt für die 2. Klasse inklusive ICE-Nutzung.

Treiben Aldi und TUI Kunden in Hazardspiele?

Die Hofberichterstatter unter den Journalisten, die sich in der Reisebranche zudem Reisejournalisten nennen, berichten allerdings nicht darüber, dass das Angebot auch Haken hat.

In dem Beitrag „Aldi-Flieger mit ein, zwei Haken“ informiert Dinah Deckstein in „Manager Magazin“ (30.12.2017) darüber, dass als „Veranstalter … die TUI-Tochter Berge & Meer“ fungiere und diese „bei Eurowings … nur begrenzte Kontingente in den Airbus-Jets mit 310 Plätzen eingekauft“ habe. Wenn das kein Haken ist, was dann?

Deckstein weist darauf hin, dass der Käufer „ein Alternativangebot der Urlaubsfirma buchen“ müssen, wenn diese „ausgeschöpft“ seien und „der Kunde keinen Ersatztermin“ akzeptiere. Sie zitiert zudem Franka Kuhn von der Verbraucherzentrale Bundesverband in Berlin mit den Worten: „Der Reisende kann nicht fest davon ausgehen, dass er sein bevorzugtes Ziel zum Wunschtermin auch bekommt.“

Was Aldi und TUI treiben, das erinnert an Hazardspiele, bei denen das Glück mehr oder minder vom Zufall abhängt, aber nicht an das angebliche „Aldi-Prinzip: Qualität ganz oben, Preis ganz unten“.

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